Lebensdaten
1866 bis 1961
Geburtsort
Tschirma bei Reuss (Thüringen)
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Ozeanograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118795406 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schott, Paul Gerhard
  • Schott, Gerhard
  • Schott, Paul Gerhard
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Zitierweise

Schott, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795406.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1826–90), Kirchschullehrer in T., S d. Friedrich (1788–1862);
    M Margarethe (1839–1907), T d. Volkmar Resch, Pastor in T.;
    Gut Meseritz b. Schivelbein (Hinterpommern) 1898 Gertrud (1874–1940), T d. August Tietz (1845–1923), Rittergutsbes.;
    1 S Wolfgang (1905–89), Meeresgeologe, 1958-72 Dir. d. Bundesanstalt f. Bodenforsch., Hannover, 1965-72 Hon.prof. in Göttingen (s. Pogg. VII a, VIII).

  • Leben

    Nach Besuch der Dorfschule und des Gymnasiums in Greiz studierte S. 1885-89 in Jena und Berlin Geographie und Geschichte für das Höhere Lehramt. In Jena verkehrte er im Haus von Ernst Abbe (1840–1905), der 1884 mit dem Chemiker Otto Schott (1851–1935) und Carl Zeiss (1816–88) das Jenaer Glaswerk gegründet hatte. Dort lernte er bedeutende Naturwissenschaftler (u. a. Hermann v. Helmholtz) und Politiker (u. a. August Bebel) kennen. Sein Studium beendete er 1889 in Berlin mit dem Staatsexamen. 1891 erfolgte seine Promotion bei Ferdinand v. Richthofen (1833–1906) zum Thema „Oberflächen-Temperaturen und Strömungen der Ostasiat. Gewässer“ (in: Archiv d. Dt. Seewarte 14, 1891). Dank eines einjährigen Reisestipendiums des preuß. Kultusministeriums und der Bremer Reederei R. C. Rickmers konnte er nun auch eigene Messungen auf Handelsschiffen vornehmen.

    1894 trat S. als wiss. Hilfsarbeiter in die Dt. Seewarte in Hamburg ein. Im selben Jahr beschrieb er den aktuellen Stand der Meereskunde und im Folgejahr die Entwicklung der Ozeanographie in den vergangenen zehn Jahren. Auf Grund solcher Veröffentlichungen wurde er von Carl Chun (1852–1914) eingeladen, als Ozeanograph an der „Dt. Tiefsee-Expedition“ von 1898/99 teilzunehmen. Seine dabei gewonnenen Meßergebnisse und deren Auswertung wurden 1902 publiziert (Wiss. Ergebnisse d. dt. Tiefsee-Expedition auf d. Dampfer „Valdivia“ 1898/99, I, Ozeanogr. u. maritime Meteorol.). Nach der Veröffentlichung seiner „Geographie des Atlantischen Ozeans“ (1912, 31942, Nachdr. 1944) wurde 1912 in der Seewarte für ihn eine eigene Abteilung für Ozeanographie eingerichtet. In den folgenden Jahren widmete S. sich der Vorbereitung seiner „Geographie des Indischen und Stillen Ozeans“ (1935), mit der er ein Gesamtbild des Weltozeans vorlegte, das in seiner Zeit ohne Beispiel war. Bereits mit Beginn seiner Tätigkeit in Hamburg beteiligte S. sich am Allgemeinen Vorlesungswesen der Hansestadt, einer der Wurzeln, aus denen 1921 die Univ. Hamburg hervorging, an der er im selben Jahr eine Honorarprofessur erhielt. Der für ihn vorgesehene Lehrstuhl für Meereskunde konnte allerdings erst 1937 eingerichtet und mit Bruno Schulz (1888–1944), seinem Amtsnachfolger an der Seewarte, besetzt werden. S. war der international bekannteste dt. Meereskundler seinerzeit.

  • Auszeichnungen

    Oberreg.rat (1920); korr. bzw. Ehrenmitgl. zahlr. wiss. Ges., u. a. d. Geogr. Ges. Amsterdam (1923), d. Geogr. Ges. Leningrad (1925), d. Kgl. Ital. Geogr.|Ges. (1930), d. Geogr. Ges. in Jena u. Lübeck (1932), d. brit. Challenger Soc. for the promotion of oceanography (1937), d. Geogr. Ges. in New York (1939); Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Göttingen (1925), d. Leopoldina (1926) u. d. Dt. Wiss. Komm. f. Meeresforsch. (1932); Karl Ritter Medaille in Silber d. Ges. f. Erdkunde Berlin (1903); Silber-Medaille d. Ozeanogr. Inst. Monaco (1911); Seewarten Medaille in Silber d. Seewarte Hamburg (1912); Goldene Neumeier-Medaille (1936).

  • Werke

    Weitere W Der gegenwärtige Stand d. Meereskunde, in: Globus 64, 1893, S. 277-81;
    Die Ozeanogr. in d. letzten zehn J., in: Geogr. Zs. 1, 1895, S. 334-45, 397-409;
    Phys. Meereskunde, 1903, 31924;
    Die Wasserbewegungen im Gebiet der Gibraltarstraße, in: Journal du Conseil III, 1928, S. 139-75;
    The Humboldt Current in Relation to Land and Sea Conditions on the Peruvian Coast, in: Quarterly Journal of the Geographica! Association 17, 1932, S. 87-98;
    Die Aufteilung d. drei Ozeane in natürl. Regionen, in: Petermanns Geogr. Mitt. 82, 1936, S. 165-70 u. 218-22.

  • Literatur

    P. E. James, in: Geographical Review 26, 1936, S. 664-69;
    B. Schulz, in: Ann. d. Hydrogr. u. Maritimen Meteorol. 64, 1936, S. 329-35 (W-Verz.);
    E. Banse, Lex. d. Geogr. II, 1933, S. 457 (W-Verz.);
    W. Herrmann, in: Thür. Heimatkal. 1967, S. 90;
    K. Keil, Hdwb. d. Meteorol., 1950, S. 459;
    W. Lenz, in: Mitt. d. Dt. Ges. f. Meeresforsch. 1986, H. 1, S. 19-22 (P);
    Pogg. IV-VIII;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1950;
    Berühmte Vogtländer I (P).

  • Autor/in

    Walter Lenz
  • Empfohlene Zitierweise

    Lenz, Walter, "Schott, Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 493-494 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795406.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA