Lebensdaten
1872 – 1938
Geburtsort
Lenzburg (Kanton Aargau)
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Astrophysiker ; Astronom ; Physiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117427853 | OGND | VIAF: 92144648354935357816
Namensvarianten
  • Villiger, Josef Augustin Walter
  • Villiger, Walter
  • Villiger, Josef Augustin Walter
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Zitierweise

Villiger, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117427853.html [27.11.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Fidel (1842–1906), RA, Präs. d. Verw.rats d. Hypotheken- u. Leihkasse Lenzburg, Stadtammann, Ehrenbürger v. L. (s. Biogr. Lex. Aargau), S d. Leonz (1811–93), Bauer, Zuger Kt.rat, Reg.rat, Oberrichter, Präs. d. Korporation bzw. d. Gde. Hünenberg (s. HLS), u. d. Rosa Villiger;
    M Gertrud (1843–1908), Präs. d. Schweizer. Gemeinnützigen Frauenver., Ehrenbürgerin v. L. (s. Biogr. Lex. Aargau; HLS), T d. Augustin Keller (1805–83), Päd., Dir. d. aargau. Lehrerseminars, Nat.rat., Ehrenbürger v. Olsberg, Aarau u. Epiquerez, Dr. h. c. Bern 1864 (s. NDB XI; HLS), u. d. Josephine Pfeiffer;
    Ur-Gvm Michael Traugott Pfeiffer (1771–1849), Musikpäd. (s. HLS);
    Om Arnold Keller (1843–1934), Gen.stabschef d. Schweizer Armee, Dr. h. c. Basel 1901 (s. HLS);
    Jena 1937 Lina (1885–1955), Haushälterin v. V., T d. Karl Schätzel u. d. Albertine Riese; kinderlos.

  • Biographie

    Nach dem Besuch der Kantonsschule in Aarau (1889–92) und einem einjährigen Studium am Polytechnikum Zürich begann V. 1892 ein Studium der Astronomie und exakten Naturwissenschaften an der Univ. München. Während dieser Zeit (1896–1901) führte er mit dem Refraktor der Sternwarte München als Assistent des Astronomen Hugo v. Seeliger (1849–1924) erfolgreiche Beobachtungen von Planeten und Doppelsternen durch; bei dem Asteroiden (428) Monachia blieb ihm die Priorität der Entdeckung. Aufgrund astronomischer Arbeiten und eines vierwöchigen Aufenthalts in Heidelberg im Nov. 1898 entwickelte sich eine enge Freundschaft mit dem Astronomen Max Wolf (1863–1932). V. wurde 1899 bei v. Seeliger mit der Arbeit „Über die Rotationsdauer der Venus“ zum Dr. phil. promoviert. Zunächst als Observator in der Erdmagnetischen Station München eingesetzt, trat er im Okt. 1902 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die von Max Pauly (1849–1917) geleitete astronomische Abteilung der Firma Carl Zeiss ein. V. verbesserte die Prüfmethoden von astronomischen Linsen und Teleskopspiegeln, was die Leistungsfähigkeit astronomischer Geräte entscheidend erhöhte. Darüber hinaus befaßte er sich seit 1910 mit astronomischen Beobachtungen und Prüfungen auf der Forststernwarte oberhalb Jenas. Da während des 1. Weltkriegs das Astro-Geschäft in den Hintergrund rückte, widmete er sich dem Gebiet der optischen Telegraphie, v. a. mit Scheinwerfern und Spiegeln. Bei der Entwicklung großer Bogenlampen, Glühlampenscheinwerfer, Autobeleuchtung sowie moderner Büro- und Werkstattbeleuchtung wirkte er maßgeblich mit. Nach dem Rücktritt von Pauly 1917 übernahm V. bis zu seinem Tod die Leitung der „Astro-Abteilung“. 1925 stellte die Firma Carl Zeiss das weltweit erste Projektionsplanetarium für das Dt. Museum in München fertig. Nachdem es sich beim Probebetrieb auf dem Dach eines Jenaer Werksgebäudes als Publikumsmagnet herausgestellt hatte, wurden solche Planetarien weltweit vertrieben. 1939 gab es 27 Planetarien in 10 Ländern. V. verfaßte die Texte und entwickelte die Darstellungsmethoden für dieses neue popularisierende Medium, das er in zahlreichen Vorträgen und Artikeln bekannt machte. Sein Buch „Das Zeiss-Planetarium“ (1926, Faksimile 2011) erschien bis 1932 in mindestens 14 Auflagen und 5 Sprachen. Allein die dt. Ausgabe erreichte eine Auflagenhöhe von 35 000 Exemplaren. Sein wichtigstes Verdienst ist die Entwicklung des Planetariums als Medium für Wissenschaft und Unterhaltungszwecke.

  • Werke

    Weitere W Scheinwerfer mit e. opt. System, um e. Lichtquelle an d. z. beleuchtenden Ort abzubilden, Scheinwerfer mit rauher Abschlußscheibe, DRP 295417, 1913;
    Einrichtung z. Prüfung v. Hohlspiegeln oder sammelnden Linsen, Scheinwerferspiegelprüfeinrichtung, DRP 348719, 1914; Vorrichtung z. Projizieren v. Gestirnen auf e. kugelförmige Projektionswand, Planetarium mit einstellbarer Polhöhe, DRP 439557, 1924; Das lichtstärkste Turmteleskop d. Welt, in: Zeiss-Notizen 5, 1925, S. 4 f.; Die Sternwarten d. Dt. Mus. in München, ebd. 6, 1926, S. 5; Planeten-Jäger!, ebd. 18, 1930, S. 4 f.; Allerlei Erlebtes aus d. Zeiss-Planetarium, 1927; Neue Kenntnis über Dr. Friedrich Körner, d. Lehrherrn v. Carl Zeiss, in: Zeiss-Werkztg. NF 3, H. 2, 1928, S. 25–27; Btrr. z. älteren Gesch. unserer Werkstätte, ebd. 8, H. 3, 1933, S. 40–42; Kleine Begebenheiten um Abbe, ebd. 10, H. 1, 1935, S. 6; Vom Aufbau d. Zeiss-Planetariums, 1928; Nachdenkl. aus d. Zeiss-Planetarium z. Jena, Sonderdr., aus: Das Thüringer Fähnlein 4, 1933.

  • Literatur

    L Dem eifrigsten Mitarbeiter unserer Werkztg. z. 25j. Dienstjubiläum gewidmet, in: Zeiss-Werkztg. 2, H. 4, 1927, S. 53 (P);
    Gedächtnisrede, Dr. W. V., ebd. 13, H. 1, 1938, S. 9 (P);
    F. Stier, Kurzbiogr. v. W. V., 1959 (unveröff.);
    S. Mauderli, in: Vj.schr. d. Astronom. Ges. 73, 1938, S. 202–10 (P);
    Biogr. Lex. Aargau; – Qu Carl Zeiss Archiv, Jena.

  • Autor/in

    Wolfgang Wimmer, Julia Thieme
  • Zitierweise

    Wimmer, Wolfgang; Thieme, Julia, "Villiger, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 813-814 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117427853.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA