Lebensdaten
1868 bis 1942
Geburtsort
Kloster Veilsdorf
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Bildhauer ; Medailleur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11883245X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hahn, Hermann

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hahn, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11883245X.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adelbert, Porzellanmaler;
    M Ida Wiegand;
    München 1923 Laure, T d. Studienrats Dr. Aug. Pettavel in Bôle/Schweiz u. d. Laure Persoz.

  • Leben

    Nach Gymnasialzeit und anfänglichem Zeichenunterricht bei dem Rudolstädter Hofmaler Oppenheim absolvierte H. eine dreijährige Holzbildhauer-Lehre in Rudolstadt. Seine eigentliche künstlerische Ausbildung begann in München, wo er zunächst 1887 an der Kunstgewerbeschule und dann 1888-92 an der Kunstakademie bei Wilhelm von Rümann studierte. Es folgten ausgedehnte Reisen nach Holland, Belgien, Frankreich, England, Griechenland und ein längerer Aufenthalt in Italien, wo H. sich besonders dem Studium der italienischen Frührenaissance widmete. Die Aufstellung eines Goethe-Denkmals in Chicago machte einen längeren Aufenthalt in Amerika notwendig (1914). Mit einer Professur an der Münchener Akademie nahm er seit 1913 seinen ständigen Wohnsitz in München. Die bedeutendsten seiner Schüler waren Fritz Wrampe (1893–1934), Toni Stadler, Heinrich Kirchner, Anton Hiller und Josef Henselmann. H.s künstlerische Entwicklung ist bestimmt durch zwei Faktoren: die Ausbildung im Sinne des von Rümann vertretenen Naturalismus, der nicht zuletzt neben der Holzbildner-Lehre und dem Unterricht an der Kunstgewerbeschule Sinn und Gefühl für das Handwerkliche und das Material des Bildhauers geschärft haben dürfte; dann aber vor allem der Einfluß A. von Hildebrands, dessen Kunst und theoretischen Überlegungen er sich schon früh, noch als Schüler der Akademie, öffnete, um so mehr, als durch die Reisen nach Griechenland und Italien in ihm ein starkes, den Intentionen Hildebrands sinnverwandtes Interesse für die Antike und die italienische Renaissance entwickelt war. Dieser Gegensatz zwischen naturalistischer Nachahmungstreue, die sich besonders in seinen früheren Arbeiten noch mühelos erkennen läßt (zum Beispiel Adam und Eva, 1895; Moltke-Denkmal in Chemnitz, 1899), und einer aus einer klaren, an Antike und Renaissance geschulten Formvorstellung schaffenden Gestaltungskraft, die durch die künstlerische wie zeitliche Nähe Hildebrands sich entwickeln konnte, bestimmt gerade auch H.s künstlerische Bedeutung. Sie liegt nicht nur in seinem eigenen Werk, sondern auch in der Einwirkung auf eine ganze Bildhauer-Generation, der er als Lehrer mit seinen persönlichen künstlerischen Anschauungen zugleich die seines eigentlichen Lehrers vermittelte. H.s Gesamtwerk, vor allem die Arbeiten der 20er und 30er Jahre, zeigt sowohl in den großen Denkmälern (Goethe-Denkmäler in Chicago 1912 und in Wiesbaden 1919) wie auch in der Bau- und Porträtplastik eine Monumentalität der Form, die ihren Maßstab nicht in der meßbaren Größe, sondern in der streng formalen Durchdringung des Gegenstandes hat und selbst in seinen Medaillen spürbar bleibt. Das Spätwerk H.s läßt sich, auch der meisterlichen Behandlung des Materials und seiner Oberfläche wegen, die immer im Dienste der Steigerung und Präzisierung der Darstellung bleibt und sich von jeglicher Maniriertheit fernhält, durchaus dem Werk des A. Maillol annähern.|

  • Auszeichnungen

    GR, Maximiliansorden.

  • Werke

    Weitere W u. a. Denkmäler Liszt-Denkmal Weimar, 1900;
    Moltke-Denkmal Bremen, 1909;
    Brunnenanlagen Schmuckbrunnen Leverkusen, 1939;
    Bauplastik, vor allem f. d. Münchener Brücken, Porträtplastik Ed. Wölfflin, 1901 (München, Neue Staatsgal.);
    Frauenbüste, 1906 (ebd., Glyptothek);
    Walter Rathenau, 1909 u. 1926 (Berlin, Rathenau-Mus.);
    Medaillen Pettenkofer-Denkmünze;
    Statuen Judith, 1898 (Wien, Kunsthist. Mus., Moderne Gal.);
    Tänzerin, Bronze, 1903;
    Weibl. Akt, Bronze, 1919;
    Rosseführer, 1928 (vor d. TH München);
    „Höhenflug“, Bronze, 1932. - Ausstellungen: München, Glaspalast 1889-1921, Sezession 1895-1910 (umfassende Kollektion);
    Dt. Künstlerbund: Weimar, Darmstadt (1910), Mannheim (1913), Bremen (1921).

  • Literatur

    A. Heilmeyer, Die moderne Plastik in Dtld., 1903;
    ders., Die Plastik d. 19. Jh. in München,|1931;
    Ch. R. Post, A history of European and American sculpture, Cambridge, Mass., 1921;
    H. Epwein, Die Plastik, 1923;
    A. Hentzen, Dt. Bildhauer d. Gegenwart, 1934;
    B. E. Werner, Die dt. Plastik d. Gegenwart, 1940 (P);
    ThB (L);
    Vollmer (L);
    Rhdb. (W, P).

  • Autor/in

    Werner Mittlmeier
  • Empfohlene Zitierweise

    Mittlmeier, Werner, "Hahn, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 508-509 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11883245X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA