Lebensdaten
1693 bis 1745
Geburtsort
Bibra (Goldene Aue)
Sterbeort
Rudolstadt
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 123761964 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Förster, Christoph Heinrich
  • Förster, Christoph
  • Förster, Christoph Heinrich
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Zitierweise

Förster, Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123761964.html [21.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Chrstn. (1667–1748), Ratskämmerer, S d. Chrstn., Altarmann in B., u. d. Magdalene Röhrborn;
    M Eva (1670–1746), T d. Ratskämerers Christoph Götze in B.;
    Merseburg 1724 Sophie Charl. (1701–87), T d. Kammerdieners Joh. Andreas Röhrig;
    3 S, u. a. Joh. Chrstn. (1725–72), Dr. phil., Pastor in Pretzsch, schrieb als Feldprediger im 7j. Krieg e. Kriegstagebuch (Auszüge in; F. Blanckmeister, Die sächs. Feldprediger, 1093);
    Urur-E Theodor, Paul u. Bernh. (s. Gen. 5).

  • Leben

    F. erhielt seine erste musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt bei dem Organisten Pitzler, wurde dann Schüler Johann David Heinichens in Weißenfels und Georg F. Kauffmanns in Merseburg. 1717 erhielt er eine Anstellung als Kammermusiker, später als Konzertmeister, in der Merseburger Hofkapelle. 1723 reiste er zur Königskrönung nach Prag, wo er unter anderem die Bekanntschaft mit den kaiserlichen Musikern Johann Joseph Fux und Anton Caldara machte. Nach dem Tode des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg brotlos geworden, erhielt er 1743 in Rudolstadt die Stelle eines Vizekapellmeisters, die er wahrscheinlich bis zu seinem Tode innehatte, denn noch im Titel einer Geburtstagskantate für die Fürstin Bernhardine am 5.5.1745 bezeichnet er sich als „Vice Maestro di Capella“. – Seine Zeitgenossen schätzten F. vor allem als Kantatenmeister, während die spätere Forschung (Riemann, Mennicke) seinen Anteil an der Entwicklung eines neuen, letztlich zur Form der klassischen Sinfonie hinführenden Instrumentalstils stärker hervorhob. F.s Kantaten zeigen zum überwiegenden Teil die Normalform der spätbarocken Sonntagskantate mit großem Eingangschor, Rezitativen, Da-Capo-Arien und Schlußchoral. Sein Chorsatz ist meist homophon-deklamierend, mit entschiedener Vorliebe für Dreiklangsthematik und einfacher harmonischer Anlage. Als Instrumentalkomponist ist F. ein früher Repräsentant des „galanten“ Stils. Die Sinfonien, von denen 6 in Nürnberg gedruckt wurden, scheinen (soweit die wenigen zugänglichen Werke ein Urteil gestatten) im allgemeinen nach italienischem Vorbild 3sätzig angelegt zu sein. Die Sonatenform ist noch wenig ausgebildet; ein zweites Thema fehlt ebenso wie die Durchführung. Musikalisch gewichtiger sind F.s Orchestersuiten, in denen an einen Einleitungssatz in der Form der französischen Ouvertüre eine Anzahl von Tanzsätzen gereiht ist.

  • Werke

    Weitere W s. MGG.

  • Literatur

    ADB VII;
    H. Riemann, Die franz. Ouvertüre in d. 1. Hälfte d. 18. Jh., in: Musikal. Wbl. 30, 1899;
    C. Mennicke, Hasse u. d. Brüder Graun als Symphoniker, 1906;
    A. Hartung, Ch. F., Diss. Leipzig 1914 (ungedr.);
    B. Engelke, Die Rudolstädter Hofkapelle unter Lyra u. Joh. Graf, in: Archiv f. Musikwiss. 1, 1918/19;
    J. G. Walther. Musical. Lex., 1732, Neuausg. 1953;
    A. Adrio, in: MGG IV, Sp. 452 f. (W, L);
    Riemann.

  • Autor/in

    Arno Forchert
  • Empfohlene Zitierweise

    Forchert, Arno, "Förster, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 271 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123761964.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Förster: Christoph F., geb. am 30. Nov. 1693 zu Bebra in Thüringen, erhielt frühzeitig Unterricht in der Musik, namentlich im Orgelspiel von dem dortigen Organisten Pitzler. Später kam er nach Weißenfels, wo ihn der nachmalige Dresdener Capellmeister Johann David Heinichen im Generalbasse und|in der Composition unterwies. Als dieser nach Leipzig, später nach Italien ging, setzte F. seine theoretischen Studien beim Capellmeister Johann Friedrich Kauffmann in Merseburg fort. Im J. 1717 trat er als Componist in die Dienste des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg. Als mit dem Tode Herzog Heinrichs 1738 die fürstliche Linie ausstarb und Merseburg wieder dem Kurhause zufiel, nahm F. 1745 den Posten als fürstl. schwarzburg-rudolstädtischer Vicecapellmeister an, doch starb er schon am 6. Decbr. desselben Jahres. F. war außerordentlich fruchtbar als Componist und hat über 300 Cantaten, Sonaten, Ouverturen und Concerte geschrieben. Von diesen Sachen ist nur wenig gedruckt worden; einige davon nennt Gerber in seinem neuen Tonkünstlerlexikon (II. 153).

  • Autor/in

    Fürstenau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürstenau, Moritz, "Förster, Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 184-185 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123761964.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA