Lebensdaten
1840 bis 1922
Geburtsort
Sankt Petersburg
Sterbeort
Handschuhsheim bei Heidelberg
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116733330 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goette, Alexander Wilhelm
  • Götte, Alexander
  • Götte, Alexander
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Zitierweise

Götte, Alexander, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116733330.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst Bernh. (russ. Adel) (1801–48), Dr. med., Arzt u. Staatsrat in St. P., S d. Hinrich (1751–1816), Großhändler in Narwa, u. d. Charl. Amalie Witte;
    M Natalie (1813–92), T d. Peter Gustav Bagh (1781–1879), aus Stockholm, Hofwagenbaumeister in St. P., u. d. Maria Helena Oderich;
    1) 1867 Maria ( 1897), T d. Pastors Emil Hoerschelmann in Oberpahlen/Livland u. d. Karoline Bosse, 2) Ida Peters;
    3 S, 1 T aus 1), u. a. Ernst, Admiral, 2 T aus 2).

  • Leben

    G. studierte ab 1860 in Dorpat Medizin, promovierte 1866 in Tübingen zum doctor medicinae, trieb anschließend (angeregt durch die Schriften von K. E. von Baer) als Privatgelehrter entwicklungsgeschichtliche Studien, übernahm 1872 (Habilitation) unter O. Schmidt die Assistentenstelle am Zoologischen Institut der Universität Straßburg, erhielt hier 1877 eine außerordentliche Professur und wurde 1880 zugleich Direktor der Zoologischen Sammlung des Städtischen Museums. 1882-86 wirkte er als ordentlicher Professor der Zoologie und Direktor des Zoologischen Instituts in Rostock, danach bis 1918 (Nachfolger von O. Schmidt) in Straßburg. – G. sah in einer gründlichen Untersuchung der Ontogenese den richtigen Weg zum Verständnis der Organisation der Tiere. In seinem Hauptwerk „Die Entwickelungsgeschichte der Unke (Bombinator igneus) als Grundlage einer vergleichenden Morphologie der Wirbeltiere“ (1875) suchte er „alle Einzelteile der tierischen Morphologie in einen einheitlichen natürlichen Kausalzusammenhang zu bringen“, wobei die Zellteilungen als chemisch-physikalische Vorgänge aufgefaßt werden. Weiterhin behandelte er Fragen der Regeneration sowie die Entwicklungsgeschichte der Würmer, verschiedener Medusen, der Scyphopolypen, des Flußneunauges und der Mollusken. Wiederholt wandte sich G. gegen voreilige Verallgemeinerungen Haeckels (zum Beispiel die Gastraea-Theorie); die Annahme einer „Vererbung erworbener Eigenschaften“ lehnte er ab. – G.s Arbeiten boten brauchbare Grundlagen und gaben wertvolle Anregungen, die sich unter anderem in der Begründung der Entwicklungsmechanik durch seinen Schüler Wilhelm Roux auswirkten.

  • Werke

    Weitere W u. a. Abhh. z. Entwicklungsgesch. d. Tiere, 5 T, 1882-90;
    Über Vererbung u. Anpassung, 1898;
    Lehrb. d. Zool., 1902;
    Die Entwicklung d. Kopfnerven bei Fischen u. Amphibien, 1914;
    Die Entwicklungsgesch. d. Tiere, 1921.

  • Literatur

    K. Grobben, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. in Wien f. d. J. 1922, 72. Jg., 1923, S. 171-73;
    W. Harms, in: Hdwb. d. Naturwiss. V, 1934, S. 297 (L);
    Fischer;
    DBJ IV (Tl. 1922, L).

  • Autor/in

    Georg Uschmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Uschmann, Georg, "Götte, Alexander" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 579 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116733330.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA