Lebensdaten
1685 bis 1755
Geburtsort
Ingolstadt
Sterbeort
auf der Reise nach Drachenfels
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 104338695 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Chlingensperg auf Berg, Hermann Anton Maria von
  • Chlingensberg, Anton
  • Klingensberg, Anton
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Zitierweise

Chlingensperg auf Berg, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104338695.html [25.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    Der Fam. gehört auch an der Regierungspräsident für Niederbayern (1923–29) Friedrich (1860–1944), er zeichnete sich u. a. als Forscher zur Gesch. des bayerischen Adels aus, seine Haltung als Regierungsdirektor u. später als Regierungspräsident in Speyer (bis zu seiner Ausweisung am 23.1.1923) ist es mit zu verdanken, daß die Versuche scheiterten, die Pfalz vom Reich u. Bayern zu lösen.
    V Christoph v. Chlingensperg auf Berg (seit 1693, 1651-1720), Dr. jur. utr., Prof. der Institutionen u. des öffentlichen Rechts, Hofrat u. Dir. des kurfürstlichen Ratskollegiums in Ingolstadt (s. ADB IV), S des Bgm. zu Frontenhausen (Niederbayern) u. Bäckermeisters Urban Khlingensperger am Khlingensperg u. der Eva Wibmer;
    M Florentina (1661–1733), T des Landshuter Kaufm. u. Bgm. Martin v. Freinhueber auf Dornwang ( 1662) u. der Kath. Sedlmair ( 1687);
    B Martin Gottlieb (1704–68), kurfürstlich geistlicher Hofrat in München, Bernh. Lorenz, kurfürstlicher Hofkämmerer u. Lehenssekretär in München, Schw Maria Anna ( Joh. Baptist Bakdasar Frhr. v. Aretin [s. NDB I* ]);
    1) Ingolstadt 1711 Maria Theresia, T des Phil. Karl Frhr. Gugler v. u. zu Zeilhofen auf Pichl, Regierungsrat u. Truchseß zu München, u. der Anna Margarethe v. Rehlingen, 2) ebenda 1727 Maria Franziska Joh., T des Paul Scheibl v. Thurnstein u. Postmünster;
    5 K u. a. Ant. (1712–40), Dr. jur., Prof. der Rechte in Ingolstadt, Christoph Jak. (1713–59), Dr. theol., Geh. Geistlicher Rat.

  • Leben

    Der bedeutendste aus der bekannten Ingolstädter Juristen-„Dynastie“ wurde in seiner Geburtsstadt 1707 Doktor und außerordentlicher Professor der Rechte (Juris Patrii, Feudalis et Praxeos professor), 1708 Ordinarius. Siebenmal bekleidete er das Rektorat der Landesuniversität. Er amtierte ebenfalls als kurbayerischer und -pfälzischer Rat und Truchseß sowie als Pfleger (praefectus) in Stammham und Oetting. Am 22.8.1746 übertrug ihm Kurfürst Maximilian III. Joseph (1745–77) die neugeschaffene Professur für Bayerisches Recht in Ingolstadt, womit das bayerische Provinzialrecht als Lehrfach (nova sparta) überhaupt erst in den akademischen Rechtsunterricht eingeführt wurde. Während sein Vater mehr durch Konsilien (Rechtsgutachten) und Lehrbücher hervortrat, gründet sich sein eigener wissenschaftlicher Ruf vornehmlich auf seine fruchtbare literarische Tätigkeit im Bereiche des einheimischen Rechts. Schriftstellerisch behandelte er die Wesensunterschiede zwischen dem Bayerischen Landrecht und dem Gemeinen (Zivil-)Recht, charakterisierte und deutete den „Summarischen Prozeß“ als beschleunigtes Verfahren im Gegensatz zum zeitraubenden ordentlichen Prozeß. Seine monographische Behandlung des Hofmarkrechtes, die er dem Kurfürst Karl Albrecht widmete, erörtert unter anderem Fragen des Adels und der Ritterschaft in Bayern, Jurisdiktionsprobleme, die sogenannte „Edelmannsfreiheit“ von 1557 mit allen sich ergebenden Rechtsfolgen und illustriert die gewonnenen Ergebnisse durch zahlreiche urkundliche Beigaben. Seine gründlich fundierten Werke stellen noch heute zuverlässige Quellenzeugnisse, Fundgruben und brauchbare Hilfsmittel zur Erforschung der alten bayerischen Rechtsverhältnisse dar. Er selbst darf als ein Bahnbrecher der bayerischen Rechtsgeschichte und älterer juristischer Fachgenosse des großen bayerischen Gesetzgebers W. X. A. Freiherr von Kreittmayr gelten.

  • Werke

    u. a. Differentiae potissimae inter jus Bavaricum, Land-Recht, et Jus commune civile, Ingolstadt 1718, 21751;
    Tractatus juridicus de Hoffmarchiali jure in Bavaria, v. der Hoffmarchs-Herrn in Bayrn, Nider-Gerichtsbahrkeit, ebenda 21731;
    Consilia et responsa civilia, ebenda 1734;
    Cons. et resp. criminalia, ebenda 1738;
    Collegia juris patrii super processu summario Bavarico et Palatino …, ebenda 1751.

  • Literatur

    ADB IV (L);
    Stintzing-Landsberg III/1, Text S. 163, Noten S. 107 (auch f. V Christoph);
    E. Rosenthal, Gesch. d. Gerichtswesens u. d. Verwaltungsorganisation Baierns II, 1906;
    M. Doeberl, Entwicklungsgesch. Bayerns II, 1912, S. 225;
    F. v. Chlingensberg, Die Mülhaimer-Tättenpeck, Khaindl-Khlingensperger, in: Verhh. d. hist. Ver. f. Ndb. 65, 1932;
    H. Rall, Kurbayern in d. letzten Epoche d. alten Reichsvfg., 1952;
    GHdA Bayern, 1950.

  • Portraits

    anonymer Stich (Bibl. nat. Paris).

  • Autor

    Friedrich Merzbacher
  • Empfohlene Zitierweise

    Merzbacher, Friedrich, "Chlingensperg auf Berg, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 207 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104338695.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Chlingensberg: Hermann Anton Maria v. Ch. (Chlingensperger), Herr auf Schönhofen und Drachenfels, Rechtsgelehrter, ein Sohn des Juristen Christoph v. Ch., geb. 7. (nicht 12.) April 1685 in Ingolstadt, 27. Febr. 1755 auf der Reise nach Drachenfels. Er wurde in seiner Vaterstadt 1707 Doctor und außerordentlicher, 1708 ordentlicher Professor der Rechte, verwaltete sieben Mal das Rectorat der Universität und war kurbairischer, sowie kurpfälzischer Rath und Truchseß, auch, wie sein Vater, Pfleger in Stammham und Oetting. 1728 wurde er nebst Descendenten geadelt. Seine wichtigsten Schriften sind: "Differentiae inter jus Bavaricum et jus commune civile", 1718, 2. Ausg. 1751; "Tractatus juridicus de hoffmarchiali jure", 2. Ausg. 1731; "Consiliorum et responsorum civilium Tom. I, II", 1734, Fol.; "Consiliorum et responsorum criminalium Tom. I, II", 1738, Fol.; "Collegia juris patrii super processu summario Bavarico et Palatino", 1751. Sein Sohn, Joseph Anton, wurde 1736 ordentlicher Professor, starb jedoch schon 1740.

    • Literatur

      Weidlich, Gesch. der jetztlebd. Rechtsgel. I, 135. Meusel, Lexikon. Mederer, Annales Ingolstadiensis Academiae III, 117, 118, 121 s., 135, 162, 180, 181, 199, 214, 230, 257, besonders 260 ss. Baader, Das gel. Baiern I, 192 ff. Prantl, Gesch. d. Ludwig-Maximilians-Univ., I, 492, 526 f., 545, 591 (mit 528). II, 507.

  • Autor

    Stffh.
  • Empfohlene Zitierweise

    Steffenhagen, "Chlingensperg auf Berg, Anton" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 127 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104338695.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA