Lebensdaten
1901 bis 1983
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Gold- und Silberschmied
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118820923 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moritz, Max (bis 1938)
  • Moritz, Andreas
  • Moritz, Max (bis 1938)
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Zitierweise

Moritz, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820923.html [16.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Robert (1873–1963), Graphiker u. Lithograph, unehel. S d. Robert Krasel (1849–88), Horndrechsler in Plagwitz, u. d. Marie Moritz (1850–1937);
    M Hedwig (1877–1960), T d. Schiffers Bernhard Heine u. d. Antonie Grabe;
    Hinterzarten (Schwarzwald) 1944 Berta (1912–89), Dr. phil., Prof. f. engl. Philol. in Würzburg (s. G. Haenicke, Th. Finkenstaedt, Anglistenlex. 1825-1990, 1992), T d. Richard Siebeck (1883–1965), Dr. med., Prof. f. Innere Med. in Bonn, Berlin u. Heidelberg (s. D. Drüll, Heidelberger Gel.lex. 1803-1932, 1986), u. d. Agnes Müller (1885–1922); Gvm d. Ehefrau Karl Müller (1852–1940), ev. Kirchenhistoriker (s. NDB 18).

  • Leben

    M. verbrachte seine Kindheit und frühe Jugend in Halle/Saale, Berlin und Aarau (Schweiz). 1916 begann er in Karlsruhe eine Werkzeugmacherlehre, nach der Gesellenprüfung studierte er seit 1919 am Badischen Staatstechnikum in Karlsruhe Maschinenbau. 1922 wechselte er an die hallesche Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein, wo er bei Erich Lenné und Karl Müller eine Ausbildung zum Gürtler und Silberschmied absolvierte. Für seine künstlerische Entwicklung war vor allem die Begegnung mit dem Leiter der Schule, dem Architekten Paul Thiersch, bestimmend, dessen dem George-Kreis nahestehende Auffassung von der Würde handwerklicher Arbeit für M. lebenslang verpflichtend blieb. 1922/23 verbrachte er vier Monate bei Heinrich Vogeler in Worpswede, 1924 wurde er von Ewald Dülberg als Lehrer für Metallbearbeitung an die Kunstakademie in Kassel geholt. Seit 1925 setzte er sein Studium an den von Bruno Paul geleiteten „Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst“ in Berlin fort. Hier beschäftigte er sich vor allem unter Ludwig Gies mit Bildhauerei, 1928 half er Georg Kolbe bei der Ausführung des Rathenau-Brunnens. Aus den frühen 30er Jahren haben sich einige Bronzebüsten in Privatbesitz erhalten, 1957 entstanden Grabmäler für Victor v. Weizsäcker und Ernst Robert Curtius.

    Den Nationalsozialisten entzog sich M. zunächst durch ausgedehnte Reisen nach England, Holland, Belgien, Dänemark und Griechenland 1936 war er Gastschüler der Londoner „Central School of Arts and Crafts“ und arbeitete für verschiedene Auftraggeber, dabei entstand ein Altarkreuz für St. Margaret's Church in West Hoathly (Sussex). Sein Schaffen wurde durch den Kriegsdienst unterbrochen, 1942 fielen zahlreiche Arbeiten der Bombardierung Berlins zum Opfer. Als franz. Kriegsgefangener wurde M. 1946 als Kunsterzieher an die Schule Birklehof in Hinterzarten beurlaubt. Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft konnte er dort 1947 wieder eine eigene Werkstatt einrichten. 1952 wurde er als Leiter der Klasse für Gold- und Silberschmiede an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, 1954 zum Professor ernannt. Hier prägte er eine ganze Generation deutscher Silberschmiede, darunter Annette und Christoph Diemer, Wilfried Moll und Christina Weck. Nach seiner Emeritierung übersiedelte M. 1969 nach Würzburg. In den letzten Lebensjahren entwarf er Steingefäße, die in Idar-Oberstein ausgeführt wurden.

    Mit äußerster Präzision hat M. in Abkehr von der Ornamentfreude des Jugendstils und der 20er Jahre strenge, schmucklose Formen geschaffen, die auch auf das Zurschaustellen der Handarbeit durch sichtbare Werkspuren verzichten. Seine silbernen Gefäße weisen eine makellose Oberfläche auf und leben von der Ausgewogenheit und Spannung der Form. Dunkle Hölzer als Griffe oder Unterlagen unterstreichen gelegentlich kontrastierend den hellen Glanz des Metalls. Die gleiche klare Formensprache kennzeichnet auch M.s Schmuckstücke, die vor allem während seiner Nürnberger Zeit, oft unter Assistenz seiner Studenten, entstanden. Dabei bevorzugte er meist großflächig facettierte und farbenprächtige Steine in strenger Anordnung.|

  • Auszeichnungen

    Bronzemedaille d. 10. Triennale Milano (1954); Korr. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Schönen Künste (1976).

  • Werke

    Weitere W Kelch mit Patene (St. Francis' Church, Clifton, Nottingham);
    Tabernakel (Marienkapelle d. Weltfriedenskirche, Hiroshima);
    Abendmahlsgerät (Ev. Christuskirche, Karlsruhe);
    Siebenarmiger Leuchter (Dom, Würzburg);
    Schale z. 90. Geb.tag v. P. Thiersch, 1969. – In Museen: Staatl. Museen Preuß. Kulturbes., Kunstgewerbemus., Berlin;
    Mus. f. Kunst u. Gewerbe, Hamburg;
    Bad. Landesmus., Karlsruhe;
    Mus. f. angew. Kunst, Köln;
    Neue Slg., München;
    Metropolitan Mus., Mus. of Modern Art, New York;
    German. Nat.mus., Nürnberg;
    Schrr.:
    Liturg. Gerät, in: Kirche u. Kunst 38, 1960, S. 2-8;
    A. M. u. seine Schule, Ausst.kat. München 1961, S. 5 ff.;
    Essays zur Kunst, ausgew. v. A. M., Privatdrucke, 1966-77. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: German. Nat.mus., Nürnberg.

  • Literatur

    Schmuck u. Gerät 1959-1984, Ausst.kat. München 1984;
    A. B. Chadour u. R. Joppien, Schmuck, 1985, I, S. 151, Nr. 37, II, S. 294 ff. (ältere L);
    H. Bühl u. B. Moritz (Hrsg.), A. M., o. J. (1986, L, P);
    Ch. Weber, Schmuck d. 20er u. 30er Jahre in Dtld., 1989, S. 262;
    W. Nauhaus, Die Burg Giebichenstein, 21992, S. 31;
    K. Schneider, Burg Giebichenstein, 1992, I, S. 270 f., II, S. 242, Nr. 174.1;
    Burg Giebichenstein, Ausst.kat. Halle/Karlsruhe, 1993, S. 175, Nr. 142, S. 528;
    Vollmer.

  • Autor/in

    Peter Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Peter, "Moritz, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 147-148 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820923.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA