Lebensdaten
1863 bis 1929
Geburtsort
Neusalz/Oder
Sterbeort
Peking
Beruf/Funktion
Paläontologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11705898X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jaekel, Otto
  • Jaekel, O.
  • Jaekel, Otto Max Johannes

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Zitierweise

Jaekel, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11705898X.html [16.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    Maria Gerstner; 1 S, 2 T, u. a. Ilse ( Hans Schwarz van Berk, * 1902, Chefredakteur d. Tagesztg. „Der Angriff“ 1934-37, später pol. Redakteur d. Wochenztg. „Das Reich“, s. Kürschner, Lit.-Kal. 1943)

  • Leben

    J. studierte 1883-85 in Breslau Geologie bei F. Römer, wurde 1886 in München als Schüler von Zittel zum Dr. phil. promoviert und war 1887-89 Assistent am geolog.-paläontolog. Institut bei Benecke in Straßburg. 1894 wurde er ao. Professor in Berlin und Kustos des geolog.-paläontolog. Museums. Von 1906 bis 1928 wirkte er als o. Professor der Geologie und Paläontologie in Greifswald und folgte dann noch einem Ruf als Paläontologe und Organisator an die Sun-Yatsen-Universität in Kanton. Wenig später starb er auf der Reise zu einem Geologen-Kongreß. – J.s Veröffentlichungen betreffen vor allem paläontologische Themen, weitere sind der Geologie gewidmet oder befassen sich mit Vor-, Kunst-, Kulturgeschichte und Politik. Das von ihm bevorzugte paläontologische Arbeitsgebiet waren Fische und Reptilien; bedeutsam sind hier seine Untersuchungen über die paläozoischen Panzerfische. Er selbst leitete seit 1903 Aufsammlungen und Grabungen auf diese Tierreste bei Bad Wildungen, wobei riesige Mengen der in Kalkknollen steckenden Fossilien anfielen, die J., ein Meister der Fossilpräparation, selbst mühsam herausarbeitete. Diesem Abschnitt folgen Arbeiten über Elasmobranchier (Knorpelfische) und Dipneusten. Von J.s Publikationen über beide Fossilgruppen sind die – der Zahl nach geringeren – Arbeiten|über fossile Reptilien von größerer Bedeutung. Wesentliche Funde einer groß angelegten Grabung im Keuper von Halberstadt trugen hierzu bei. Weniger erfolgreich war er dagegen bei der Rekonstruktion fossiler Wirbeltiere. Ein weiteres paläontologisches Arbeitsgebiet, auf dem J. wichtige Arbeiten hinterließ, waren die Echinodermen (Stachelhäuter), besonders die Pelmatozoen (Stieltiere, u. a. Seelilien), während seine Untersuchungen über Cephalopoden (Kopffüßer, u. a. Ammoniten, Nautiliden, Tintenfische etc.) umstritten waren. Zu seinen besten Arbeiten zählen die über die Entwicklungslehre sowie über die Anatomie und Histologie fossiler Tiere, hierunter umfassende Studien über vergleichende morphologische Untersuchungen von Schädel und Gebiß. Er besaß eine starke künstlerische Begabung, die sich in zahlreichen schönen Landschaftsbildern ebenso wie in tausenden von wissenschaftlichen Zeichnungen ausgedrückt hat. Die 1912 erfolgte Gründung der Paläontologischen Gesellschaft in Greifswald geht auf seine Anregungen zurück.

  • Werke

    u. a. Stammesgesch. d. Pelmatozoen, 1899;
    Wege phylogenet. Entwicklung, 1902;
    Zur Urgesch. d. Menschen, 1928;
    Die Morphogenese d. ältesten Wirbeltiere, 1929.

  • Literatur

    G. Tornier, Rückblick auf d. Paläontol., in: SB d. Ges. Naturforsch. Freunde zu Berlin, Jg. 1925, 1927 (W-Verz.);
    K. v. Bülow, O. J. u. Pommern, in: Abhh. u. Berr. d. Pommer. Naturforsch. Ges. 9, 1928;
    O. Abel, in: Palaeobiologica 2, 1929, (W, P);
    A. Borissiak, in: Bull. de l'Ac. des Sciences de l'URSS, Classe des Sciences Physico-Mathématiques, 1929 (W);
    F. Drevermann, in: Paläontolog. Zs. 11, 1929 (P);
    G. Kossinna, in: Mannus 21, 1929;
    S. Bubnoff, O. J. als Forscher, in: Mitt. a. d. naturwiss. Ver. f. Neuvorpommern u. Rügen in Greifswald 57 u. 58, 1931 (P);
    F. Krüger, O. J. als Persönlichkeit, ebd.;
    K. Lambrecht u. W. u. A. Quenstedt, in: Palaeontologi, Cat. biobibliographicus Fossilium, Cat. I: Animalia, T. 72, 1938;
    H. Wehrli, in: Festschr. z. 500-J.feier d. Univ. Greifswald II, 1956, S. 498-503 (P);
    Pogg. IV, VII a;
    DBJ XI (Tl.).

  • Autor/in

    Gaston Mayer
  • Empfohlene Zitierweise

    Mayer, Gaston, "Jaekel, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 285 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11705898X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA