Lebensdaten
1908 bis 1998
Geburtsort
Trossingen (Schwarzwald)
Sterbeort
De Land (Florida, USA)
Beruf/Funktion
Ingenieur
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137607903 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rees, Eberhard
  • Rees, Eberhard Friedrich Michael

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Rees, Eberhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137607903.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Georg (1868–1929), Oberrealschullehrer in Tuttlingen, S d. Landwirts Jakob u. d. Margarethe Bosch;
    M Maria (1884–1970), T d. Michael Birk (1852–1929), Kartonagenfabr., u. d. Maria Messner (1853–1941);
    1) 1946 Gerlinde Segebrecht ( 1983), 2) Maria Haase; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1927 am Zeppelingymnasium in Stuttgart studierte R. an der TH Stuttgart und an der TH Dresden Maschinenbau (Dipl.-Ing. 1934). 1935-40 arbeitete er bei den „Meier u. Weichelt Eisen u. Stahlwerken“ in Leipzig, wo er mit der Entwicklung von Produktionsmethoden für die Stahlerzeugung und mit der Planung neuer Anlagen befaßt war. Auf Drängen des technischen Leiters des dt. Raketenzentrums in Peenemünde, Wernher v. Braun, wechselte R. 1940 als dessen Stellvertreter und Betriebsdirektor dorthin. R. war für Management, Einsatzstrategie, technische Fragen und die Fertigung der Versuchsraketen der Baureihen A4 („Aggregat 4“, später „V2“), A5, Wasserfall und A9 zuständig. Seit 1943 Produktionsdirektor, war er nach dem Luftangriff der Alliierten auf Peenemünde an den Planungen für die Verlagerung der Raketenproduktion in Höhlen im Harz bei Nordhausen und der Einrichtung des „Mittelwerkes“ beteiligt.

    Nach Kriegsende gehörte R. zu der siebenköpfigen Gruppe um Braun, die nach Internierung durch die Amerikaner und Befragung durch die Engländer als erste Raketenspezialisten im Rahmen der Operation „Overcast“ (später „Paperclip“) in die USA gelangten (seit Nov. 1945 amerik. Staatsbürger). Als engster Mitarbeiter Brauns war er dort mit der technischen und organisatorischen Umsetzung bedeutender Raketen- und Raumfahrtprojekte betraut. 1945-50 hielt er sich in Fort Bliss (Texas) auf und beriet die Amerikaner bei wiss. und militärischen V2-Starts sowie bei der Planung einer neuen Raketenfabrik. Die Gruppe unter Leitung Brauns und seines Stellvertreters R. arbeitete zudem am Raketenprojekt „Hermes“. 1950 wurde in Huntsville (Alabama) ein moderner Raketenversuchskomplex erstellt, dessen technische Leiter Braun und (stellv.) R. wurden. 1956-60 stellvertretender Direktor der „Army Ballistic Missile Agency“, war R. weiterhin verantwortlich für alle Phasen der Raketenentwicklung von der Forschung, über Entwicklung, Konstruktion, Design, Produktion und Tests. Mit den dort entwickelten „Jupiter“- und „Redstone“-Raketen, gelangten der erste amerik. Satellit „Explorer 1“ sowie der erste Astronaut in den erdnahen Weltraum. 1960 erfolgte die Versetzung R.s zum neu eingeweihten „Marshall Space Flight Center“ (MSFC) der Raumfahrtbehörde NASA in Huntsville, wo er erneut als Stellvertreter des Direktors Wernher v. Braun mit dem gleichen Verantwortungsbereich betraut wurde. R. trug als „Apollo Spezial Task Team Director“ wesentlich zur Apollo-Mondlandung 1969 sowie der Entwicklung der Saturn-Raketen bei. Diese von ihm geleitete Arbeitsgruppe entstand in Rockwell anläßlich eines Unfalls 1967, bei dem drei Astronauten während einer Startsimulation verbrannten. Aufgabe des Teams war die Erhöhung der Zuverlässigkeit der Raketen; sie befaßte sich mit deren Entwicklung, Konstruktion und Fertigung. 1970 erfolgt der Umzug des MSFC nach Redstone.

    Nach dem Ausscheiden Brauns war R. seit 1970 bis zu seiner Pensionierung 1973 Direktor des MSFC. Trotz des von Präsident Richard Nixon reduzierten Weltraumprogramms der NASA konnte er das Programm des MSFC ausweiten. Er initiierte u. a. die „High Energy Astrophysical Observatories“ (HEAO) und den Bau des später als „Hubble Space Telescope“ bekannten Weltraumteleskops. Nach seiner Pensionierung nahm R. Beratungsaufgaben bei der Fried. Krupp AG in Essen und bei der ERNO Raumfahrttechnik in Bremen war.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Rollins College in Winter Park, Florida, 1959; Univ. of Alabama, Huntsville, 1972); Mitgl. (1959) u. Holger N. Toftoy Award d. American Inst. of Aeronautics and Astronautics (AIAA, 1967); Exceptional Civilian Service Award d. US Armeemin. (1959); Distinguished Civil Service Award d. US Verteidigungsmin. (1960); Medal for Outstanding Leadership u. zweimal Distinguished Service Medal d. NASA; Mitgl. d. American Astronautical Soc. (1969), u. d. Nat. Ac. of Engineering d. USA; Ehrenmitgl. d. Hermann Oberth Ges. (heute Dt. Ges. f. Luft- u. Raumfahrt DGLR, 1970); Wernher v. Braun-Ehrung d. DGLR (1978).

  • Literatur

    W. v. Braun, F. Ordway, I. Frederick u. H. Lange, History of Rocketry and Space Travel, 1966 (P);
    E. Stuhlinger u. F. Ordway, Wernher v. Braun, Aufbruch in d. Weltraum, 1992 (P);
    Mitt. d. DGLR 1993, H. 2, S. 1 f. (P);
    R. Eisfeld, Mondsüchtig, Wernher v. Braun u. d. Geburt d. Raumfahrt aus d. Geist d. Barbarei, 1996;
    M. J. Neufeld, Die Rakete u. d. Reich, Wernher v. Braun, Peenemünde u. d. Beginn d. Raketenza., 1997;
    – eigene Archivstudien (Archiv d. NASA;
    Archiv d. Nat. Air and Space Mus., Washington D. C.;
    Stadtarchiv Trossingen).

  • Autor/in

    Katharina Hein-Weingarten
  • Empfohlene Zitierweise

    Hein-Weingarten, Katharina, "Rees, Eberhard" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 255-256 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137607903.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA