Lebensdaten
1832 bis 1903
Geburtsort
Dessau
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Musiker ; Violoncellist ; Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118698508 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grützmacher, Friedrich Wilhelm Ludwig
  • Gruetzmacher, Friedrich
  • Grützmacher, F.
  • mehr

Verknüpfungen

Visualisieren

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Grützmacher, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118698508.html [23.03.2017].

CC0

Grützmacher, Friedrich Wilhelm Ludwig

Violoncellist, Komponist, * 1.3.1832 Dessau, 23.2.1903 Dresden. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Friedrich, Mil.-Musiker, dann Kammermusiker d. Hofkapelle in Dessau, S d. Kaufm. Jobst Frdr. in Alikendorf u. d. Marie Elis. Struk; M Leopoldine (* 1801), T d. Schneiders Joh. Gg. Leopold Matthias in Dessau u. d. Sus. Elis. Henriette Matthiae; B Leopold (1835–1900), 1. Violoncellist d. Hofkapelle in Schwerin, am Landestheater in Prag, in d. Meininger Hofkapelle, seit 1876 in d. Weimarer Hofkapelle (s. MGG); N (S d. Leopold) Friedrich (1866–1919), Solist d. Hofkapelle Sondershausen, 1888 am Theaterorchester in Budapest, seit 1894 im Gürzenichorchester Köln u. Prof. am Kölner Konservatorium (s. MGG; DBJ II, Tl. 1919, L).

  • Leben

    G. erhielt die ersten Musikstunden von seinem Vater, der frühzeitig das Talent seines Sohnes erkannte und diesen zum Unterricht im Violoncello-Spiel dem namhaften Virtuosen und Konzertmeister der Hofkapelle, K. Drechsler, übergab. Lehrer des Knaben in Musiktheorie und Komposition wurde der Hofkapellmeister Friedrich Schneider (1786–1853), der zu jener Zeit als Oratorienkomponist, Dirigent und Pädagoge die Dessauer Hofkapelle in ganz Deutschland bekannt machte. Diese gründliche und vielseitige Ausbildung führte sehr bald zu den ersten künstlerischen Erfolgen des jungen G., die ihm schon 1849 eine Berufung als 1. Violoncellisten des Gewandhausorchesters und zugleich als Violoncello-Lehrer am Konservatorium in Leipzig einbrachten. 1860 wurde G. königlicher Kammervirtuos in Dresden, wo er als ein in hoher Gunst des Königshauses stehendes Mitglied des Hoforchesters (Professor und Hofrat) bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand (1902) wirkte. Neben dieser festen Tätigkeit war G. einer der Repräsentanten des Dresdener Musiklebens, zeitweise als Präsident des „Tonkünstlervereins Dresden“, errang auf Konzertreisen europäischen Ruhm als Meister seines Instruments, galt als angesehener Komponist und war der erfolgreichste Violoncello-Lehrer seiner Zeit. – G. gehört zu den Solisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Virtuosentum mit geistiger Durchdringung der musikalischen Werke verbanden und die Tradition der großen Interpreten begründeten. Von seinen eigenen Kompositionen, die er zum größten Teil für das Violoncello geschrieben hat, sind heute noch seine Studienwerke geschätzt, besonders „Die hohe Schule des Violoncellospiels“ (1891) und seine „Täglichen Übungen“, op. 67. Seine Überlegungen zur Vervollkommnung der Exaktheit in der Grifftechnik der linken Hand, der Bogenführung, des Fingersatzes und sein Ideal des kantilenenhaften Vortrags gelten als wesentliche Neuerungen in der Geschichte des Violoncello-Spiels. Viele Schüler G.s wurden später selbst bedeutende Violoncellisten, darunter vor allem sein Bruder Leopold und dessen Sohn Friedrich.

  • Werke

    Weitere W u. a. Konzerte f. Violoncello (Vc.) mit Orch.: a-Moll op. 10; G-Dur op. 42; Suite n. d. Vc.-Solostücken v. J. S. Bach, 1903; Transkriptionen f. Vc.: n. Lohengrin (Wagner) op. 16; Violinsonaten v. Haydn, Mozart, Beethoven, Schumann; d. beiden Violin-Romanzen v. Beethoven; - 24 Etüden op. 38; 12 Etüden f. 2 Vc. op. 72. -Hrsg.: 3 Gambensonaten, 6 Solosuiten v. J. S. Bach.

  • Literatur

    M. Fürstenau, Das Konservatorium f. Musik in Dresden (1856–81), 1881; H. v. Brescius, Die kgl. sächs. musikal. Kapelle v. Reißiger bis Schuch (1826–98), 1898; A. Schering, Gesch. d. Instrumental-Konzerts, 1927; K. Stephenson, in: MGG V, Sp. 982-84; BJ VIII (Tl. 1903, L).

  • Portraits

    Lith. v. O. Merseburger.

  • Autor

    Ernst Waeltner
  • Empfohlene Zitierweise

    Waeltner, Ernst, "Grützmacher, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 206 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118698508.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Artikel noch nicht erschlossen.