Lebensdaten
1895 bis 1987
Geburtsort
Linz
Sterbeort
Eisenstadt (Burgenland)
Beruf/Funktion
Althistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118606018 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schachermeyr, Fritz
  • Schachermayr, Fritz
  • Šachermajr, F.

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Zitierweise

Schachermeyr, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118606018.html [20.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Bauer, S e. Bauern;
    M Marie Höfinger;
    1928 Gisela v. Barisani;
    K Hilde (s. W).

  • Leben

    S., der sich schon als Schüler am Gymnasium in Linz intensiv mit der griech. Geschichte beschäftigte, begann 1914 ein Studium der Alten Geschichte bei Adolf Bauer in Graz und setzte dieses 1915 bei Eduard Meyer in Berlin, dann bei Adolf Wilhelm in Wien fort. Im 1. Weltkrieg diente er z. T. bei der österr. Armee in Mesopotamien, wodurch sein Interesse am Alten Orient verstärkt wurde. Er beendete sein Studium bei Carl Lehmann-Haupt in Innsbruck mit dem Staatsexamen und einer Dissertation über „Ägypten der 18. u. 19. Dynastie in seinen Beziehungen zu Vorderasien“ (Ägäis u. Vorderasien in ihren Beziehungen zu Ägypten, 1920). 1919-29 lehrte er an einem Innsbrucker Mädchengymnasium und habilitierte sich 1929 in Innsbruck mit der „Etrusk. Frühgeschichte“. 1931 wurde er o. Professor für Alte Geschichte in Jena, 1936 in Heidelberg, 1941 in Graz. Wegen der rassistischen Prägung seines Werks 1945-52 pensioniert, erhielt er danach die Lehrkanzel für Griech. Geschichte in Wien, derer bis 1970 vorstand (em. 1963).

    Insbesondere die Forschungen seiner ersten Schaffensperiode über die Frühgeschichte Griechenlands und dessen Beziehungen zum Vorderen Orient betonten stark eine „nordische Rasse“; daneben verfaßte S. wichtige positivistische Beiträge zur Realenzyklopädie von Pauly-Wissowa. Nach 1945 legte er zwei Darstellungen zu Alexander d. Gr. vor, während er sich nach seiner Wiederanstellung der griech. Klassik zuwandte. In seinen letzten Lebensjahren schuf er ein quantitativ und qualitativ beachtliches Werk zu Fragen der griech. Frühgeschichte. Als faszinierender Lehrer hatte S. einen großen Schülerkreis. Infolge seines „morphologischen“ Geschichtsdenkens, das durch B. Näf gewürdigt worden ist, zeigte S. eine Affinität zur NS-Ideologie, gleichwohl wird ihm von E. Badian „unparalleled genius“ zuerkannt. S. regte auch die Gründung der Internat. Hugo-Wolf-Gesellschaft an (seit 1957 Präs.) und war Mitherausgeber der kritischen Gesamtausgabe von Wolfs Werken.|

  • Auszeichnungen

    Gauführer d. nat.soz. Kampfrings d. Dt.-Österreicher (1933/34); korr. Mitgl. d. Jugoslaw. Ak. d. Wiss. u. d. Ak. d. Wiss. Heidelberg; Mitgl. d. Öster. Ak. d. Wiss. (korr. 1954, wirkl. 1957) u. d. Istituto di Studi Etruschi; Dr. phil. h. c. (Athen 1961, Wien 1984); Hartel-Preis (1963).

  • Werke

    Weitere W Lebensgesetzlichkeit in d. Gesch., Versuch e. Einf. in d. gesch.biol. Denken, 1940;
    Indogermanen u. Orient, Ihre kulturelle u. machtpol. Auseinandersetzung im Altertum, 1944;
    Alexander d. Gr., Ingenium u. Macht, 1949;
    Griech. Gesch., 1960, 21969, Tb. 1978;
    Die minoische Kultur d. alten Kreta, 1964;
    Die frühe Klassik d. Griechen, 1966;
    Perikles, 1969;
    Alexander in Babylon u. d. Reichsordnung nach seinem Tode, 1970;
    Geistesgesch. d. perikleischen Zeit, 1971;
    Alexander d. Gr., Das Problem seiner Persönlichkeit u. seines Wirkens, 1973;
    Die ägaische Frühzeit, 5 Bde., 1976-82;
    Die griech. Rückerinnerung im Lichte neuer Forschungen, 1983;
    Griech. Frühgesch., 1984;
    Ein Leben zw. Wiss. u. Kunst, hg. v. G. Dobesch u. Hilde Schachermeyr, 1984 (Autobiogr.);
    zahlr. Art. in altertumswiss. u. in musikwiss. Zss. u. FS sowie im Keallex. d. Vorgesch., Reallex. d. Assyriol., Paulys Real-Enc. d. dass. Altertumswiss., Der Kl. Pauly;
    W-Verz. v. G. Dobesch, in: F. Schachermeyr, Forschungen u. Betrachtungen z. griech. u. röm. Gesch., hg. v. A. Betz u. E. Kirsten, 1974, S. 447-56.

  • Literatur

    V. Losemann. NS u. Antike, 1977, bes. S. 47 f.;
    G. Dobesch, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 138, 1987, S. 419-36 (W);
    S. Deger-Jalkotzy, in: AfA 41, 1988, S. 125-28;
    dies., in: Kadmos 29, 1988, S. 89-91 (P);
    dies., in: Archiv f. Orientforsch. 35, 1988, S. 256-58;
    E. Badian, in: American Journal of Ancient Hist. 13, 1988, S. 1-10;
    G. Dobesch, ebd., S. 11-55;
    A. B. Bosworth, ebd., S. 56-78;
    B. Näf, Der Althist. F. S. u. seine Gesch.auffassung im wiss.geschichtl. Rückblick, in: Storia della Storiografia 26, 1994, S. 83-100;
    K. Christ, in: Hellas, Griech. Gesch. u. dt. Gesch.wiss., 1999, S. 251-54 u. 302-11;
    E. Mensching, „… gehört zu den wenigen, die zur bedingungslosen Reue fähig waren.“, Zwei Texte über Richard Härder u. e. Hinweis auf F. S., in: Latein u. Griechisch in Berlin u. Brandenburg 44, 2000, H. 3, 78-91;
    W. Weber, Biogr. Lex. z. Gesch.wiss. in Dtld., Österr. u. d. Schweiz, 21987;
    Hist. Lex. Wien.

  • Autor/in

    Wolfgang Schuller
  • Empfohlene Zitierweise

    Schuller, Wolfgang, "Schachermeyr, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 488 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118606018.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA