Lebensdaten
1858 bis 1917
Geburtsort
Chemnitz
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Fahrradkonstrukteur ; Industrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136250122 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jänicke, Richard Adolf

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Zitierweise

Jänicke, Richard Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136250122.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Wilh. Theodor (1823–1901), S d. Carl Aug. Wilh., beide Beutlermeister;
    M Aurelia Berta (1830–1910), T d. Webwarenfabr. Friedrich Wilde (1805–63) in Ch. u. d. Aurelia Berta Proßwimmer;
    Schw Johanna ( Johann Winklhofer, 1859–1949, Fahrrad- u. Schreibmaschinenfabr. in München, s. L);
    - Eugenie Heigis (1869–1925);
    1 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete J. als Werkzeugschlosser einige Jahre in der Werkzeugmaschinenfabrik „Union“ (vormals Diehl) in Chemnitz und in der Nähmaschinenfabrik von Clemens Müller in Dresden. Die Wanderschaft führte ihn in verschiedene Fabriken in Deutschland und 3 Jahre in die USA. In Zwickau lernte er seinen späteren Schwager J. B. Winklhofer kennen, der dort Vertreter der Münchner Fahrradhandlung Ch. N. Schad und ein bekannter Radrennfahrer war. Mit diesem gründete er 1885 in Chemnitz die Firma „Chemnitzer Velociped-Depot Winklhofer & Jaenicke“. Neben der Instandsetzung von und dem Handel mit engl. Fahrrädern begann man bald mit dem Bau von Fahrrädern nach eigener Konstruktion. 1886 wurden auf einem neuen Fabrikgelände 100 Fahrräder mit 22 Arbeitern hergestellt. Winklhofer prägte die Bezeichnung „Wanderer“, die sich rasch einführte. Nach einem Brand zog das seit 4.1.1887 als „Chemnitzer Velociped-Fabrik Winklhofer & Jaenicke“ firmierende Unternehmen in die Hartmannstraße 11 um. Auf der Internationalen Sportausstellung in Mailand erhielt die Firma ihr erstes Diplom. Während Winklhofer vornehmlich die kaufmännische Geschäftsführung und Kundenwerbung betrieb, leitete J. die Werkstätten. 1887 begann er, neben dem Wanderer-Hochrad auch ein Nieder- und Dreirad zu bauen. Trotz der ziemlich hohen Preise entwickelte sich der Absatz so gut, daß man 1895 den Betrieb in einen Neubau in (Chemnitz-) Schönau verlegen mußte, wo man 250 Arbeiter beschäftigte. Um diese kostspielige Anlage finanzieren zu können, wandelte man die Firma 1896 mit Unterstützung der Dresdner Bank in die „AG Wanderer-Fahrrad-Werke vorm. Winklhofer & Jaenicke“ um; das Gründungskapital betrug 1 100 000 Mark, wurde aber schon 1897 um 300 000 Mark erhöht. Die Produktion verdoppelte sich jährlich. Als J. Ende Sept. 1897 aus dem Vorstand ausschied und nach Dresden zog, hatte er dem Unternehmen nicht nur die vielfach bewährten Fahrradmodelle geschaffen, sondern mit seinen Eigenkonstruktionen auch bereits den Grund gelegt für die 1898 aufgenommene Fabrikation von Fräsmaschinen. Bis zu seinem Tode gehörte J. dem Aufsichtsrat an. – 1902 wurde in der noch von J. geplanten neuen Fabrik der Bau des ½ PS-Wanderer-Motorrades und der Schreibmaschine „Continental“ aufgenommen, 1905 die Herstellung des Zweizylinder-Zweisitzer-Versuchswagens „Wandermobil“ und 1911 der Bau eines Vierzylinder-Zweisitzer-Wagens. Erst 1926 mußten Werkzeugmaschinen- und Automobilbau in Produktionsstätten in Siegmar verlegt|werden. 1931 wurde die Automobilfabrik in Siegmar der neugegründeten Auto-Union eingegliedert.

  • Literatur

    C. Matschoß, Vom Werden d. Wanderer-Werke, 50 J. Wertarb., 1885–1935, 1935 (P);
    J. B. Winklhofer, Erinnerungen aus m. Leben, 1940;
    R. Schneider, Die Entwicklung d. Wanderer-Werke AG, Schönau b. Chemnitz, Diss. Tübingen 1921 (ungedr.).

  • Portraits

    Ölgem. v. H. Ströse, 1910 (1945 im Bes. d. Wanderer-Werke AG), Abb. b. C. Matschoß.

  • Autor/in

    Walther Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fischer, Walther, "Jänicke, Richard Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 286 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136250122.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA