Lebensdaten
1875 bis 1953
Geburtsort
Aschersleben
Sterbeort
Schloß Oppershausen bei Celle
Beruf/Funktion
Generalfeldmarschall
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118939327 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rundstedt, Karl Rudolf Gerd von
  • Rundstedt, Gerd von
  • Rundstedt, Karl Rudolf Gerd von
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Zitierweise

Rundstedt, Gerd von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118939327.html [21.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus altmärk. Junkerfam., d. zuerst mit Berengarus de Ronstede 1123/24 urkundl. nachweisbar ist u. zahlr. Militärs in Preußen stellte;
    V Gerd (1848–1916), preuß. Gen.major, S d. Eberhard (1803–51), preuß. Major, auch Maler, u. d. Hermine v. Rabe (1814–57);
    M Adelheid (1856–1925), T d. Karl Fischer, Gutsbes., u. d. Agnes Reissner;
    Kassel 1902 Luise (Bila) (1878–1952), T d. Georg v. Görtz, preuß. Major, u. d. Luise Freiin v. Schlotheim; S Hans Gerd (1903–48, Edith v. Oppen, 1901–82, Dr. rer. pol., Dipl.Volkswirtin), Dr. phil. habil., Bibl., seit 1943 R.s Adjutant.

  • Leben

    R. trat nach dem Abitur 1892 in das Preuß. Infanterie-Rgt. 83 in Kassel ein und erlebte den 1. Weltkrieg als Major im Generalstab an der West- und Ostfront. In die Reichswehr übernommen, stieg er binnen zwölf Jahren zum General der Infanterie (1932) auf. R. enthielt sich nach Hitlers Machtübernahme jedweder kritischen Reflexion über das neue politische System, verhinderte indessen 1934 und 1938 die Berufung des ehrgeizigen und prononciert nationalsozialistischen Walther v. Reichenau (1884–1942) zum Oberbefehlshaber des Heeres. Bei Beförderungen mehrfach übergangen, dachte er bereits an Rücktritt. Im März 1938 zum Generaloberst ernannt, plante R. den Einmarsch der Heeresgruppe 2 in das Sudetenland.

    Im Nov. 1938 verabschiedet, wurde er bei Kriegsausbruch reaktiviert und zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd ernannt, die in wenigen Tagen die poln. Verteidigung überrannte. Obgleich für diesen und auch spätere Einsätze hoch ausgezeichnet, ist sein Anteil an den erfolgreichen Operationen seiner Truppen schwer einzuschätzen, zumal R. die eigentliche Operationsplanung stets seinem Chef des Stabes überließ und auch nicht den Kontakt zur Truppe suchte. Nach einer kurzen Verwendung als Oberbefehlshaber Ost im Okt. 1939 kommandierte R. die Heeresgruppe A im Mittelabschnitt der Westfront und folgte hier Hitlers Entscheidung, Frankreich anzugreifen. Dem strategisch überlegenen Feldzugsplan seines Stabschefs Erich v. Manstein (1887–1973) stand er eher skeptisch gegenüber und führte ihn im Mai 1940 nur zögerlich aus. Dies trug dazu bei, daß die eigenen Panzerdivisionen vor Dünkirchen gestoppt wurden und die Alliierten Teile ihrer Truppen nach England retten konnten.

    Am 19.7.1940 zum Generalfeldmarschall befördert, war R. kurzzeitig Oberbefehlshaber West, bevor er im Rahmen des Angriffs|auf die Sowjetunion die Heeresgruppe Süd führte. In Kriegsverbrechen der Wehrmacht verstrickt, erließ er am 12. Oktober einen Befehl, in dem er die „Weichheit nach dem Kampfe“ als untragbar klassifizierte und ein hartes Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung tolerierte. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Hitler am 5.12.1941 durch Reichenau ersetzt, wurde R. am 15.3.1942 zum Oberbefehlshaber West ernannt. Hier gelang es ihm nicht, eine wirksame Strategie zur Abwehr der alliierten Landung zu entwickeln. Nachdem diese im Juni 1944 gelungen war, versetzte ihn Hitler in die Führerreserve, berief ihn aber bereits am 5. September wieder in seine alte Stellung. R. hatte auf den weiteren Verlauf der Operationen aber keinen nennenswerten Einfluß mehr; am 9.3.1945 wurde er in den Ruhestand versetzt.

    R. war im Aug. und Sept. 1944 Vorsitzender des „Ehrenhofes“, der die am Attentat auf Hitler beteiligten Offiziere aus der Wehrmacht ausstieß, damit sie vor den Volksgerichtshof gestellt werden konnten. Als dienstältester Soldat der Wehrmacht war er Teil einer zu willfährigen Befehlsempfängern degradierten Generalität.|

  • Auszeichnungen

    Rr.kreuz (1939), mit Eichenlaub (1944) u. Schwertern (1945).

  • Literatur

    G. Blumentritt, v. R., The Soldier and the Man, 1952;
    J. Keegan, R., 1974;
    E. F. Ziemke, in: C. Barnett (Hg.), Hitler's Generals, 1989, S. 174-207 (P);
    ders., in: R. Smesler u. E. Syring (Hg.), Die Mil.elite d. Dritten Reiches, 1995, S 476-96;
    S. W. Michtam Jr., Hitler's Field Marshals and thier Battles, 1990, S. 283-94;
    Ch. Messenger, The Last Prussian, A Biogr. of Field Marshal G. v. R., 1991 (P);
    R. G. Huber, G. v. R., 2004 (P);
    Gotha. Genealog. Tb, Dt. Uradel, 1930 (P);
    Das Dt. Führerlex., 1934 (P);
    Biogr. Lex. Hannover.

  • Autor/in

    Sönke Neitzel
  • Empfohlene Zitierweise

    Neitzel, Sönke, "Rundstedt, Gerd von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 258-259 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118939327.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA