Lebensdaten
1880 bis 1958
Geburtsort
Elbing
Sterbeort
Berlin-Lichtenrade
Beruf/Funktion
Journalist ; Schriftsteller ; Literaturhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118532162 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fechter, Paul Otto Heinrich
  • Fechter, Paul
  • Fechter, Paul Otto Heinrich
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Zitierweise

Fechter, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118532162.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Rudolf (1849–1904), Zimmermeister u. Bauunternehmer, Zimmermeisters-S;
    M Rosa (1858–1946), T d. Gymnasialoberlehrers Otto Retzlaff in Königsberg/Pr. u. d. Emilie Passarge; Onkel mütterlicherseits Siegfried Passarge (1867–1958), Prof. d. Geogr., Frdr. Fischer ( 1944), Architekt (s. NDB V);
    Dresden 1907 Emma (* 1878, kath.), T d. Gymnasialdir. Heinr. Vockeradt;
    1 T.

  • Leben

    F. studierte zunächst Architektur, später Natur- und Geisteswissenschaften und promovierte 1905 in Erlangen über „Die Grundlagen der Realdialektik“ (1906) zum Dr. phil. Seine journalistische Tätigkeit, in der er seine eigentliche Lebensaufgabe sah, begann er 1905 als kulturpolitischer Redakteur der „Dresdener Neuesten Nachrichten“. 1911-14 arbeitete er für die „Vossische Zeitung“, übernahm 1918 das Feuilleton der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ in Berlin und gehörte dem Blatt als Theater- und Kunstreferent bis 1933 an. Zur Zeit des Nationalsozialismus, zu dem er bald in Widerspruch geriet – er war Mitglied der am 20. Juli 1944 beteiligten Berliner Mittwochsgesellschaft –, gab er seit 1933 gemeinsam mit Fritz Klein die 1940 unterdrückte Wochenschrift „Deutsche Zukunft“ heraus. Neben seiner journalistischen Arbeit schuf er ein aus umfassender Bildung erwachsendes, thematisch erstaunlich weitgespanntes literarisches Werk. Seine geist- und humorvollen Romane sind seiner Wahlheimat Berlin (Die Kletterstange, 1924; Der Herr Ober, 1940) wie auch seinem Geburtsland (Das wartende Land, 1931) verpflichtet, seine Wertschätzung für östliche Lebens- und Wesensart bekundet auch die Komödie „Der Zauberer Gottes“ (1940). Ferner bot er eine der ersten Untersuchungen über den Expressionismus (Der Expressionismus, 1914). Seine „Geschichte der deutschen Literatur“ (1940|) – erstmals veröffentlicht 1932 als „Dichtung der Deutschen“ – blieb infolge der Subjektivität in Auswahl und Bewertung sowie der betont populären Form der Darstellung nicht ohne Widerspruch. F.s literarische Bedeutung beruht wesentlich auf seinen feuilletonistischen Beiträgen für die Tagespresse und hier in erster Linie auf den sachlich fundierten, verantwortungsbewußten und maßvollen Theaterkritiken, die mehrere Jahrzehnte das Berliner Theaterleben mitbestimmten. Seine vor allem auch stilistisch meisterhafte journalistische Arbeit beeinflußte nachhaltig das Schaffen der nachfolgenden Generation, unter anderem von Peter Bamm und Bruno E. Werner. In F.s Erinnerungsbüchern gewinnt sein an Begegnungen reiches Leben bleibende Gestalt.

  • Werke

    Weitere W Frank Wedekind, 1920;
    Die Tragödie d. Architektur, 1921;
    Das graph. Werk Max Pechsteins, 1921;
    Gerhart Hauptmann, 1922;
    Der Ruck im Fahrstuhl, Roman, 1926;
    Die Rückkehr z. Natur, Roman, 1929;
    Dt. Dichtung d. Gegenwart, 1929;
    Agnes Miegel, 1933;
    Ernst Barlach, Zeichnungen, 1935;
    Die Fahrt nach d. Ahnfrau, Erz., 1935;
    Sechs Wochen Dtld., 1936;
    Die dt. Lit. v. Naturalismus b. z. Lit. d. Unwirklichen, 1938;
    Die Gärten d. Lebens, Roman, 1939;
    Menschen u. Zeiten, 1948;
    An d. Wende d. Zeit, 1949;
    Alle Macht den Frauen, 1950;
    George Bernard Shaw, 1951;
    Knut Hamsun, 1952;
    Zwischen Haff u.|Weichsel, 1954;
    Menschen auf meinen Wegen, 1955;
    Ernst Barlach, 1957;
    Das europ. Drama, 3 Bde., 1956-58. – Hrsg.: Paul Heyse, Novellen, 1930;
    Jacob Burckhardt, Weltgeschichtl. Betrachtungen, 1948;
    Th. Fontane, Wanderungen durch d. Mark, Auswahl, 1952.

  • Literatur

    R. Pechel, P. F., in: Die Literatur 35, 1932;
    K. W. Straub, in: Ostdt. Mhh. 13, 1932/33;
    K. Martens, P. F. (mit Bibliogr. v. E. Metelmann), in: Die Neue Literatur, Nr. 8, 1933 (P);
    F. v. d. Leyen, P. F.s Werk, in: Die Lit., Beil. Nr. 32 d. Köln. Ztg., 1935;
    P. F.s Geburtstagstisch, hrsg. v. R. Pechel, 1940;
    M. Csögl, P. F., Diss. Wien 1942;
    W. Seidel, Die geistige Haltung d. neueren dt. Theaterkritik entwickelt an O. Brahm, A. Kerr, A. Polgar, S. Jacobsohn, P. F., H. Ihering u. B. Diebold, Diss. München 1951 (ungedr.);
    F. Lennartz, Die Dichter unserer Zeit, 51952;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    Kürschner, Lit.-Kal., 1958;
    Rhdb.

  • Portraits

    Bronzebüste v. H. Schrott-Fiechtl (Berlin, Haus d. ostdt. Heimat);
    Kaltnadelradierung v. M. Pechstein (Washington, Nat.gal., Slg. L. J. Rosenwald).

  • Autor/in

    Rüdiger Frommholz
  • Empfohlene Zitierweise

    Frommholz, Rüdiger, "Fechter, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 39 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118532162.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA