Lebensdaten
1878 bis 1955
Geburtsort
Karlsruhe
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Maler ; Graphiker
Konfession
evangelisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 118552341 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofer, Karl
  • Hofer, Carl
  • Hofer, Karl
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Zitierweise

Hofer, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118552341.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl ( 1879), Militärmusiker;
    M N. N.;
    1903 Mathilde Scheinberger;
    2 K.

  • Leben

    Nach vierjähriger Lehrzeit als Buchhandlungsgehilfe tritt H. 1896 als Schüler R. Poetzelbergers in die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe ein, an der er bald unter H. Thoma und L. von Kalckreuth arbeitet. Letzterem folgt er 1902 auf die Akademie nach Stuttgart. Neben Thoma gewinnen A. Böcklin und H. von Marées Einfluß auf ihn. Während des Aufenthaltes in Paris (1899–1901) widmet sich H. dem Studium der Werke P. Cézannes und findet in ihm sein Vorbild. Jahre in Rom (1903–08) und in Paris (1908–13), unterbrochen von 2 Reisen nach Indien an die Malabar-Küste (1909 und 1911), festigen die Eigenart H.s, der nur zögernd öffentliche Aufmerksamkeit findet. 1913 ist er in Berlin und wird, während eines Ferienaufenthaltes in Frankreich, im August 1914 interniert, 1917 jedoch, auf Betreiben seines Mäzens, Th. Reinharts in Winterthur, als Austauschgefangener nach Zürich entlassen. 1919 wieder in Berlin, wird H., obgleich den politischen und künstlerischen Strömungen fern, 1920 an die Berliner Hochschule für bildende Künste berufen und 1923 Mitglied der Akademie.

    Formales und darstellerisches Thema H.s ist vor allem der weibliche Halbakt. Neben Variationen Cézannescher Bildfügungen (Große Tischgesellschaft, 1924) und Landschaften tritt das symbolische Bild (Harlekin, Modellpuppe und Skelett, 1928) als Dokument kritischer Distanz zur Zeit. Nach der Machtergreifung durch Hitler 1933 entlassen, beginnt H., der sich noch am 13.7.1933 in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ (Nummer 292) der nationalsozialistischen „Kunst“ erwehrt („Der Kampf um die Kunst“), eine Reihe von Bildern (Gefangene, 1933; Rufer, 1937; Schwarze Zimmer, 1942), die eigenwillige Deutungen der ihn bedrängenden Jahre sind. Die als „entartet“ vernichteten oder verschleppten Bilder malt H. aufs neue. Bei einem Luftangriff auf Berlin wird 1943 sein Atelier zerstört. Er wiederholt vo rdem entstandene Bilder aus dem Gedächtnis und findet in „Alarm“ (1945) sichtbaren Ausdruck für die Angst des Menschen vor dem Bombenkrieg. Unmittelbar nach Kriegsende gründet H. die Hochschule für Bildende Kunst in Berlin wieder und wird 1947 zum Präsidenten der Akademie der Künste gewählt. Mit seinem Bekenntnis: „Das Romantische habe ich besessen, ich habe das Klassische gesucht“, steht H. innerhalb der Tradition deutscher Malerei. Daraus erklärt sich auch sein Grundsatz der „Selektion“, nach dem aus der Vielfalt der Natur nur das der Kunst Zukommende und das der Bildfläche Würdige darstellbar ist. Der Kulturpessimismus, dem er, als einem Symptom seiner Generation, verfallen ist, zwingt ihn zur Hoffnung, daß es für die Zukunft der Kunst „nur ein neues Weltbild geben kann, das der Menschlichkeit“.|

  • Auszeichnungen

    1. u. 2. Preis d. Carnegie-Stiftung (1929), Dr. h. c. (1948), Friedenskl, d. Ordens pour le mérite (1952), Großes Bundesverdienstkreuz (1953).

  • Werke

    Weitere W u. a. in: Berlin, Stiftung Preuß. Kulturbes., Nat.gal. u. Slg. Hofer;
    Karlsruhe, Staatl. Kunstslgg.;
    Köln, Wallraf-Richartz-Mus.;
    München, Neue Staatsgal.;
    Winterthur, Slg. Reinhart u. Kunstver.;
    Privatbes. - Schrr.:
    Vorwort z. Kat. d. Ausstellung in d. Gal. Flechtheim, 1931 (P);
    Aus Leben u. Kunst, 1952 (P);
    Erinnerungen e. Malers, 1953;
    Über d. Gesetzliche in d. Bildenden Kunst, hrsg. v. K. Martin, 1956 (P);
    Hrsg. (mit O. Nerlinger): Bildende Kunst, Berlin (Ost), 1947-49. -
    Institutionelle W u. Personalakten in d. Ak. d. Künste in Berlin (West).

  • Literatur

    A. Jannasch, C. H., 1946;
    A. Behne, in: Künstler unserer Zeit, 1947;
    Festgabe an K. H., begonnen v. dems., hrsg. v. G. Strauß, 1948;
    W. Haftmann, Malerei im 20. Jh., 1954, S. 322 ff.;
    K. Martin, Rede auf K. H., 1957 (W);
    G. Marcks, in: Orden pour le mérite f. Wiss. u. Künste, Reden u. Gedenkworte I, 1958 (P);
    ThB (W, L);
    Vollmer (W, L).

  • Portraits

    Selbstbildnisse, 1908 (Karlsruhe, Slg. Albiker), 1913 (Winterthur, Slg. Reinhart), 1930 (Berlin, Slg. H.), 1937 (Winterthur, Kunstver.), Abb. in: Berliner Bildnisse aus 3 Jhh., Kat. München 1962, 1942 (Reutlingen, Slg. Häussler).

  • Autor/in

    Wolfgang Freiherr von Löhneysen
  • Empfohlene Zitierweise

    Löhneysen, Wolfgang Freiherr von, "Hofer, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 381 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118552341.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA