Lebensdaten
1710 bis 1768
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Kupferstecher ; Kunstverleger
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 118828363 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klauber, Joseph
  • Klauber, Joseph Sebastian
  • Klauber, Joseph

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Klauber, Joseph Sebastian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118828363.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Joh. Baptist (s. 1);
    - 1736 Maria Joh. Jäger aus Mindelheim;
    2 S, 2 T, u. a. Ignaz Sebastian (s. 3), Joseph Wolfgang Xaver (* um 1740), Kupferstecher, seit 1777 Ratsherr in A. (s. W);
    E Joseph Anton (1772–1837), als Kupferstecher ausgebildet, beschränkte sich jedoch später aut d. verleger. Arbeit. 3 J. nach s. Tod gab d. Witwe d. Verlag auf (s. W).

  • Leben

    Johann Baptist war Schüler Staerklins des Älteren und betrieb dann gemeinsam mit dem Maler Gottfried Bernhard Götz einen Kunstverlag, in dem von ihm gleich zu Anfang 12 Blätter eines Passionszyklus erschienen, die – neben fein differenzierten Porträtstichen (zum Beispiel des Augsburger Stadtbaumeisters Wolfgang Anton Langenmantel) – zu seinen besten Arbeiten gehören. Als Götz seinen eigenen Verlag gründete, führte K. das Unternehmen in der Kohlergasse mit seinem Bruder Joseph Sebastian als „J. & J. Klauber“ oder „Fratres Klauber Catholici“ weiter. Unter den etwa 30 damals in Augsburg tätigen Kunstverlagen erreichte der Klaubersche sowohl in künstlerischer wie in geschäftlicher Hinsicht in kurzer Zeit hohes Ansehen.

    Joseph Sebastian absolvierte seine Lehre bei Melchior Rein in Augsburg und ging danach für mehrere Jahre nach Prag, wo er bei A. Birkhart beschäftigt war. Bereits damals trat er mit eigenen Stichen hervor (unter anderem Bildnis des Oberrabbiners von Böhmen, Ezechiel Landau). Nach Augsburg zurückgekehrt, fertigte er zunächst für den Pfeffelschen Verlag Thesenblätter an, die wegen der großen Nachfrage in mezzotinto-Technik ausgeführt wurden, und schloß sich dann mit Johann zusammen.

    Die beiden Brüder führten alle im Kunstverlag anfallenden Funktionen wie Zeichnen, Stechen, Drucken und Verlegen selbst aus. Doch vergaben sie auch Aufträge an andere Augsburger Künstler (so an V. J. Vockerodt) und erweiterten ihr Verlagsoeuvre durch den Ankauf von Druckplatten aus Künstlernachlässen (so die Thesenplatten aus dem Verlag Ph. A. Kilians). Andererseits verlegte Martin Engelbrecht Arbeiten der Brüder Klauber als Einzelblätter und Folgen. Für ihre Augsburger Hochstift-, Wappen- und Chordirektoria-Kalender (seit 1744), mit denen der Verlag noch 1798 beschäftigt war,|wurden die Brüder vom Bischof, für andere Kalendertafeln vom Kemptener Abt und für Porträtstiche des Fürstenhauses vom Pfälzer Kurfürsten zu Hofkupferstechern ernannt. Zu den Werken, mit denen sich die Brüder Klauber über die Masse des Mittelmäßigen, was sonst die zur Industrie gewordene Kunst im Augsburg des 18. Jahrhunderts produzierte, hinaushoben, gehören die Illustrationen kirchlicher Thematik, Porträtstiche katholischer Geistlicher, Heiligen-, Andachts-, Wallfahrts- und Gnadenbilder und stark allegorisierende Thesenblätter, deren Hauptverlagsort Augsburg damals war. Gerade Thesenblätter wurden in so großer Zahl in Auftrag gegeben, daß eine schnellere Arbeitsweise, in Schabkunst, notwendig wurde. Eine Besonderheit dieser Gattung lieferten die Brüder Klauber mit einem plakatartigen Thesenblatt, das mit seiner Größe (117 auf 68 cm) die graphischen Mittel schon nicht mehr voll ausschöpfen konnte. Im rein ornamentalen Vorlagenblatt ragten sie durch dekorative Anwendung der geläufigen Rocailleformen heraus: Muschelwerk und Kartuschen verbanden sie mit Emblemen und Allegorien zu dem von Frankreich angeregten Ornamentstich (einige Ornamentblattfolgen erwarb der Augsburger Verlag Hertel). Diese Zusammenschau verschiedener Elemente wandten die Brüder bei ihrer als „Klauber-Bibel“ (1748) bekanntgewordenen Folge von 100 Stichen in Querfolio an. In Ranken- und Muschelwerk gruppieren sich um die Hauptszene Nebenbilder, die diese in der reichsten Form variieren und mit einem Überlagern von Rocaille, Landschaft, Architektur und Figurenstaffage die biblischen Geschichten als Genreszenen in Rokoko-Kulisse vorführen, wobei vor allem die kulturhistorische Bedeutung gesehen werden muß. Die Prospekte, Ansichten und Pläne der Brüder fallen durch präzise, saubere Ausführung auf. Gewisse Schwierigkeiten ergeben sich beim Zuschreiben der Blätter, da beide größtenteils gemeinsam signierten und aufgrund der identischen Stichmanier die Hände kaum zu scheiden sind. Die vollständigste Sammlung des graphischen Werks der Kupferstecherfamilie Klauber befindet sich in Augsburg (Städtische Kunstsammlung).

  • Werke

    Weitere W zu Joh. Baptist: Bildnis d. Kardinals J. D. Gf. Lamberg, 1733;
    Die 4 Elemente mit Schutzheiligen, n. J. W. Baumgartner, gegen 1760 (Großformat);
    Gang n. Emmaus, Tuschzeichnung mit Randbildern;
    - zu Joseph Sebastian: Ill. n. G. B. Götz zu C. Leuthner, Vita, doctrina, passio D. N. Jesu Christi …, 1733;
    Pinacotheca Mariana, 1760 (Verbindung v. Heiligenkal. u. Marienverehrung);
    s. a. ThB. -
    Zu Joseph Wolfg. Xaver: Bildnis v. M. C. v. Roth, Bischof v. Konstanz;
    Der Johannesknabe mit d. Kreuzesfahne u. d. Lamm, Rötelzeichnung;
    s. a. ThB;
    - zu Joseph Anton: Landschaften u. Ansichten bayer. Städte mit Freising, Landsberg/Lech, Donauwörth, Regensburg, Dachau, Abbach/Donau;
    Stahlstiche mit Ansichten v. Tirol mit Sterzing, Cronburg, Spinges, Bozen (alle n. P. Marchioretto);
    Prospekt d. Wildbades b. Rothenburg (n. Preißler);
    Karte d. Landgerichts Straubing;
    Missale Romanum, 1834 (Titelvignette);
    Kupf. zu F. E. Frhr. v. Seida u. Landensberg, Denkbuch d. Franz. Rev., 1819;
    Ansichten zu J. G. Rieger, Hist.-topograph.-statist. Beschreibung v. Mannheim u. s. Umgebung, 1824;
    Stiche z. Wappenkal. d. bayer. St. Georgi-Ritterordens, 1825;
    s. a. ThB. -
    Im Verlag ersch. u. a. Folge v. Landschaften u. Ansichten bayer. Städte;
    Ludwig I. in Uniform, Stich v. F. P. Edelwirth.

  • Autor/in

    Britta-R. Schwahn
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwahn, Britta-R., "Klauber, Joseph Sebastian" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 711-712. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118828363.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA