Lebensdaten
um 1635 bis 1708
Geburtsort
Scaria
Sterbeort
Passau
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118893084 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Carlone, Carlo Antonio
  • Carlon, Carlo Antonio
  • Carlone, Carlo A.
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Zitierweise

Carlone, Carlo Antonio, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118893084.html [17.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Pietro Francesco s. (5);
    B Giovanni Battista s. (4), Bartolomeo (2. Hälfte 17. Jh.), Stukkator, Meister der monumentalen Stuckausstattung der Stiftskirche St. Florian (um 1695), Mitarbeiter v. Giovanni Battista u. a. in der Klosterkirche Garsten (1685–93), selbständig in Rohrbach (Annakapelle u. Sakristei der Pfarrkirche, 1685-93) tätig (s. ThB).

  • Leben

    Bei seinem Vater war C. 1651 als Gehilfe tätig. 1661 vertrat er ihn in Seckau, wo dieser Stiftsbaumeister (1658–82) war. Ab 1663 ist C. urkundlich als Polier beim Schloßbau in Eisenstadt tätig, führte aber zunächst bescheidene Bauten, teilweise nach Entwürfen seines Vaters, aus. Die von 1673-77 erbaute Jesuitenkirche in Passau stammt vermutlich von ihm. Seit 1681 bestallter Baumeister in Garsten, folgte er 1682 (bis 1684) seinem Vater als Stiftsbaumeister in Seckau nach und wuchs seit 1686 (bis 1708) als Stiftsbaumeister von Sankt Florian in zahlreichen Kirchen- und Profanbauten in Oberösterreich, Steiermark und Niederbayern zum bedeutendsten Architekten des 17. Jahrhunderts in Österreich auf. 1681 hat er höchstwahrscheinlich in Admont gebaut und darf als Urheber der Kirche in Frauenberg bei Admont (1683) gelten. 1680-81 fungierte er als Bauberater bei der Barockisierung der Stiftskirche in Kremsmünster. Aus den Jahren 1690-92 ist der Fischbehälter in Kremsmünster, eines seiner reizvollsten Werke, erhalten. Weiter war er an der Barockisierung der Stiftskirchen Baumgartenberg (1697) und des Chores der Pfarrkirche von Niederzirking in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts maßgebend beteiligt. Die Stiftskirche von Pöllau, deren Plan aller Wahrscheinlichkeit nach von ihm stammt, wurde seit 1701 von Joachim Carlone ausgeführt. 1706-07 errichtete C. vermutlich den Nordflügel des Stiftes Lambach. Häufig arbeiteten nah verwandte Künstler mit, so besonders der Stukkateur Giovanni Battista, sein Bruder.

    C. schuf mit die Grundlage für die österreichische und süddeutsche Barockarchitektur. Ein bis damals unbekannter Zug ins Grandiose zeichnet seine Stifts- und Konventbauten aus, an denen er die südlichen Normen der Massengliederung einführte. Zusammen mit dem Schmuckreichtum der Innenräume ergibt sich der Eindruck festlicher Pracht. Beide Elemente hat die von heimischen Meistern geschaffene Architektur übernommen, hierbei aber die schweren Massen der Architektur von C. in leichtere, beweglichere Art verwandelt. In Sankt Florian, dem Hauptwerk, ist J. Prandtauer, der Schöpfer von Melk, unmittelbarer Nachfolger und Vollender, und so wird neuerdings ein direkter Einfluß von C. auf den Grundriß der Melker Stiftskirche vermutet.

  • Werke

    u. a. Marienkapelle Kremsmünster, 1676;
    Konventflügel daselbst;
    Spitalgebäude Wernstein b. Neuburg am Inn, 1677;
    Losensteinerkapelle Garsten, 1685-93;
    Stift Garsten, Stiftsgebäude, nach 1695;
    Entwurf f. d. Hochaltar ebenda;
    Wallfahrtskirche Christkindl ebenda, Beginn 1786;
    Ägidiuskirche (Kreuzkuppelkirche) Vöcklabruck, 1688;
    Schloßkapelle (Zentralbau) Marbach, 1686 bis 1689;
    Wallfahrtskirche Heiligenkreuz b. Kremsmünster, 1687-90;
    Pfarrkirche Ansfelden, 1690-1707;
    Pfarrkirche Rohrbach, 1696-1700;
    Speisesaal im Stift Reichersberg, 1691-1695;
    Totenkapelle, Oberthalheim, um 1690;
    Pfarrkirche Öpping, 1694;
    Kalvarienbergkapelle, Schwertberg, 1689.

  • Literatur

    Mitt. d. k. u. k. Central-Comm. … Baudenkm., NF 10, 1884, S. 5 ff.;
    Berr. u. Mitt. d. Altertum-Ver. Wien 39, 1896, S. 1 ff.;
    Christl. Kunstbll., Linz 1917, S. 7 ff.;
    Die Kunstdenkmäler v. Bayern IV: Niederbayern, Stadt u. Bez.-Amt Passau, 1919/20;
    Österr. Kunsttopogr. XXIV: Eisenstadt u. Rust, Wien 1932, S. XIX u. 56;
    Grazer Tagespost, 19.1.1936, 7.3. u. 8.8.1937;
    R. Zürcher, Der Anteil d. Nachbarländer an d. Entwicklung d. dt. Baukunst im Za. d. Spätbarock, Basel 1938;
    Die Bildende Kunst in Österr.: Renaissance u. Barock, hrsg. v. K. Ginhart, Wien 1939, S. 108 ff.;
    E. Kirchner-Doberer, Stift St. Florian, Wien 1948;
    R. Kohlbach, Die Stifte Steiermarks, Graz 1953;
    H. G. Franz, Die Fassade d. Klosterkirche in Kremsmünster, in: Wiener Jb. f. Kunstgesch. 16, 1954, S. 199 ff. - Zu B Bartolomeo: H. Decker, Barockplastik in d. Alpenländern, Wien 1943, S. 47 ff.

  • Autor/in

    Alfred Schmeller
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmeller, Alfred, "Carlone, Carlo Antonio" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 142 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118893084.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA