Lebensdaten
1617 bis 1682
Geburtsort
Mönchengladbach
Sterbeort
Aachen
Beruf/Funktion
Jesuit ; geistlicher Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118586130 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nakatenus, Wilhelm
  • Nacatene, Guillaume
  • Nacatene, Guilliaume
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Zitierweise

Nakatenus, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118586130.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Everhard Nakaten aus M.;
    M Adelheit Brewers aus M.

  • Leben

    Nach der Ausbildung an Jesuitengymnasien in Neuss und Köln 1628-36 trat N. dort in die Societas Jesu ein. 1636-38 absolvierte er das Noviziat in Trier, anschließend war er bis 1644 als Magister am dortigen Jesuitengymnasium tätig. 1644-48 studierte N. in Münster Theologie und empfing 1647 die Priesterweihe. Während seines Tertiats 1648/49 in Köln verfaßte er das Widmungsgedicht für die Erstausgabe der „Trutznachtigall“ (1649) seines Ordensbruders Friedrich v. Spee. 1649-52 wirkte er zunächst als Studienpräfekt am Ordensgymnasium in Coesfeld, 1652-55 dann als Professor in Münster. Seit Herbst 1655 übte er das Amt eines Predigers in Jülich aus. 1657-73 war N. vorwiegend in Köln als Prediger auf der Domkanzel, als Katechet und Beichtvater tätig. 1660-64 war er, vom Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich gerufen, Prediger an der Bonner Hofkirche. 1662 erschien sein Hauptwerk, das Gebetbuch „Himmlisch Palm=Gärtlein“, dem 1667 eine lat. Fassung „Coeleste Palmetum“ folgte. 1673-79 wirkte N. am pfalz-neuburg. Hof in Düsseldorf erneut als Prediger. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er als Katechet und Prediger in Aachen.

    Wenn auch die lange Zeit vertretene Auffassung, N. sei der Herausgeber der Erstausgaben von Friedrich v. Spees „Trutznachtigall“ und dem „Güldenen Tugendbuch“ gewesen, nicht zutrifft, so zeigt sich N. in seinem eigenen Dichten durchaus von Spee beeinflußt. Er gilt als einer der fruchtbarsten und bedeutendsten Gebetbuchautoren der frühen Neuzeit. Seine Werke wurden während einer mehr als 300 Jahre anhaltenden Wirkungs- und Rezeptionsphase in wenigstens 670 Editionen im deutschen Sprachgebiet, in den Niederlanden und den frankophonen Nachbarländern verbreitet. Sein „Himmlisch Palm=Gärtlein“ (zahlr. Aufl., 1662–1909, zuletzt niederländ. 1947) ist ein Buch für alle Bereiche des geistlichen Lebens. Neben der Bibel, den Schriften der Kirchenväter und zahlreichen Gebeten sind vor allem die Offizien (Tagzeiten) von größter Bedeutung für die Laienspiritualität geworden, da sie dem einfachen Beter Elemente des offiziellen Breviergebetes vermittelten. In Spee ebenbürtiger Weise übertrug N. für die Offizien eine Reihe lat. Hymnen in deutsche Verse, denen er eigene Dichtungen zufügte. N. war – mittelbar – an der Einrichtung der noch heute bestehenden Wallfahrt nach Hardenberg/Neviges beteiligt: ein Kupferstich aus seinem „Himmlisch Palm=Gärtlein“ wird dort seit 1681 als Gnadenbild verehrt.

  • Werke

    u. a. Thesaurus Sacrae Supellectilis, zahlr. Aufl. 1642-1720;
    Coeleste Palmetum. zahlr Aufl. 1667-1922;
    Seelen=Hülff, zahlr. Aufl. 1672-1755. – Geistl. Lieder v. W. N., hrsg. v. W. Bremrne, 1903 (W, L, P).

  • Literatur

    ADB 23;
    Duhr II/2, S. 756, III, S. 595-97;
    W. Bäumker, Das kath. dt. Kirchenlied in seinen Singweisen, 1883-1911, III, S. 34 f., IV, S. 49 u. ö.;
    L. Bopp, Zu e. 300j. Gebet- u. Gesangbuch-Jubiläum, in: Oberrhein. Pastoralbl. 61, 1960, S. 210-17;
    K. Kammer, W. N., in: Neues Trierer-Jb., 1961, S. 66 ff.;
    K. Küppers, W. N. S. I., Biogr. Daten e. geistl. Schriftst., in: Archivum Historicum Soc. Jesu 48, 1979, S. 204-47;
    ders., Das Volks-Stundengebet im „Himmlisch Palm=Gärtlein“ d. Jesuiten W. N., in: Trierer Theol. Zs. 90, 1981, S. 305-16;
    ders., Das Himmlisch Palm=Gärtlein d. W. N., Unteres, zu Ausgg., Inhalt u. Verbreitung e. kath. Gebetbuchs d. Barockzeit, 1981;
    Sommervogel, V 1544-54, IX, 712;
    Koch;
    LThK;
    LThK;
    Dict. de Spiritualité XI, S. 36 f.;
    Kosch. Lit.-Lex.3;
    BBKL.

  • Autor/in

    Kurt Küppers
  • Empfohlene Zitierweise

    Küppers, Kurt, "Nakatenus, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 724 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118586130.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Nakatenus: Wilhelm N., geb. 1617 zu Gladbach im Jülich'schen, trat 1636 zu Trier in den Orden der Gesellschaft Jesu und lehrte anfangs Humaniora und Philosophie in Schulen des Ordens; später widmete er sich ausschließlich der Kanzelberedsamkeit und wurde 1675 von dem Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich von Baiern als Hofprediger berufen. N. erlangte einen großen Ruf als erbaulicher Schriftsteller durch sein „Coeleste Palmetum“, welches zuerst 1660 erschien und sodann lateinisch und deutsch in einer unübersehbaren Zahl von Auflagen bis in die Mitte unseres Jahrhunderts herab Neudrucke erlebte. Nach Backer's Angabe (Ecrivains, Tom. I) waren in den Jahren 1660—1668 allein schon 14,000 Exemplare vergriffen. N. starb zu Aachen 1682.

  • Autor/in

    Werner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Werner, "Nakatenus, Wilhelm" in: Allgemeine Deutsche Biographie 23 (1886), S. 243 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118586130.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA