Lebensdaten
1870 bis 1948
Geburtsort
Gerolzhofen (Unterfranken)
Sterbeort
Stabio (Schweiz)
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11852478X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Derleth, Ludwig
  • Derleth, Ludwig Benjamin

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Zitierweise

Derleth, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852478X.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh., Jurist;
    M Maria Strobel;
    Cristina, T des Cristiano Ulrich u. der Maria Baartz.

  • Leben

    D. verbrachte seine Jugend in Münnerstadt und Nürnberg, studierte dann Literatur, später auch Psychiatrie in München, wo er lange Jahre lebte. Nach längeren Aufenthalten in Paris und Rom, ließ er sich in Perchtoldsdorf bei Wien nieder. Von 1935 bis zu seinem Tode lebte er zurückgezogen in San Pietro di Stabio.

    In seinen Anfängen gehörte er zum Stefan-George-Kreis, von dem er sich später ganz löste. In den „Blättern für die Kunst“, an denen D. mitarbeitete, ebenso wie am „Pan“, bezeichnete ihn George als „unerbittlichen Verlanger“, als „eine Imperatoren-Natur auf dem Boden der christlichen Welt“. Thomas Mann schildert ihn ironisch in der Novelle „Beim Propheten“. Durchdrungen von tiefem religiösen Ernst und pessimistischer Zeitkritik, setzte er sich immer wieder mit Glaubensfragen auseinander. Sein erstes Werk, „Proklamationen“, ist ein „seltsames Gemisch von Prophetie und kriegerischem Manifest“ (K. Muth). Er sieht darin Christus als Imperator maximus, will das Christentum innerhalb der Christenheit verbreiten. - In seinem Hauptwerk, „Der Fränkische Koran“ (1933), versucht D. in 15 000 Versen eine umfassende Verkündigung seiner Welt- und Menschenauffassung. Gläubige Inbrunst und religiöser Eifer trieben ihn immer wieder zu starker Polemik gegen die katholische Kirche, in der er gleichwohl fest wurzelte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Proklamationen, 1904 (veröff. 1919);
    Die Lebensalter (Auszug a. d. Fränk. Koran), 1937;
    Seraphinische Hochzeit, 1939;
    Der Tod d. Thanatos, 1946.

  • Literatur

    F. Wolters, Stefan George u. d. Bll. f. d. Kunst, 1930;
    K. Muth, L. D., in: Hochland, 31. Jg., II. Bd., April-Sept. 1934, S. 176-79;
    P. van der Meer de Walcheren, Heimweh nach Gott, 1937;
    W. v. d. Steinen, Genies d'un autre monde, in: Suisse Contemporaine Nr. 9, 1942;
    H. Crossrieder, Zur Dichtung L. D.s. in: Schweizer Rdsch., Mai, Einsiedeln 1944;
    Chr. Derleth, Über d. Tod d. Thanatos v. L. D., in: Wort u. Wahrheit 2, 1946;
    F. v. Dauber, L. D., der Dichter u. sein Werk, Diss. Wien 1946 (W, L);
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
    E. Alker, Gesch. d. dt. Lit. II, 1950, S. 463 f.;
    K. A. Kutzbach, Autorenlex. d. XX. Jh., 1952, S. 31 (W, L).

  • Autor/in

    Helmut Motekat
  • Empfohlene Zitierweise

    Motekat, Helmut, "Derleth, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 606 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852478X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA