Lebensdaten
erwähnt 1075, gestorben 1095
Beruf/Funktion
Pfalzgraf bei Rhein ; Graf von Laach
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11894374X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich
  • Heinrich von Laach
  • Heinrich II.
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Zitierweise

Heinrich II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11894374X.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Herkunft umstritten, wahrsch. a. d. 1. Luxemburger Grafenhaus (Gleiberger Linie);
    V (?) Hermann v. Luxemburg (erw. 1045), Gr. v. Gleiberg, S d. Frdr. v. Luxemburg ( 1019), Gf. im Mosel- u. Hessengau;
    M a. d. Geschl. d. Grafen v. Hochstaden (?);
    B (?) Poppo (Burchard I., 1103/06), Bischof v. Metz (seit 1090); N 2. Grades (?) Gf. Heinrich I. v. Limburg ( 1119, s. NDB VIII);
    - 1089 Adelheid ( 1100, 1] Gf. Adalbert v. Ballenstedt, 1076, 2] Hermann II., 1085 [?], Pfalzgf. in Lothringen [s. ADB XII]), T d. Gf. Otto v. Orlamünde ( 1067), Mgf. v. Meißen, u. d. Adela v. Löwen; kinderlos;
    Stief-S Otto ( 1123), Gf. v. Ballenstedt, Siegfried, Pfalzgf. bei Rhein ( 1113, ⚭ Gertrud, um 1154, T d. Gf. Heinrich v. Northeim, 1101, Mgf. v. Friesland).

  • Leben

    H. war außergewöhnlich reich und ein eifriger Anhänger König Heinrichs IV. Er führte 1080 den zunächst siegreichen, dann aber in die allgemeine Niederlage hineingezogenen Teil des königlichen Heers in der Schlacht gegen Rudolf von Schwaben bei Hohenmölsen und begegnet seit 1085 (dem wahrscheinlichen Todesjahr seines Vorgängers Hermann II.) als Pfalzgraf, als erster 1093 mit dem Zusatz „bei Rhein“. Seine Burg lag am Laacher See, wo er gegen Ende seines Lebens die Abtei Maria Laach gründete, sein Herrschaftsgebiet beiderseits des Mittelrheins und an der Mosel. Die niederrheinischen Gebiete der Ezzonen und Hezeliniden mit deren Hauskloster Brauweiler sind also aufgegeben. Dafür hat H. bereits Besitz im südlichen Herzogtum Franken, in Lauterburg und Creglingen. 1095 tritt er in einer Echternacher Urkunde als Stellvertreter des in Italien weilenden Kaisers auf. Wie weit dieses Vikariat reichte, ist umstritten. Verheiratet mit der Witwe seines Vorgängers, adoptierte er deren Sohn aus 1. Ehe Siegfried, der sein Nachfolger wurde – neben, gegen oder nach einem Pfalzgraf Heinrich III., ist ungesichert. Zweifelhaft ist auch dessen Identität mit Graf Heinrich I. von Limburg, wofür die Mehrzahl der Gründe spricht, oder mit Graf Heinrich dem Fetten von Northeim, dessen Tochter Gertrud, Schwester der Kaiserin Richenza, Siegfrieds Frau wird.

  • Literatur

    s. Heinrich (V.), Pfalzgf. b. Rhein.

  • Portraits

    bemalte Holzfigur, 2. H. 13. Jh. (Stiftergrab in d. Abteikirche Maria Laach), Abb. b. P. A. Schippers, Die Stifterdenkmäler d. Abteikirche Maria Laach im 13. Jh., 1921, Tafeln I u. III-VI, u. P. Th. Bogler, Maria Laach, Vergangenheit u. Gegenwart d. Abtei am Laacher See, 41961, S. 42.

  • Autor/in

    Peter Fuchs
  • Empfohlene Zitierweise

    Fuchs, Peter, "Heinrich II." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 381 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11894374X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heinrich II., Pfalzgraf zu Aachen, nach seiner Stammburg am Laacher See von Laach genannt, war wahrscheinlich der Sohn des Pfalzgrafen Heinrich I. und dessen Gemahlin Mathilde. Er war nach Marianus Scotus ein Bruder des Bischofs Poppo oder Burchard von Metz und nach Hugos von Fleury Chron. ein Vatersbruder des bekannten Gegenkönigs Heinrichs IV., Hermanns von Salm. Er befehligte in der Schlacht an der Elster am 15. Octbr. 1080 den linken Flügel des kaiserlichen Heeres und erhielt nach dem Tode des Pfalzgrafen Hermann (1084 oder 1085) die Pfalzgrafenwürde zu Aachen. Seine Gemahlin wurde Adelheid, die Wittwe des Grafen Adalbert von Ballenstedt, welche den Vorgänger|Heinrichs von Laach, den Pfalzgrafen Hermann geheirathet hatte. Da H. keine Kinder besaß, so adoptirte er einen der Söhne seiner Gattin aus erster Ehe, den Grafen Siegfried von Orlamünde, den Bruder des Grafen Otto von Ballenstedt, der ihm auch später in der rheinischen Pfalzgrafenwürde folgte. Kurz vor seinem Tode (im J. 1095) gründete er das berühmte Kloster Laach bei Andernach.

    • Literatur

      Crollius, Erläuterte Reihe der Pfalzgrafen zu Aachen, 1762. S. 116 ff. Urkunden des Staatsarchivs zu Coblenz.

  • Autor/in

    Irmer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Irmer, "Heinrich II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 558-559 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11894374X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA