Lebensdaten
1785 bis 1836
Geburtsort
Freinsheim bei Frankenthal (Pfalz)
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Pharmazeut
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118800132 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geiger, Philipp Lorenz
  • Geiger, Phil. Lorenz
  • Geiger, Philipp L.
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Geiger, Philipp Lorenz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118800132.html [21.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes (1752–1816), Pfarrer in Mittelscheflenz u. Dekan v. Mosbach, S d. Andreas, kurpfälz. Dragoner-Hoboist, u. d. Anna Marg. Bleß;
    M Louise ( 1824), T d. Ludw. Adam Hecht (1713–57) u. d. Luise Kath. Glöckner;
    1) 1811 Anna Barbara (1769–1824), Wwe d. Stadtapothekers Christoph Gottfr. Sachs in Karlsruhe, T d. Handelsmanns Michael Folz in Roth/Rhein u. d. Franziska Müller, 2) Heidelberg 1826 Auguste Ernestine (1794–1859), T d. Dekans u. Sladtpfarrers Frdr. Rinck in Emmendingen u. d. Sophia Maler; 1. Ehe kinderlos;
    2 Stief-K;
    2 S, 4 T aus 2), u. a. Friedrich (1833–89), Mündel v. J. Liebig, Bes. d. Goldenen Apotheke in Basel;
    N d. 2. Frau Eduard Riehm (1830–88), Prof. d. Theol. in Halle (s. ADB 30);
    E Hermann (1870–1962) u. Paul (1874–1943), Bes. d. Goldenen Apotheke in Basel, Gründer u. Inhaber d. pharmazeut. Firmen Gaba AG (1918/19) u. Wybert GmbH (1921), Ludwig (* 1882), Geophysiker.

  • Leben

    G. wurde mit kaum 14 Jahren Apothekerlehrling in Adelsheim. Seine praktische Ausbildung setzte er in Heidelberg fort, war Gehilfe beziehungsweise Provisor (Pharmazeutisches Examen in Karlsruhe 1807) in Heidelberg, Rastatt, Karlsruhe (bis 1811), Besitzer der Apotheke in Lörrach und von 1814-21 Inhaber der Universitätsapotheke in Heidelberg. Seit 1816 hielt er in ihr Privatvorlesungen über Botanik, Pharmakognosie und pharmazeutische Chemie, promovierte 1817 zum Dr. phil., habilitierte sich 1818 und wurde 1824 vom Landesherrn gegen den Willen der Universität und seines Gegners Leopold Gmelin, des einflußreichen Ordinarius der Chemie, zum außerordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät (Besoldung aber erst seit 1826) ernannt. 1828 wurde er doctor medicinae honoris causa von Marburg. Er war auch Apothekenvisitator. Erst 50 Jahre alt starb er, ohne einen ordentlichen Lehrstuhl der Pharmazie erlangt zu haben.

    G. gehörte zu den Forschern im Apothekerstande, die trotz eigener dürftiger Schulbildung und ohne reguläres Studium zu Anfang des 19. Jahrhunderts doch durch ihre Lehrtätigkeit und durch die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit der Pharmazie ihren Platz an der Hochschule zäh erkämpften und dadurch die Pharmazie allen Widerständen zum Trotz als wissenschaftliches Fach begründeten. Diesem Ziel diente auch sein umfassendes „Handbuch der Pharmazie“ (1824/29, 5. Auflage von Liebig bearbeitet). In seinem „Magazin für Pharmazie“, das (unter Liebigs, Rudolph Brandes’ und J. B. Trommsdorffs Mitarbeit) 1832 in die „Annalen der Pharmacie“, 1840 in die „Annalen der Chemie und Pharmacie“ und 1874 die (noch jetzt erscheinenden) „Annalen der Chemie“ überging, schuf er der Pharmazie die wichtige Möglichkeit zur Publikation wissenschaftlicher Arbeiten. – G.s Arbeiten betreffen alle Bereiche der Pharmazie. Er hat sich dabei auch um eine dem Wissensstande seiner Zeit angepaßte neue Pharmacopoea Badensis als „Universalpharmakopöe“ (1836-45) bemüht, die nach seinem Tode von Friedrich Mohr vollendet wurde. Von bleibender Bedeutung für die weitere Entwicklung der damals noch in den Anfängen steckenden Alkaloidchemie sind aber seine grundlegenden phytochemischen Untersuchungen, die 1831 zur erstmaligen Isolierung chemisch reinen Coniins und 1833 (gemeinsam mit Hesse) zur Isolierung und chemischen Charakterisierung des Atropins, Aconitins, Colchicins und Hyoscyamins führten.

  • Werke

    Weitere W u. a. Hdb. d. Pharmacie, 2 Bde., 1824/29, 4I 1832/33, 5I neu bearb. v. J. Liebig, 1837–42, 2II neu bearb. v. Th. F. L. Nees v. Esenbeck, J. H. Dierbach u. C. Marquart, 1837-43.

  • Literatur

    Buchner, in: Rep. f. d. Pharmacie, hrsg. v. A. Buchner, 54, 1835, S. 388-92;
    J. H. Dierbach, in: Ann. d. Pharmacie 18, 1836, S. 113-34 (W, Verz. v. ca. 85 Publ.);
    L. F. Bley, in: Archiv d. Pharmacie 79, 1842, S. 129-40 (W);
    G. Urdang, Ph. L. G., Die ak. Laufbahn e. Heidelberger Prof. d. Pharmazie, in: Pharmazeut. Ztg. 74, 1929, S. 1154-58 (P);
    P. Geiger [E] u. Th. Nordmann, Die Goldene Apotheke in Basel, 1931 (P);
    O. Zekert, Berühmte Apotheker, 1955, S. 129 f. (L, P);
    W. Schneider, Ph. L. G. u. d. Entdeckung d. Coniins, in: Die pharmazeut. Industrie 18, 1956, S. 389-91 (L, P);
    Pogg. I;
    Ferchl.

  • Portraits

    P Ölgem. v. Roux, um 1830, Abb. in: P. Geiger u. Th. Nordmann (s. L).

  • Autor/in

    Georg Edmund Dann
  • Empfohlene Zitierweise

    Dann, Georg Edmund, "Geiger, Philipp Lorenz" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 147 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118800132.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA