Lebensdaten
1874 bis 1944
Geburtsort
Augsburg
Sterbeort
Bad Tölz
Beruf/Funktion
Pharmakologe ; Chemiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 117675075 | OGND | VIAF: 35240138
Namensvarianten
  • Straub, Walther Karl Ferdinand
  • Straub, Walther
  • Straub, Walther Karl Ferdinand
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Zitierweise

Straub, Walther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117675075.html [21.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp v. S. (1843–1917, bayer. Personaladel 1908), Jur., Senatspräs. am OLG in A., JR, Rr.kreuz d. Verdienstordens d. bayer. Krone;
    M Karolina Degmaier (1850–1938);
    B Felix (* 1879), Apotheker in Mannheim;
    Mannheim 1904 Dagny (1880–1945, T d. Sophus Lie (1842–99, Prof. d. Math. 1872–86 u. 1898–99 in Christiania (Oslo), 1886–98 in Leipzig (s. NDB 14), u. d. Anna Stenersen Birk (1854–1920); 2 S.

  • Leben

    Seit 1892 studierte S. Medizin in München, Straßburg und Tübingen. 1897 wurde er bei Carl v. Voit (1831–1908) am Physiologischen Institut in München mit der Arbeit „Über den Einfluß des Kochsalzes auf die Eiweißzersetzung“ zum Dr. med. promoviert. Anschließend arbeitete er am Pharmakologischen Institut in Leipzig bei Rudolf Boehm (1844–1926), wo er sich 1900 mit der Arbeit „Über die Wirkung des Antiarins am ausgeschnittenen, suspendirten Froschherzen“ habilitierte. 1905 erhielt S. eine ao. Professur an der Univ. Marburg, 1906 wurde er als o. Professor an das Pharmakologische Institut in Würzburg berufen, 1907 folgte er einem Ruf an die Univ. Freiburg (Br.), wo er 1908 seine viel zitierte Antrittsvorlesung „Gift und Organismus“ hielt (1908/09, 1916 /17 Dekan). Rufe nach Berlin und Wien lehnte er ab. 1923 ging S. nach München, wo er bis zu seinem Tod wirkte. Seit seiner Habilitation arbeitete S. zur Physiologie und Pharmakologie des Herzens verschiedener Tierspezies und erforschte die Wirkmechanismen von Herzglykosiden, Genußgiften und Schlafmitteln. Narkose und Narkotika, deren Nutzen und Gefahren waren wiederkehrende Themen von Vorlesungen und Publikationen. Ein über Jahrzehnte vorherrschendes Versuchsmodell für die qualitative und quantitative Erfassung von Digitaliswirkungen wurde das „Straubsche Froschherz“. Mit Hilfe dieser experimentellpharmakologischen Methode am isolierten Organ war es möglich, den Angriffspunkt des zu untersuchenden Arzneimittels am Herzen oder in den Gefäßen zu bestimmen. 1911 entdeckte S., daß nach Injektion einer kleinen Menge Morphin Mäuse eine charakteristische S-förmige Schwanzhaltung zeigten, und konnte daraus eine spezifische biologische Nachweismethode von Morphin und verwandten Opiaten herleiten, die als „Straubsches Mäuseschwanzphänomen“ bekannt wurde. S. entwickelte auch eine eher physikalische Theorie der Arznei- und Giftwirkungen, die „Potentialgift-Theorie“, die sich gegen die „Rezeptortheorie“ Paul Ehrlichs (1854–1915) allerdings nicht behaupten konnte. 1920 wurde auf S.s Initiative in Bad Nauheim die Dt. Pharmakologische Gesellschaft gegründet, mit der der wissenschaftliche Austausch zwischen dt. und ausländischen Pharmakologen verbessert werden sollte.

  • Auszeichnungen

    A bad. GHR;
    Dr. phil. h. c. (Marburg 1927);
    Dr. iur. h. c. (Kalkutta 1937);
    Mitgl. d. Leopoldina (1925);
    o. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1928);
    Ehrenmitgl. d. British Pharmacological Soc. (1925);
    W.S.-Inst. f. Pharmakol. u. Toxikol. d. Univ. München (1985).

  • Werke

    Die Digitalisgruppe, Die Filixgruppe, in: Hdb. d. experimentellen Pharmakol., hg. v. A. Heffter, II/2, 1924, S. 1355–452;
    Über d. Wirkung d. Antiarins am ausgeschnittenen, suspensierten Froschherzen, in: Archiv f. experimentelle Pathol. u. Pharmakol. 45, 1900, S. 346–79;
    Gift u. Organismus, 1908;
    Hg.:
    Archiv f. experimentelle Pathol. u. Pharmakol., 1921–24;
    Naunyn-Schmiedebergs Archiv f. experimentelle Pathol. u. Pharmakol., seit 1925.

  • Literatur

    H. Gremels, in: Naunyn-Schmiedebergs Archiv f. experimentelle Pathol. u. Pharmakol. 204, 1947, S. 1–12 (W-Verz.);
    B. Romeis, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1944–1948, 1948, S. 199–202;
    K. Starke, Die Gesch. d. Pharmakol. Inst. d. Univ. Freiburg, 2004, S. 3–15;
    A. W. Forst, in: Münchener Med. Wschr. 116, 1974, S. 1171–74;
    Fischer;
    Rhdb. (P);
    Pogg. VI, VII a;
    Personenlex. Drittes Reich;
    Biogr. Enz. Med.;
    Qu
    StadtA Augsburg.

  • Autor/in

    Beatrix Bäumer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bäumer, Beatrix, "Straub, Walther" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 489 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117675075.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA