Lebensdaten
nach 1170 bis 1196
Sterbeort
Durlach
Beruf/Funktion
Herzog von Schwaben
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 131820923 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad II.
  • Konrad von Rothenburg
  • Konrad von Schwaben
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Zitierweise

Konrad II. von Rothenburg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131820923.html [19.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Staufer;
    V Kaiser Friedrich I. ( 1190, s. NDB V);
    M Beatrix v. Burgund ( 1184, s. NDB I);
    B Rainald (?), Wilhelm (?), Friedrich (?) ( als Kinder ?), Kaiser Heinrich VI. ( 1197, s. NDB VIII), Friedrich V., Hzg. v. Schwaben ( 1191, s. NDB V), Otto, Pfalzgf. v. Burgund ( 1200), Philipp, Hzg. v. Schwaben, dt. Kg. ( 1208);
    Schw Beatrix, Agnes ( als Kinder);
    Vt Friedrich IV., Hzg. v. Schwaben ( 1167, s. NDB V); - ledig.

  • Leben

    K. war der vierte der den Vater überlebenden fünf Söhne Kaiser Friedrichs I. Der genaue Zeitpunkt seiner Geburt ist nicht bekannt. Er wurde vom Vater offenbar schon frühzeitig mit den staufischen Besitzkomplexen in Franken ausgestattet, die diesem nach dem Tode des kinderlosen Friedrich IV. von Rothenburg, Herzog von Schwaben ( 1167) zugefallen waren; danach führte er, bevor er nach dem Tode seines Bruders Friedrich das Herzogtum Schwaben erhielt, den Titel eines Herzogs von Rothenburg. Am 23.4.1188 fand das feierliche Verlöbnis K. mit Berengaria, der Tochter König Alfons' VIII. von Kastilien, statt. Dabei wurde vertraglich vereinbart, daß ihm und seinen Nachkommen das Königreich zufallen sollte, falls Alfons keinen männlichen Erben hinterlassen würde (siehe MGH Const I, Nummer 319, S. 452 ff.). Die Ehe kam jedoch nicht zustande, weil K. und Berengaria im Verhältnis 4 : 5 verwandt waren. K. blieb unverheiratet. Im Frühjahr 1191 begleitete er Heinrich VI. auf dessen Italienzug und wohnte der Kaiserkrönung in Rom am 15.4.1191 bei. Auf dem Wormser Pfingsthoftag am 24.5.1192 übertrug Heinrich VI. K. anläßlich seiner Schwertleite das durch den Tod ihres Bruders Friedrich vor Akkon freigewordene Herzogtum Schwaben. Gleichzeitig erhielt er die welfischen Besitzungen in Bayern und Schwaben, die nach dem Tode Herzog Welfs VI. (1191) den Staufern zugefallen waren. K. verfügte also über eine bedeutende Machtbasis in Süddeutschland, die er tatkräftig zur Wahrung der Interessen seines Geschlechts und zur Unterstützung der Herrschaft seines Bruders zu nutzen verstand. Sein Hauptgegner war Herzog Berthold von Zähringen. – K. findet in den zeitgenössischen Quellen eine zwiespältige Beurteilung: Einerseits werden seine kriegerische Tüchtigkeit und seine freigebige Art hervorgehoben, mit der er Freunde an sich zu binden wußte, andererseits werden seine ausschweifende Sinnlichkeit und sein ungezügeltes Wesen verurteilt. So galten die Umstände seines gewaltsamen Todes den Zeitgenossen als verdiente Strafe. Er wurde in Durlach bei dem Versuch, ein Mädchen zu vergewaltigen, erschlagen.

  • Literatur

    ADB 16;
    Ch. F. Stälin, Wirt. Gesch. I, 1847, S. 123 ff. (Regg. K.s S. 130 ff.);
    Th. Toeche, Kaiser Heinrich VI., 1867, S. 417, 440 u. ö.;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Philipp v. Schwaben, S. 13;
    K. Nicolai, Geneal. u. Charakteristik d. Staufer b. z. Zeit Kaiser Heinrichs VI., Diss. Jena 1922 (ungedr.), S. 100 ff.;
    E. Maschke, Das Geschl. d. Staufer, 1943, S. 52 f.;
    K. Weller, Gesch. d. schwäb. Stammes b. z. Ausgang d. Stauferzeit, 1944, S. 322;
    G. Baaken, Die Altersfolge d. Söhne Friedrich Barbarossas u. d. Königserhebung Heinrichs VI., in: DA 24, 1968, S. 46-78;
    E. Assmann, Friedrich Barbarossas Kinder, ebd. 33, 1977, S. 435-72.

  • Autor/in

    Franz Josef Jakobi
  • Empfohlene Zitierweise

    Jakobi, Franz-Josef, "Konrad II. von Rothenburg" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 527 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131820923.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Konrad II., Herzog von Schwaben, 1191—96. Dritter oder — die Frage ist nicht sicher zu entscheiden — vierter Sohn Kaiser Friedrich Barbarossa's, wurde er von seinem Vater mit den fränkischen Gütern ausgestattet, welche diesem durch den Tod seines Vetters, Herzog Friedrichs IV. von Schwaben ( 1167), zufielen, namentlich Weißenburg im Nordgau und Rothenburg an der Tauber, wornach K. schon 1188 Herzog von Rothenburg heißt, dazu auch Eger. Im genannten Jahre Verlobte er sich mit der im Kindesalter stehenden Berengaria, Tochter König Alfons VIII. von Castilien. Falls die Ehe wirklich zu Stande gekommen, wären ihm durch seine Gemahlin 42000 Goldgulden und beim Mangel männlicher Erben ihres Vaters die Nachfolge in Castilien zu Theil geworden, allein das Verlöbniß wurde später auf Grund zu naher Verwandtschaft beider für nichtig erklärt und K. blieb überhaupt unvermählt. Auf dem italienischen Zuge, welchen der älteste Sohn und Nachfolger Kaiser Friedrichs, Heinrich, im J. 1191 unternahm, erprobte er sich als dessen Waffengefährte und wohnte insbesondere seiner Kaiserkrünung zu Rom im April dieses Jahres an. Nach Deutschland zurückgekehrt, übertrug ihm Heinrich, da der zweite Bruder, Herzog Friedrich von Schwaben, am 20. Januar 1191 vor Accon seinen Tod gefunden, das Herzogthum Schwaben, verlieh ihm auch zugleich die durch den Tod Herzog Welfs VI. am 15. Decbr. 1191 dem staufischen Hause heimgefallenen melftschen Güter in Oberschwaben und Baiern. Mit seiner Schwertleite erhielt K. auf dem Wormser Reichstage von Pfingsten 1192 die feierliche Bestätigung seines schwäbischen Herzogthums. Dem Gebote Kaiser Heinrichs entsprechend, zog er im Sommer gegen Herzog Berthold von Zähringen zu Felde, fand jedoch am 15. August bei einem Versuch gegen die Ehre einer Frau ohne Zweifel zu Durlach einen gewaltsamen Tod, worauf er in der Familiengruft seines Hauses zu Lorch beigesetzt wurde. Tapferkeit und Kühnheit werden auch ihm, wie den anderen Stausern nachgerühmt, allein wild, gewaltthätig und lüstern, war er ein Schrecken für nah und fern.

    • Literatur

      Vgl. Chr. Fr. Stälin, Wirtemberg. Geschichte, II, 1847, S. 123—133. Jahrbücher der deutschen Geschichte: Th. Töche, Kaiser Heinrich VI., Leipzig 1867 (s. Register); E. Winkelmann, Philipp v. Schwaben, Leipz. 1873, S. 13, 18. P. Fr. Stälin a. a. O. S. 280 ff.

  • Autor/in

    P. Stälin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Stälin, P., "Konrad II. von Rothenburg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 619 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131820923.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA