Lebensdaten
1846 bis 1935
Geburtsort
Röcken bei Lützen
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
Schriftstellerin ; Leiterin des Nietzsche-Archivs
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 11853419X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Förster-Nietzsche, Elisabeth
  • Nietzsche, Elisabeth
  • Förster, Elisabeth
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Förster, Elisabeth, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11853419X.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Ludw. Nietzsche (1813–49), Pfarrer;
    M Franziska (1826–97), T d. Pfarrers Dav. Ernst Oehler in Pobles b. Weißenfels;
    B Frdr. Nietzsche ( 1900), Philosoph;
    Naumburg 1885 Bernhard Förster (1843–89), Dr. phil., antisemit. Politiker, gründete in Paraguay 1886 d. dt. Ansiedlung „Neu-Germanien“, Urur-E d. Christoph s. (2); Schwäger Theodor (1839–98), Prof. d. Theol., Sup. in Halle, Paul (1844–1925), Prof., Vorkämpfer d. Tierschutzes; kinderlos.

  • Leben

    F. genoß im Elternhaus sowie in Schule (Naumburg) und Pensionat (Dresden) eine sorgfältige Erziehung. Das geschwisterliche Verhältnis zu dem nur wenig älteren Bruder Friedrich war nicht ohne Probleme und Spannungen, besonders als sie 1885 B. Förster heiratete, den F. Nietzsche vor allem als Antisemiten ablehnte. Nach dem Tode ihres Mannes, dem sie nach Paraguay gefolgt war, kehrte sie nach Deutschland zurück und kümmerte sich um das Werk und die Verlagsrechte ihres inzwischen unheilbar erkrankten Bruders. Nachdem die Mutter gestorben war, übersiedelte sie mit ihm nach Weimar, wo das von ihr begründete Nietzsche-Archiv untergebracht war. F., die fast 40 Jahre lang den im Nietzsche-Archiv gesammelten Nachlaß ihres Bruders autokratisch verwaltete, sah ihr Lebensziel in der Verbreitung der Philosophie Nietzsches und der Veröffentlichung seines schriftstellerischen Erbes, dessen Bewahrung und Sammlung teilweise ihr Verdienst ist. Besessen von einer Aufgabe, zu der sie weder wissenschaftlich befähigt, noch, nach Ansicht ihrer Kritiker, moralisch legitimiert war, leistete sie durch ihre Bearbeitung von „Der Wille zur Macht“ einer falschen Nietzsche-Interpretation Vorschub. Schon zu ihren Lebzeiten war sie heftigen Angriffen ausgesetzt, um so mehr als sie durch Vernichtung wichtiger Originalbriefe der wissenschaftlichen Forschung die objektive Wahrheitsfindung unmöglich machte.

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c..

  • Werke

    Das Leben Frdr. Nietzsches. 1895, kleine Ausg. 1925 (P);
    Wagner u. Nietzsche z. Z. ihrer Freundschaft, 1915.

  • Literatur

    P. Cohn, Frau E. F.-N., 1908;
    L. Marelle, Die Schwester E. F.-N., 1933;
    Ansprachen z. Gedächtnis d. Frau Dr. phil. h. c. E. F.-N. b. d. Trauerfeierlichkeiten in Weimar u. Röcken am 11. u. 12.11.1935, 1935;
    E. Erichsen, Liliencron u. Weimar, Unveröff. Briefe Frau F.-N.s an d. Poggfred-Dichter, in: Nordelbingen 23, 1955, S. 33-40;
    J. G[ünther], Elisabeths „Wille zur Macht“?, in: Neue Dt. Hh., Btrr. z. europ. Gegenwart, H. 35, 1957, S. 247-50;
    C. Schlechta, Der Fall Nietzsche, 1958;
    Philos. Lit. Anz. 11, 1958, H. 8;
    E. Salin, Vom dt. Verhängnis, 1959. – Zu Bernh. F.:
    Dr. B. F.s Kolonie „Neu-Germania“ in Paraguay, 1891;
    Mann, Die Anfänge d. Kolonie Nueva Germania in Paraguay, in: Der Auslandsdeutsche 9, 1920, Nr. 13. – Zu Schwager Theodor F.: Kohlschmidt, in: BJ III, S. 248 f.

  • Autor/in

    Edith Selow
  • Empfohlene Zitierweise

    Selow, Edith, "Förster, Elisabeth" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 273 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11853419X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA