Lebensdaten
1710 bis 1759
Geburtsort
Wittenberg
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Geschichtstheoretiker ; Philosoph ; Philologe ; lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11867594X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Chladni, Johann M.
  • Chladenius, Johann Martin
  • Chladenius, Johannes Martinus
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Chladni, Johann Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11867594X.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Martin (1669–1725), Prof. der Theol. in Wittemberg, S des Georg (1637–92), luth. Geistlicher, 1673 aus Ungarn vertrieben, dann Pfarrer in Hauswalde;
    M |Charitas (1675–1743), T des ev. Theol. Justus Siber (1628-1695 [s.ADB XXXIV]), Schw des ev. Theol. Urban Gottfr. Siber ( 1741), der Chladnis Vorgänger in dem Lehramt in Leipzig war (s. ADB XXXIV);
    B Justus Gg. (1701–65), Jurist (s. ADB IV), Ernst Martin ( 1782, s. Genealogie 1);
    N Karl Gottfr. Theodor (1759–1837), Jurist (s. ADB IV), Ernst Florenz Frdr. s. (1); ledig.

  • Leben

    Chladni studierte am Gymnasium illustre in Coburg und an der Universität Wittenberg, lehrte dort und in Leipzig, wo er 1742 außerordentlicher Professor für „Kirchenaltertümer“ wurde; 1744 zum Leiter des Gymnasiums in Coburg bestellt, wurde er 1747 als ordentlicher Professor für Theologie, Eloquenz und Dichtkunst nach Erlangen berufen, wo er auch den Doktortitel für Theologie erhielt. Seinen eigentlichen Fächern nach nicht Historiker, sondern Theologe, Philologe und Philosoph, machte er sich jedoch einen Namen durch seine philosophisch fundierte, pragmatisch-lehrhafte Geschichtstheorie, wobei er lutherische Orthodoxie mit dem Wolffschen Rationalismus und mit Empirismus zu verbinden suchte. Originell und über seine Zeit hinausweisend ist er mit seiner an die Geschichtsquellen anzulegenden hermeneutischen Methode. Gegen den historischen Pyrrhonismus auftretend, führte er den Begriff der „Sehepunkte“ ein, von denen aus nur relativ die historische Wirklichkeit erfaßt werden kann.

  • Werke

    u. a. Einl. z. richtigen Auslegung vernünft. Reden u. Schrr., Leipzig 1742;
    Kleine Slg. v. Betrachtungen, Erlangen 1749 (P);
    Nova philosophia difinitiva, Leipzig 1750 (P);
    Allg. Gesch.wiss.. ebenda 1752.

  • Literatur

    E. Bernheim, Lehrb. d. hist. Methode u. d. Gesch.philos., 5/61908, S. 233;
    Hans Müller, J. M. C. (1710–1759), Ein Btr. z. Gesch. d. Geisteswiss., bes. d. hist. Methodik, 1917, = Hist. Stud., H. 134 (vollst. W-Verz.);
    J. Wach, Das Verstehen, Grundzüge einer Gesch. d. hermeneut. Theorie im 19. Jh. III, 1926, S. 23 ff.;
    R. Unger, Zur Entwicklung d. hist. Objektivität bis Hegel, in: Ges. Stud. I, 1929, S. 95 f.;
    H. v. Srbik, Geist u. Gesch. vom dt. Humanismus bis z. Gegenwart I, 1950, S. 100 f.

  • Portraits

    Stiche v. G. P. Nusbiegel nach C. Leinberger 1759 u. Sysang nach A. E. Becholdt 1748 (München, Graph. Slg.).

  • Autor/in

    Anna Coreth
  • Empfohlene Zitierweise

    Coreth, Anna, "Chladni, Johann Martin" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 206-207 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11867594X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA