Lebensdaten
1845 bis 1908
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Odessa
Beruf/Funktion
Forschungsreisender
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116390409 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Regel, Johann Albert

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Zitierweise

Regel, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116390409.html [26.02.2017].

CC0

Regel, Johann Albert

Forschungsreisender, * 12.12.1845 Zürich, 6.7.1908 Odessa.

  • Genealogie

    V Eduard August v. R. (1815-92, 1873 russ. Adel), aus Gotha, Gartenarchitekt, 1842-55 Obergärtner d. botan. Gartens in Z., PD f. Physiol. an d. Univ. ebd., 1855-92 Dir. d. ksl. botan. Gartens in St. Petersburg, Mitgl. d. Leopoldina, Dr. phil. h. c., Wirkl. Staatsrat (s. ADB 53; HBLS), S d. (Friedrich) Ludwig (Andreas) (1770–1826), Gymnasialprof., Garnisonsprediger in Gotha (s. ADB 27), u. d. N. N. Döring; M N. N.; Ur-Gvv Friedrich Wilhelm Döring (1756–1837), 1786 Rektor d. Gymnasiums in Gotha, 1791 Kirchenrat, dann Oberkonsistorialrat (s. ADB V); Ov Fritz (1853–1913), o. Prof. d. Geogr. in Jena u. Würzburg (s. Pogg. IV-VI; Jenaer Univ.lehrer als Mitgll. d. Ak. gemeinnütziger Wiss. zu Erfurt, I, 1995, S. 91-102); B Karl Arnold (1848–1920), Gartening. in Aarau u. St. Petersburg, Andreas Friedrich Wilhelm (* 1857), PD an d. Univ. St. Petersburg, 1913-18 Prof. f. ma. Gesch. an d. Univ. Dorpat, Gründer u. Redaktor d. Byzantin. Chronik 1894-1915 u. d. Revue Byzantine 1915–17, korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in St. Petersburg, Robert (1867–1920), PD an d. Univ. St. Petersburg, 1904-20 Dir. d. Bureaus f. angewandte Botanik ebd.; N Konstantin Eduard (* 1890), 1921 Prof. f. Botanik an d. Univ. Kowno (Litauen), Dir. d. botan. Gartens ebd., erforschte d. arkt. Rußland (alle s. HBLS).

  • Leben

    R. studierte Medizin in St. Petersburg, Göttingen, Wien und Dorpat und wurde 1875 auf Antrag des Generalgouverneurs von Turkestan, General Konstantin v. Kauffmann (1818–82), zum Kreisarzt in Kuldja im Ili-Gebiet (russ. Ostturkestan, heute Sinkiang) ernannt. Im Mai 1876 brach er zu seinem Bestimmungsort auf, den er erst im Oktober erreichte, da er auf dem Wege über das Karatau-Gebirge und in Taschkent naturwissenschaftliche Forschungen betrieb. 1877-85 unternahm er mehrere botanische Forschungsreisen in Turkestan und im Pamirgebiet, wobei er zahlreiche Specimina für den Botanischen Garten in St. Petersburg zusammentrug; die dazu nötigen Kenntnisse verdankte R. seinem Vater. 1877 besuchte er den Sairam-See sowie den Issyk-kul-See im Tianshan-Gebirge; 1878 kam er nach Shihe sowie in die nördlichen Randgebirge des mittleren Ili. 1879 gelangte R. als erster Europäer nach dem Jesuiten Bento de Gois (1563–1607) nach Turfan, das durch die Funde und Ergebnisse der dt. Turfanexpeditionen (seit 1902) von größter Bedeutung für die Zentralasienforschung wurde. Ferner besuchte er 1880 Darwas und Kala-i-chumb, 1881 Samarkand, 1882 Hissar und erneut Darwas (in Begleitung d. Topographen P. E. Kosjakov). 1883 reiste er über Schugnan und Darwas zum Pamir, 1884 von Samarkand nach Buchara sowie über Merw zum Pamir.

    R. folgte dabei, angeregt und unterstützt durch seinen Vater, hauptsächlich seinen botanischen Interessen, beachtete aber auch die medizinische Situation (Einige Bemerkungen über d. Gesundheitsverhältnisse d. obern Amu-Darja, in: Petermanns Mitt. 31, 1885,|S. 171-75) und machte Routenaufnahmen. Nach den Tagebüchern und Kartenskizzen erstellte Bruno Hassenstein (1839–1902) in Gotha Karten zu den Reiseberichten; er attestierte R. zwar Ungeübtheit, aber peinliche Sorgfalt. R. veröffentlichte seine Reisergebnisse in verschiedenen Zeitschriften (Gartenflora, Bulletin de la Soc. imp. des naturalistes de Moscou, Petersburger Ztg., Petermanns Geograph. Mitt., Izvestija Ros. Geografičeskago Obščestva u. Vestnik ros. Obščestva sadovodstva). Besonders hervorzuheben sind Berichte in der „Gartenflora“ (Expedition über d. Kokkamyr-Hochebene zum Bogdo-Gebirge etc., Bd. 28, 1879, S. 40-48, Aus Koldscha, ebd. S. 79-82) sowie „Reise nach Turfan“ (in: Petermanns Mitt. 26, 1880, S. 205-10) und „Meine Expedition nach Turfan 1879“ (ebd. 27, 1881, S. 380-94). Karten seiner Reisewege erschienen in Petermanns Mitteilungen 1879, 1880 und 1884. R.s Arbeiten waren für die Erforschung Turkestans und des Pamir von erstrangiger Bedeutung.|

  • Auszeichnungen

    russ. Kollegienrat.

  • Werke

    Reisen in Central-Asien, 1876–1879, in: Petermanns Mitt. 25, 1879, S. 376-84, 408-17; Übersicht über A. R.s Reisen am obern Amu-Darja, 1881–1883, ebd. 30, 1884, S. 86-89; Von Tschardschui über Merw nach Pändy u. zurück nach Samarkand, ebd. 31, 1885, S. 21-27; A. R.s Journey in Karate-Rhin and Darwaz, in: Proceedings of the Royal Geographical Soc. 4, 1882, S. 412-17; Das ostasiat. Küstenland zu Beginn d. J. 1904, in: Geograph. Zs. 2, 1905, S. 51-55.

  • Literatur

    Geograph. Zs. 51, 1909, S. 118; E. Bretschneider, History of European botanical discoveries in China, 1898, S. 1036 f.; HBLS; H. Pleticha u. H. Schreiber, Lex. d. Entdeckungsreisen, II, 1999, S. 192 f.

  • Autor

    Hartmut Walravens
  • Empfohlene Zitierweise

    Walravens, Hartmut, "Regel, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 256-257 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116390409.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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