Lebensdaten
1865 bis 1910
Geburtsort
Grünberg (Niederschlesien)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118510762 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bierbaum, Otto Julius
  • Bierbaum, Julius Otto
  • Bierbaum, O. J.
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Zitierweise

Bierbaum, Otto Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118510762.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto, Konditor und Gastwirt, aus Freystadt (Schlesien), später in Dresden und Leipzig, Herausgeber eines Konditor-Lexikons, S des Carl Adolph, Bäckermeister, und der Ernestine Sophie Christ. Decker;
    M Henriette, T des Bergmanns und Gutsauszüglers Siegert aus Landwirtsfamilie;
    1) Gusti, Lehrerstochter aus Dießen/Ammersee, 2) 1901 Gemma Pruneti-Lotti aus Fiesole bei Florenz.

  • Leben

    B. wuchs in Dresden und Leipzig auf und studierte in Zürich, Leipzig, München und Berlin Jura und Philologie. In Berlin trieb er am Seminar für orientalische Sprachen zwei Jahre Chinesisch, um sich für den Konsulardienst vorzubereiten. 1887, kurz vor dem Abschlußexamen, mußte er das Studium wegen Bankerotts des Vaters aufgeben und wurde Journalist in München. B. schaffte sich in wenigen Jahren einen Namen als Feuilletonist und Kunstschriftsteller, bald auch, nach Erscheinen zweier Gedichtbände (1892 und 1894), als Lyriker. Die „Studentenbeichten“ (1892) machten ihn weithin bekannt. Er lebte zunächst in München und Oberbayern, später in Berlin (Redakteur der „Freien Bühne“, Mitbegründer des „Pan“ 1895), dann in Italien und Südtirol. 1899 war er bei der Gründung der „Insel“ und des gleichnamigen Verlages beteiligt. Nach kurzer Redakteurtätigkeit in Wien („Die Zeit“) wohnte er 1900 bis 1909 wieder in München; im Herbst 1909 ging er nach Dresden. B. war in allen Dichtungsgattungen sehr produktiv, ohne Bleibendes zu schaffen (erwähnenswert sein „Irrgarten der Liebe“, 1901, und aus kulturhistorischen Gründen die Romane „Stilpe“, 1897, und „Prinz Kuckuck“, 1906/07). Echtere Nachwirkung (neben Anregungen für ein künstlerisches Kabarett - „Überbrettl“) erzielte er als Reformator der deutschchen Buchkunst (Herausgeber vorbildlicher Almanache, Kalender, Buch- und Einzeldrucke, Zeitschriften). Die künstlerische Hebung des deutschen Buchgewerbes ist seinem Wirken mitzuverdanken.

  • Werke

    Autobiogr. Skizze, in: Das lit. Echo, Jg. 9, 1906/07, Sp. 1082 ff.;
    Vita autoris, in: Mit d. Kraft, Automobilia, 1906, S. 339 ff.;
    Briefe an Gemma (1901–1910), 1921;
    Ges. Werke, hrsg. v. M. G. Conrad u. H. Brandenburg, 1921 ff. (nur 7 Bde. erschienen);
    H. O. Werda, O. J. B., Versuch einer Bibliogr. seiner Werke, in: Faust 4, 1925/26, H. 5, S. 37-40;
    s. a. Nekrolog z. Kürschner, Lit.- Kal. 1901-1935, 1936.

  • Literatur

    O. J. B. z. Gedächtnis, hrsg. v. M. G. Conrad, A. Croissant-Rust, H. Brandenburg, 1912 (P);
    F. Droop, O. J. B., 1912;
    K. Holm, ich - kleingeschrieben, 1932, S. 219 ff.;
    Soergel, 1911, S. 523-32 (P);
    H. Naumann, Die dt. Dichtung d. Gegenwart, 1924, S. 239 ff.;
    P. Fechter, Die dt. Lit. v. Naturalismus bis z. Lit. d. Unwirklichen. 1938, S. 120 ff. (P);
    E. Alker, Gesch. d. dt. Lit. II, 1950, S. 323 f., 422;
    H. F. S. Bachmair, O. J. B., Ein Kapitel neuer dt. Buchkunst, in: Mhh. f. Bücherfreunde u. Graphiksammler, Jg. 1, 1925, H. 8, S. 345-51;
    ders., Privat-Drucke v. O. J. B. Eine kleine Bibliogr., in: Der Bücherhirt, 1927, H. 1, S. 44 ff.;
    R. Grimm Sachsenberg, O. J. B. z. Gedächtnis, in: Archiv f. Buchgewerbe u. Gebrauchsgraphik, Jg. 77, 1940, H. 11, S. 570 f.;
    G. Ramseger, Literar. Zss. um d.|Jh.wende, 1941, S. 112 f., 124 ff.;
    M. Körrer, O. J. B., Diss. Wien 1940 (ungedr.);
    A. Dreyer, O. J. B., in: BJ XV, S. 170-77 (u. Totenliste 1910, L);
    Kosch, Lit.Lex. I;
    Körner.

  • Autor/in

    Hans Schwerte
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwerte, Hans, "Bierbaum, Otto Julius" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 231-232 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118510762.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA