Lebensdaten
1882 bis 1950
Geburtsort
Wahrenbrück bei Gottbus (Provinz Sachsen)
Sterbeort
Oberursel (Taunus)
Beruf/Funktion
Betriebswirtschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119020734 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmidt, Julius August Fritz
  • Schmidt, Fritz
  • Schmidt, Julius August Fritz
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Zitierweise

Schmidt, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119020734.html [02.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich, Mühlenbes.;
    M Auguste Becker;
    1911 Gertrud, T d. E. Kunze, Oberamtsrichter, Oberjustizrat in Leipzig;
    1 S, 3 T.

  • Leben

    S. war nach Realschule und kaufmännischer Lehre im Großhandel, Industrie und Versicherungswesen tätig, u. a. in New York und Buenos Aires. Er studierte seit 1906 an der Handelshochschule Leipzig, kurzzeitig in Besançon, und war zwei Jahre Handelsschullehrer in Dortmund. Seit 1911 Assistent an der Akademie für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt/M., habilitierte er sich dort 1912 mit „Die Liquidation und Prolongation im Effektenhandel“; 1913 erfolgte die Ernennung zum o. Professor, 1914 der Wechsel an die neuerrichtete Univ. Frankfurt. Nach Ende des 2. Weltkriegs interniert (NSDAP-Mitgl. seit 1939), widmete er sich anschließend dem Wiederaufbau der von ihm 1924 gegründeten „Zeitschrift für Betriebswirtschaft“ (ZfB).

    Seine fortwirkende Leistung für die Betriebswirtschaftslehre ist eine Meßtheorie für den|quellenmäßigen Reinertrag bei Preis- und Geldwertänderungen (Die organ. Tageswertbilanz, 1921, 31929, Nachdr. 1951, 1969). S. wollte den relativen Wert einer Unternehmung in der Volkswirtschaft erhalten und forderte eine durchgängige Bewertung verbrauchter Güter zu Wiederbeschaffungspreisen am Umsatztage. Die Höherbewertung der Bestände gegenüber den Anschaffungs- und Herstellungskosten neutralisierte er durch eine offene Zwangsrücklage „Wertänderungen am ruhenden Vermögen“. Das Problem der durch Zielverkäufe vergrößerten, durch Kreditaufnahmen abgebauten inflatorischen Finanzierungslücke definierte er weg über die Voraussetzung einer fragwürdigen „Wertgleichheit zwischen Geldwerten der Aktivseite und Passivseite“. Seine Meßtheorie wurde steuerrechtlich nicht anerkannt.

    S. erweiterte diese Theorie zu einer Konjunkturlehre, die gesamtwirtschaftliche Fehlentwicklungen aus einer für falsch gehaltenen unternehmerischen Kalkulation (zu Anschaffungs-, statt zu Wiederbeschaffungspreisen) zu erklären sucht (Die Ind.konjunktur – ein Rechenfehler!, 1927), die zu Recht wenig Anklang fand. S. zählt dennoch neben Eugen Schmalenbach, Heinrich Nicklisch und Wilhelm Rieger zu den bedeutenden Betriebswirten der ersten Hälfte des 20. Jh.

  • Auszeichnungen

    Dr. oec. h. c. (Frankfurt/M. 1915;
    Handelshochschule Mannheim, 1932).

  • Werke

    W-Verz. in: ZfB 1952, S. 182-85.

  • Literatur

    A. Isaac, F. S., Forscher u. Persönlichkeit, in: Zs. f. handelswiss. Forsch. NF 1950, S. 93-96;
    N. Krawitz, F. S. (1882-1950), in: Diagonal, Zs. d. Univ.-Gesamthochschule Siegen 1997, S. 115-21;
    D. Schneider, Gesch. u. Methoden d. Wirtsch.wiss., 2001, S. 201 ff.;
    B. Schefold (Hg.), Wirtsch.- u. Soz.wissenschaftler in Frankfurt a. Main, 22004, S. 113-15;
    Wi. 1935;
    Nassau. Biogr.;
    Frankfurter Biogr.

  • Portraits

    ZfB 1942, 1950.

  • Autor/in

    Dieter Schneider
  • Empfohlene Zitierweise

    Schneider, Dieter, "Schmidt, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 188-189 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119020734.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA