Lebensdaten
1868 – 1949
Geburtsort
Beerfelden (Odenwald)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Theaterleiter ; Theaterkritiker ; Kunstkritiker ; Dramatiker ; Autorenlesung
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 118693980 | OGND | VIAF: 37710571
Namensvarianten
  • Fuchs, Johann Georg Peter
  • Fuchs, Georg
  • Fuchs, Johann Georg Peter
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Zitierweise

Fuchs, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693980.html [26.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    Aus altem Pfarrergeschl.;
    V Georg (1840–1907), Pfarrer u. Schriftsteller (Theol., soz. Gebiete), S d. Pfarrers Joh. Gg. u. d. Maria Dor. Anheisser;
    M Lonny (1840–1921), T d. Oberstleutnants Peter Hauss u. d. Christine Kath. Keim;
    B Emil (* 1874), Prof. d. Theol. in Leipzig, Führer d. rel. Sozialisten, Ludwig (* 1876), Architekt u. Kunstschriftsteller in M.;
    Darmstadt 1901 Therese (1861–1935), verw. Hoby, T d. Wilh. Uhrig, Altphilol., Konrektor in Darmstadt, u. d. Sophie Gebhard;
    1 T Lonny Ursula (⚭ Bernh. Wolff, * 1886, Ministerialdir. im Bundesfinanzmin.);
    N (S d. Emil) Klaus (* 1911), Atomwissenschaftler.

  • Biographie

    Seit dem Besuch des Darmstädter Gymnasiums war F. mit seinen Mitschülern Stefan George und Karl Wolfskehl befreundet. Er studierte in Gießen und Leipzig Neuere Philologie und Geschichte und ging November 1891 als freier Schriftsteller nach München (Redakteur der „Kunstchronik“). 1896 von Alexander Koch als Schriftleiter der ab 1897 erscheinenden Zeitschrift „Deutsche Kunst und Dekoration“ nach Darmstadt berufen, nahm er teil an der Gestaltung der Darmstädter Künstlerkolonie, deren Programm er schon 1892 in einem Flugblatt zum Regierungswechsel im Großherzogtum Hessen vorweggenommen hatte; seine Ausstellung „Ein Dokument deutscher Künstler“ (1901) erregte Aufsehen. 1904 kam er wieder nach München und gab dort dem künstlerischen Leben, besonders Ausstellungen und Theater, in den folgenden Jahren starke Impulse: als Kunstredakteur der „Münchner Neuesten Nachrichten“ (1904-07), künstlerischer Berater des Oberbürgermeisters und Initiator des Münchner Künstlertheaters. Als dessen Leiter (1908–14) und als Schriftsteller setzte er sich programmatisch für einen neuen, an der antiken Bühne orientierten Aufführungsstil mit einfachen Szenen und intensivem, natürlichem Spiel ein und propagierte den Gedanken des Massentheaters („Volksfestspiele“ 1910 und 1911: Aufführungen zusammen mit Max Reinhardt für mehrere tausend Zuschauer). Er belebte auch das Passionsschauspiel in Bayern neu und schrieb dafür ein Drama „Christus“ (1916). – Seit 1922 nahm F. an separatistischen Bestrebungen in Bayern teil und verhandelte mit dem französischen Agenten A. X. Richert. Am 9.7.1923 wurde er durch den Volksgerichtshof wegen Hochverrat zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, aber 1927 begnadigt. Nach seiner Haft schrieb er ein aufklärendes Buch „Wir Zuchthäusler“ (1931, holländische Übersetzung), das zur Neuregelung des Strafvollzugswesens beitragen sollte. – F. literarische Leistung ist noch nicht zu übersehen. Neben Veröffentlichungen über Kunst und Theater stehen eine Reihe von eigenen Dramen und, vom Verfasser als seine wesentlichsten Werke bezeichnet, unveröffentlichte Prosa und Lyrik aus späterer Zeit (im Nachlaß). – Professor-Titel (1912).

  • Werke

    Weitere W u. a. Von d. stilist. Neubelebung d. Schaubühne, 1891;
    Was erwarten d. Hessen v. ihrem Großhzg. Ernst Ludwig? - Von e. ehrlichen, aber nicht blinden Hessen, [1892] (anonym, Flugbl);
    Das Werk d. Malers Heinz Heim, 1896;
    Melchior Lechter, in: Dt. Kunst u. Dekoration I, 1897/98, S. 161-92, XIII, 1903/04, S. 22-27;
    Monogr. aus d. letzten Lebensjahren über dens. (Ms. beim Verlag J. Asmus, Stuttgart);
    Ghzg. Ernst Ludwig u. d. Ausstellung d. Künstler-Kolonie in Darmstadt, 1901;
    Die Schaubühne d. Zukunft, 1905;
    Till Eulenspiegel, 1905 (Komödie);
    Manfred, 1905| (Tragödie);
    Hyperion, 1905 (Tragödie);
    Wilh. Trübner u. s. Werk, 1908;
    Das Münchner Künstlertheater, 1908;
    Die Revolution d. Theaters, Ergebnisse d. Münchner Künstlertheaters, 1909 (mehrere Überss.);
    Die Sezession in d. dramat. Kunst u. d. Volksfestspiel, 1911;
    Das Passionsspiel u. s. Wiedergeburt im Weltkriege, 1916;
    Die neue Welt, Unsere Rettung, 1929 (unter Ps. Anselmus);
    Sturm u. Drang in München um d. Jh.-wende, 1936. – Hrsg.: Dramat. Werke v. E. E. Niebergall, 1894. – Bühnenbearbeitungen. – Regiebücher (München, Theatermus.). – Nachlaß im Bes. d. T L. U. Wolff, Homburg v. d. H.

  • Literatur

    Bayerisch-Deutsch od. Bayerisch-Französisch, Der Hochverratsprozeß gegen F. u. Genossen, 1923;
    K. Frank u. H. Neumann, Die vaterländ. Mörder, Das Ergebnis d. Münchner Hochverratsprozesses, 1923;
    Ricarda Huch, Hinter Zuchthausmauern, in: Münchner Neueste Nachrr. v. 10. u. 11.4.1931;
    H. Rasp, G. F., in: Vom Geist e. Stadt, e. Darmstädter Lesebuch, hrsg. v. H.-W. Sabais, 1956, S. 300 ff.;
    Brümmer;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    Kosch, Theater-Lex.

  • Porträts

    Jugendbildnis (Rötelzeichnung) im Bes. d. B Ludwig in München;
    Phot. (ebd., Theatermus.).

  • Autor/in

    Luise Kampffmeyer
  • Zitierweise

    Kampffmeyer, Luise, "Fuchs, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 678-679 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693980.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA