Lebensdaten
1863 bis 1946
Geburtsort
Gernrode (Harz)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Historiker ; Sinologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118692798 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Franke, Alwin Wilhelm Otto
  • Franke, Otto
  • Franke, Alwin Wilhelm Otto
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Zitierweise

Franke, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118692798.html [20.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1831–89), Bgm. in G., seit 1876 Dir. d. Landesstrafanstalt in Coswig, S e. Tuchscherermeisters;
    M Henriette (1832–1917), T d. Försters Gg. Ferd. Ziegler;
    Dresden 1897 Luise (* 1877), T d. Kaufm. Ernst Frdr. Eduard Niebuhr u. d. Marie-Louise-Gabriele Girard de Soucanton;
    3 S, 1 T, u. a. Wolfgang (* 1912), Sinologe.

  • Leben

    F. studierte 1882-87 an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Berlin, Göttingen und Kiel zunächst Geschichte, dann auch Indologie und Rechtswissenschaft. 1886 promovierte er in Göttingen bei L. F. Kielhorn mit einer indologischen Dissertation. 1887 begann F. in Berlin bei K. Arendt das Studium des Chinesischen und wurde bereits 1888 als Dolmetscheraspirant der deutschen Gesandtschaft in Peking zugeteilt. 1888-1901 war er in Peking sowie an den Konsulaten in Tientsin und Schanghai tätig und führte während dieser Zeit ausgedehnte Reisen in China durch. 1903 habilitierte er sich an der Universität Berlin für Sinologie und erhielt 1909 die neugegründete Professur für Sprachen und Geschichte Ostasiens am Hamburger Kolonialinstitut (ab 1919 Universität Hamburg). 1923 wurde er als Nachfolger von J. J. M. de Groot nach Berlin berufen. Nach seiner 1931 erfolgten Emeritierung lebte er zunächst in Berlin, seit 1943 in Ballenstedt am Harz – F. fand von der Praxis aus den Weg zur Wissenschaft, was in seinem lebenslangen Interesse an politischen Gegenwartsfragen und einer umfassenden publizistischen Tätigkeit zum Ausdruck kam. Sein wissenschaftliches Lebenswerk galt vornehmlich der politischen und geistigen Geschichte Chinas. Mit seiner bis 1368 reichenden „Geschichte des chinesischen Reiches“ (5 Bände, 1930-52) hat er ein aus den Quellen gearbeitetes Standardwerk geschaffen, das auf lange Zeit hinaus den Ausgangspunkt für alle weitere Forschung auf dem Gebiet der chinesischen Geschichte abgeben wird. Leitender Gesichtspunkt des Werks ist die konfuzianische Staatsidee. Ihre Erforschung hat F. namentlich auch durch seine „Studien zur Geschichte des konfuzianischen Dogmas und der chinesischen Staatsreligion“ (1920) nachhaltig gefördert. Seine historische Interessenrichtung hat auf die deutsche Sinologie richtungweisend gewirkt. – Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften (1923).

  • Werke

    Weitere W Asia Major IX, 1933, S. 3-20;
    ebd. NFI, 1944, S. 154-58 (Nachtrag);
    Erinnerungen aus zwei Welten, Randglossen z. eigenen Lebensgesch., 1954 (Autobiogr., P).

  • Literatur

    B. Theunissen, in: Mon. Serica XII, Peking 1947, S. 277-96 (Bibliogr., Ergg. zur Bibliogr. in: Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 100, 1950, S. 33 f.);
    Wolfg. Franke, in: Sinologica I, 1948, S. 352-54;
    E. Haenisch, in: Jb. d. Dt. Ak. d. Wiss. 1946–49, 1949, S. 145-49;
    F. Jäger, in: Zs. d. Dt. Morgenland. Ges. 100, 1950, S. 18-36 (P).

  • Portraits

    in: Bildnisse berühmter Mitgl. d. Dt. Ak. d. Wiss. zu Berlin, 1950.

  • Autor/in

    Herbert Franke
  • Empfohlene Zitierweise

    Franke, Herbert, "Franke, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 346-347 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118692798.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA