Lebensdaten
1698 bis 1767
Geburtsort
Ulm
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Tiermaler
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 118600621 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ridinger, Johann Elias

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Zitierweise

Ridinger, Johann Elias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118600621.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Daniel (1656- v. 1737), Schreiber in U., als Autodidakt auch künstler. tätig (s. ThB, z. T. fehlerhaft);
    M Regina Catharina Miller (1663–1703), aus U.;
    1723 Jacobina zur Helle;
    2 S Martin Elias (um 1730–80), Johann Jakob (um 1736–84), beide Kupferstecher u. Mitarbeiter R.s. führten d. Verlagshaus fort (s. ThB), Stief-S Johann Gottfried Seuter (1717–1800), Kupferstecher u. Zeichner (s. ThB).

  • Leben

    Nach erstem Unterricht bei dem Maler Christoph Resch in Ulm siedelte R. um 1716 nach Augsburg über, wo er sich bei dem Tier- und Pflanzenmaler Johann Flach und vielleicht bei dem bfl. Hofmaler Karl Wilhelm de Hamilton weiterbildete. Danach trat R. auf Empfehlung des Augsburger Malers Gabriel Spitzel um 1719 in die Dienste des brandenburg. Reichstagsgesandten Wolf Frhr. v. Metternich in Regensburg. Dort verbrachte R. drei für seine künstlerische Entwicklung entscheidende Jahre, in denen er durch die Teilnahme an Hetzjadgen und Besuche in der Reitschule die Grundlagen für seine späteren Jagddarstellungen und Reitschulstichfolgen|schuf. Nach Augsburg zurückgekehrt, erlernte R. an der Reichsstädtischen Kunstakademie bei Georg Philipp Rugendas d. Ä. (1666–1742) die Kupferstecher- und Radierkunst. Mitte der 20er Jahre gründete R. einen Kunstverlag, um die eigene, rasch anwachsende Stichproduktion zu vertreiben. Aus den folgenden Jahren ist nicht viel über R. bekannt; 1757 wurde er Assessor am ev. Ehegericht, 1759 zum Direktor der Kunstakademie ernannt.

    Neben Rugendas und Johann Esaias Nilson (1721–88) galt R. bereits zu Lebzeiten als der profilierteste Stecher in Augsburg. Von bzw. nach ihm sind etwa 1600 graphische Blätter bekannt, davon allein etwa 1200 mit Tierdarstellungen, die im Zentrum seines Schaffens standen. Er war der zu seiner Zeit berühmteste Darsteller von Tieren, zeichnete jegliche Art in den verschiedensten Situationen. Dabei weisen seine Darstellungen stets über das äußere Erscheinungsbild der Tiere hinaus und zeigen einen beseelten, oft nahezu menschlichen Ausdruck. Der schlanke Wuchs und die verhältnismäßig kleinen Köpfe lassen Stiltendenzen des Rokoko erkennen, die auch in der Erzählweise, der alles Heldenhaft-Abenteuerliche fehlt, spürbar sind.

    R.s Tätigkeit steht in der Tradition der Augsburger Stecherkunst. Wie im 18. Jh. üblich, verschmolz R. die gerade Linie des Kupferstichs mit der bewegungsreicheren und spontaneren Linie der Radierung und erzielte damit den hohen optischen Reiz seiner Darstellungen, der sich v. a. in der Wiedergabe der seidig schimmernden Tierfelle ausdrückt.

    Von der Wertschätzung und Ausstrahlung seiner Kunst zeugen häufige Nachdrucke seiner populärsten Folgen bis ins 19. Jh. ebenso wie die Übertragungen seiner Kompositionen in andere Techniken wie Wanddekorationen oder Porzellangruppen.

  • Werke

    Neue Reit-Kunst, 1722, 23 Bl.;
    Vorstellungen d. vortreffl. Fürsten-Lust od. d. edlen Jagdbarkeit, 1729, 36 Bl.;
    Neue Reit-Schule, 1734, 18 Bll.;
    Betrachtung d. wilden Tiere mit beigefügter Poesie d. Herrn B. H. Brockes, 1736, 40 Bll.;
    Abb. d. jagdbaren Tiere mit derselben Färten u. Spuren, 1740, 23 Bll.;
    Vorstellung u. Beschreibung derer Schul u. Campagne Pferden, 1760, 47 Bll.;
    Die Jäger u. Falkoniers mit ihren Verrichtungen, um 1764, 26 Bll., 24 Vorzeichnungen (Augsburg, Städt. Kunstslgg).

  • Literatur

    ADB 28;
    W. Stubbe, J. E. R., 1966;
    J. E. R. 1698-1767, Ausst.kat. Augsburg 1967;
    M. Michel, Vorfahren u. Verwandte d. Tiermalers u. Kupferstechers J. E. R., in: Bll. d. Bayer. Landesver. f. Fam.kunde 50, 1987, S. 396-414;
    S. Morét, Wer hat d. Thierreich so in seines Pinsels Macht? …, d. Tierdarstellungen v. J. E. R., 1999;
    Dict. of Art.

  • Portraits

    J. J. Haid, Öl/Lw., 1744, Schabkunstbl. nach J. G. Bergmüller, n. 1744 (beide Augsburg, Städt. Kunstslgg.).

  • Autor/in

    Peter Prange
  • Empfohlene Zitierweise

    Prange, Peter, "Ridinger, Johann Elias" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 555 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118600621.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA