Lebensdaten
1876 bis 1946
Geburtsort
Tettau (Kreis Hoyerswerda)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Betriebswirt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118734741 | OGND | VIAF: 18017488
Namensvarianten
  • Nicklisch, Heinrich Karl
  • Nicklisch, Heinrich
  • Nicklisch, Heinrich Karl
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Zitierweise

Nicklisch, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118734741.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Eltern unbekannt;
    1905 Margarete Elisabeth Krüger;
    4 S u. a. (Friedrich) Franz (* 1906, [ 1955] Ursula Meißner, * 1925, Schausp., s. Kosch, Theater-Lex.), Schausp. (s. Kosch, Theater-Lex.).

  • Leben

    N. war nach dem Besuch des Lehrerseminars zunächst zweieinhalb Jahre als Volksschullehrer tätig, begann 1899 an der Handelshochschule Leipzig das Studium zum Handelslehramt und promovierte 1901/02 bei Gustav Friedrich v. Schönberg in Tübingen. 1902-06 arbeitete er bei der „Magdeburger Privatbank“, 1907 ging er als Dozent an die Handelshochschule Leipzig. 1910 wurde er zum Professor an die Handelshochschule Mannheim berufen (Rektor 1914–18), 1921 an die Handelshochschule Berlin (Rektor 1922–26), wo er bis 1945 lehrte.

    N. zählt zu den Gründerpersönlichkeiten der akademischen Betriebswirtschaftslehre im deutschen Sprachraum. Seine Verdienste um deren Aufbau liegen hauptsächlich im Organisatorischen. Zusammen mit Hermann Rehm, Georg Obst und Anton Schmid gründete er die „Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis“ (ZHH), 1930 in „Die Betriebswirtschaft“ (DB) umbenannt (bis 1943, seit 1977 als „DBW“ weitergeführt). Diese Zeitschrift baute er engagiert auch als Autor auf. 1926-28 gab er das erste Handwörterbuch seines Faches heraus und setzte für die Handelshochschule Berlin das Promotionsrecht gegen Widerstände von seiten der an den Universitäten lehrenden Betriebswirtschaftler durch. N. schrieb 1912 das erste Lehrbuch zur Betriebswirtschaftslehre, das über Handelskundliches hinausreichte. Dem philosophischen Idealismus verpflichtet, bot er selbst kaum etwas Theoriebildendes, er betonte vielmehr, daß die Gesetze der Organisation dem Menschen in seinem Gewissen gegeben seien (ZHH 1920, S. 75). Er stellte den Menschen und das Verhältnis des einzelnen und einzelner Menschengruppen zu einem Ganzen (ZHH 1915, S. 104) in den Mittelpunkt seiner Arbeiten und findet mit dieser Sichtweise vor allem in Japan bis heute Gefolgsleute. Im deutschen Sprachraum haben seine Anbiederungen an den Nationalsozialismus (DB 1933, S. 173, 307; Neue dt. Wirtschaftsführung 1933, S. 2, 73) seinen Nachruhm beschädigt. Wegen seiner ganzheitlichen, idealisierenden und z. T. naiven Organisationssicht („Betriebsgemeinschaft“) hat N. keinen Einfluß mehr auf die heutige betriebswirtschaftliche Organisationslehre.

  • Werke

    Handelsbilanz u. Wirtsch.bilanz, 1903;
    Kartellbetrieb, 1909;
    Allg. kaufmänn. Betriebslehre als Privatwirtsch.lehre d. Handels (u. d. Industrie) 1912, 51922 u. d. T. Wirtschaftl, Betriebslehre, 71932 u. d. T. Die Betriebswirtschaft, Der Weg aufwärts! Organisation, 21922;
    Hg.:
    Hdwb. d. Betriebswirtschaft, 1926-28.

  • Literatur

    O. Hummel (Hg.), FS H. N., 1936 (W-Verz.);
    FS z. 60. Geb.tag v. H. N., Btrr. aus d. betriebswirtschaftl. Praxis, 1936 (gemeinsamer Nachdr. d. beiden FS 1991);
    B. Schauenberg, Marktromantik u. Gemeinschaftsidealismus, in: G. Schanz (Hg.), BWL u. Nat.ök., 1984, S. 23-37;
    E. Loitlsberger, S. Ohashi u. M. Thöndl, BWL u. Gemeinschaftsgedanken, in: Zs. f. Betriebswirtschaft 66, 1996, S. 627-42.

  • Autor/in

    Dieter Schneider
  • Empfohlene Zitierweise

    Schneider, Dieter, "Nicklisch, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 199 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118734741.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA