Lebensdaten
erwähnt 1045, gestorben 1061
Sterbeort
Echternach
Beruf/Funktion
Pfalzgraf in Lothringen ; Pfalzgraf von Aachen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135868114 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich
  • Heinrich I.
  • Heinrich
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Zitierweise

Heinrich I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868114.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Hezeliniden;
    V Hezelin (erw. 1020-33), Graf, S d. Hermann I. (erw. 945-96), Pfalzgf. in L. (s. ADS XII);
    M N. N., T (?) d. Hzg. Konrad I. v. Kärnten ( 1011);
    Ov Ezzo ( 1034), Pfalzgf. in L. (s. NDB IV);
    B Hzg. Konrad III. v. Kärnten ( 1061);
    Vt EB Hermann II. v. Köln ( 1056, s. NDB VIII), Otto ( 1047), Pfalzgf. in L., 1045 Hzg. v. Schwaben; Cousine Kgn. Richeza v. Polen ( 1063);
    - Mathilde ( 1060), T d. Hzg. Gozelo II. v. Niederlothringen ( 1046);
    S (?) Hermann II. ( 1085 ?), Pfalzgf. in Lothringen (s. ADB XII).

  • Leben

    Vom Vater her Graf im Zülpich- und Eifelgau, überkam H. die lothringische Pfalzgrafschaft offenbar von seinem Vetter Otto, als dieser 1045 durch König Heinrich III. mit dem Herzogtum Schwaben belehnt wurde. Beide Maßnahmen richteten sich gegen Herzog Gottfried II. den Bärtigen von Oberlothringen, gegen den der König in H. von Amts wegen wie von der Familie her ein Gegengewicht sah. Als Heinrich III. im Herbst desselben Jahres todkrank in Frankfurt liegt, fassen die Großen des Reiches den Pfalzgrafen als Nachfolger ins Auge. Nach des Kaisers Tod 1056 gerät H. in Konflikt mit EB Anno von Köln, dem Nachfolger seines Vetters Hermann, durch den bereits ein großer Teil des Ezzonenerbes an das Erzstift gekommen ist. Die territoriale Basis von H.s Pfalzgrafentum liegt nicht mehr so sehr am Niederrhein wie die der Ezzonen im engeren Sinn, sondern vor allem an der Mosel. Die Schenkungen seiner Base Richeza bahnen der Kölner Kirche allerdings auch hier den Weg. Anno zwingt H. dann noch zur Aufgabe des Michaelsbergs am Eintritt der Sieg in die Kölner Bucht, auf dem der Erzbischof 1064 das Kloster Siegburg errichtet. H. geht als, Mönch in Kloster Gorze, kehrt aber bald zurück und nimmt den Kampf mit dem geistlichen Rivalen noch einmal auf. Als er in dessen Verlauf jedoch auf Burg Cochem, seinem Hauptsitz, plötzlich und nach Ansicht der Zeitgenossen vom Wahnsinn befallen, seine Frau Mathilde erschlägt, wird er ins Kloster Echternach verbracht, wo er gestorben ist. Ob sein Nachfolger Hermann II. der unmündige Sohn war, dessen sich Anno nach seiner Siegburger Vita – der ergiebigsten, aber ganz dem erzbischöflichen Standpunkt verpflichteten und daher mit großer Vorsicht zu benutzenden Quelle über die Vorgänge – väterlich angenommen haben soll, oder ob er H.s Bruder oder ein entfernterer Verwandter war, ist umstritten.

  • Literatur

    s. Heinrich (V.), Pfalzgf. b. Rhein.

  • Autor/in

    Peter Fuchs
  • Empfohlene Zitierweise

    Fuchs, Peter, "Heinrich I." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 380-381 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868114.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heinrich I., Sohn des Grafen Hezelin, Vetter der wegen ihres Reichthums bekannten Polenkönigin Richiza und Neffe des Pfalzgrafen Ezzo, Pfalzgraf zu Aachen, empfing diese Würde wahrscheinlich im J. 1045, als sein Vetter Pfalzgraf Otto das Herzogthum Schwaben erhielt. Er muß ein sehr mächtiger und angesehener Mann gewesen sein, da mehrere deutsche Fürsten, als König Heinrich III. zu Frankfurt schwer krank lag, an seine Erhebung auf den Thron dachten; auch nahm er wichtigen Antheil an den beiden Fürstenversammlungen zu Andernach 1056 und 1060. Später gerieth er mit dem bedeutendsten Kirchenfürsten seiner Zeit, dem Erzbischofe Anno von Köln in heftige Fehde wegen Güter des Klosters Brauweiler, in der H. schließlich unterlag. Dieses Unglück nahm sich der tapfere Pfalzgraf so zu Herzen, daß er der Welt entsagte und sich in das Kloster Gorze (bei Metz) zurückzog. Als er aber dort von den Uebergriffen des Erzbischofs Anno hörte, verließ er im J. 1060 oder 1061 seine Zelle, sammelte ein Heer und belagerte Köln. Zu schwach um auf Erfolg rechnen zu können, eilte er nach seinem Schlosse Kochem zurück, um neue Streitkräfte zu sammeln. Von plötzlichem Wahnsinn ergriffen erschlug er hier beim Abschiede seine Gemahlin Mathilde mit der Streitaxt. Er starb bald darauf im Kloster Echternach, wohin er von seinen Leuten gebracht worden war. Seinen einzigen Sohn, wie man allgemein annimmt, den späteren Pfalzgrafen Heinrich von Laach, erzog der Erzbischof Anno.

    • Literatur

      Crollius, Erläuterte Reihe der Pfalzgrafen zu Aachen, 1762. S. 48 ff.

  • Autor/in

    Irmer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Irmer, "Heinrich I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 558 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868114.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA