Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Augsburger Handwerker ; Künstler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 123769795 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Saiter
  • Seiter
  • Seuter
  • mehr

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Zitierweise

Seutter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123769795.html [19.11.2019].

CC0

  • Leben

    Wann die wohl aus dem Allgäu stammende, weitverzweigte Familie in Augsburg ansässig wurde, ist bisher nicht ermittelt. Seit dem 16. Jh. bis ins frühe 19. Jh. waren ihre Mitglieder in verschiedenen Handwerken und Gewerben tätig und durch Heirat mit anderen bedeutenden Handels- und Künstlerfamilien der Reichsstadt (Hörmann, Mehrer; v. a. Goldschmiede wie Gaap, Neuß u. Schoap sowie Verleger u. Kupferstecher wie Haid, Hertel, Kilian, Lotter, Probst, Riedinger u. Rugendas) verschwägert. Ein Mang ist 1584 als Kupferstecher nachweisbar, andere Mitglieder der Familie waren im späteren 16. Jh. in Augsburg als Papiermacher und „Venediger Boten“ tätig (Eustachius, Georg), auch Matthäus (I) (* 1533/38), wohl der Vater des Goldschmieds Matthäus (II) (1574–1632). Dessen ältester Sohn Martin (1607–77/81) war ksl. Hofsilberhändler, der 1650 vom Hof den Auftrag zur Lieferung eines Tafelgeschirrs an die Hohe Pforte erhielt und dessen Nachkommen als Stecher und Verleger von Landkarten bekannt wurden, während Johannes (1614–81) und etliche seiner Nachkommen als Goldschmiede, Goldarbeiter, andere als Maler, Kupferstecher, Formschneider und Stoffdrucker arbeiteten.

    Martins Enkel Matthäus (IV) (1678–1757, s. u.) gründete nach seiner Ausbildung zum Zeichner und Kupferstecher, v. a. von Landkarten, ein eigenes Unternehmen, das sich seit den 1720er Jahren sehr erfolgreich entwickelte (s. u.). Einige Söhne des Johannes waren Goldschmiede (Johann Paulus I, 1646-n. 1696) oder Goldarbeiter (Johann II, 1651-n. 1704, Johann Christoph, 1657–93). Besondere Bekanntheit erlangte der vielseitige Sohn des Johann Paulus, Bartholomäus (1677–1754). Er arbeitete als Goldschmied und Emailleur, jedoch auch als Porzellanmaler (vornehmlich von Meißener Porzellan) sowie Fayencemaler und -händler, Seidenfärber und Verleger in Augsburg. Als Kupferstecher versuchte er sich in Farbstichverfahren. Sein Bruder Johannes (III) (1686–1719) war Maler und Kupferstecher in Augsburg. 1710–13 war er in Berlin tätig. Seine Werke lassen eine stilistische Ausrichtung am Vorbild von Johann Carl Loth (1632–98) erkennen. Der letzte männliche Namensträger war der Kupferstecher Johann Gottfried (1717–99), der nach dem Tod seines Vaters Johannes (III) zunächst bei seinem Stiefvater Johann Elias Ridinger (1698–1767), dann bei Georg Martin Preißler (1700–54) in Nürnberg in die Lehre ging. 1743 reiste er nach Italien, wo er wechselweise in Florenz, Rom und Venedig lebte und mehrere umfangreiche graph. Zyklen stach (z. B. die „Vedute delle Ville e d'altri luoghi della Toscana“ des Giuseppe Zocchi). Um 1750 wieder in Augsburg nachweisbar, hielt er sich in den 50er Jahren offenbar nochmals für längere Zeit in Venedig auf, um 1758 endgültig in seine Heimatstadt zurückzukehren. Bekannt sind zahlreiche Stiche nach Gemälden von Tizian, Tintoretto, Raffael, Correggio und Rembrandt.

  • Literatur

    ADB 34;
    S. Rathke-Köhl, Gesch. d. Augsburger Goldschmiedegewerbes v. Ende d. 17. bis z. Ende d. 18. Jh., 1964, S. 31, 64, 82 u. 170;
    F. Grenacher, Guide to the cartographic hist. of the imperial city of Augsburg, in: Imago Mundi 22, 1968, S. 85–106;
    H. Seling, Die Kunst d. Augsburger Goldschmiede 1529–1868, Bd. I, 1980, S. 241, u. Bd. III, 1980, S. 130, 187, 234, 238, 240, 263, 347, 456 u. 475, Neubearb., 2007, Nr. 1165, 1500, 1726, 1742, 1749, 1830 u. 2005;
    G. Nebinger, Die Kartographen, Kupferstecher, Goldschmiede u. Maler S. in Augsburg, in: Bll. d. Bayer. Landesver. f. Fam.kde. 15, 1984/85, S. 117–33;
    W. Seitz, The engraving trade in seventeenth- and eighteenth-century Augsburg, a checklist, in: Print Quarterly 3, 1986, H. 1, S. 116–28;
    Augsburger Buchdruck u. Verlagswesen, hg. v. H. Gier u. J. Janota, 1997;
    M. Ritter, Augsburger Landkartenproduktion im 18. Jh., Die Verleger S., Lotter u. Probst, in: Augsburg, die Bilderfabrik Europas, Essays z. Augsburger Druckgraphik d. Frühen Neuzeit, hg. v. J. R. Paas, 2001, S. 153–62;
    ThB;
    Augsburger Stadtlex.

  • Portraits

    P zu Bartholomäus: Zeichnung v. G. Ch. Kilian, wohl als Vorbereitung e. Umrißradierung (München, Bayer. Nat.mus.), Ausführung (Augsburg, Staats- u. Stadtbibl.).

  • Autor/in

    Wolfgang Augustyn
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Augustyn, Wolfgang, "Seutter" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 284-285 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123769795.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA