Lebensdaten
1731 bis 1758
Geburtsort
Ansbach
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Dichter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11852285X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cronegk, Johann Friedrich Freiherr von

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Zitierweise

Cronegk, Johann Friedrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852285X.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Kärntner Adelsgeschlecht, dessen ev. Teil um 1645 die Heimat verlassen mußte; Vater Frdr. Joh. Karl ( n. 1760), FML, Oberamtmann v. Windsbach;
    M Sophie Christiane ( 1757), T des Gg. Wolff v. Crailsheim, GR, Oberamtmann zu Hohentrüdingen u. Heidenheim, u. der Agathe Magd. v. Hüffell aus Straßburger Patriziergeschlecht; ledig.

  • Leben

    Als einziges Kind erhielt C. im Elternhaus eine sorgfältige Erziehung. In Halle und Leipzig studierte er 1749-52 Jura und die schönen Wissenschaften. Der nahe Umgang mit Chr. F. Gellert, G. W. Rabener, A. G. Kaestner und Chr. F. Weiße wurde ebenso einflußreich für seine dichterische Entwicklung wie der häufige Besuch der Kochschen Theateraufführungen. Nach seiner Ernennung zum ansbachischen Hof- und Justizrat unternahm er 1752/53 eine Reise durch Italien und Frankreich, auf der für ihn besonders die Begegnung mit Goldoni und das Studium des französischen Theaters wichtig wurden. Im Ansbacher Hofdienst scheint er sich wenig glücklich gefühlt zu haben; er fand jedoch im Umgang mit Johann P. Uz und in vielseitiger literarischer Beschäftigung einen wohltätigen Ausgleich. Das auffälligste Merkmal seiner poetischen Begabung ist die leichte, anpassungsfähige Formbeherrschung. Seine Gedichte, in denen er sich Horaz und Geliert ebenso zum Vorbild nahm wie Klopstock und Young, zeigen noch den rationalistisch-didaktischen Grundzug der Aufklärungslyrik. Aber zugleich gewinnt in ihnen die neue Gefühlskultur mehr und mehr Raum, ohne daß es jedoch schon zu einem Spannungsverhältnis kommt. Als Lustspieldichter ahmte C. zunächst im „Mißtrauischen“ die sächsische Charakterkomödie nach und gab dann mit dem Vorspiel „Die verfolgte Komödie“ seine moralistische Theorie. Ansätze zu einer Weiterentwicklung werden in Fragmenten und Entwürfen seiner letzten Jahre erkennbar. Daß er mit seinem „Codrus“ aus dem Nicolaischen Preisausschreiben als Sieger hervorgegangen war, wurde erst nach seinem Tode bekannt. Er steht in diesem heroischen Trauerspiel ebenso unbedingt auf dem Boden des klassischen französischen Theaters wie in dem unvollendet hinterlassenen, von Lessing nach der Hamburger Aufführung scharf kritisierten Märtyrerdrama „Olint und Sophronia“, das ihn noch mit dem zu Ende gegangenen Barockzeitalter verbindet.

  • Werke

    W Der Freund, Wschr., Ansbach 1754-56;
    Einsamkeiten, e. Gedicht, hrsg. v. S. Geßner, Zürich 1758;
    Codrus, e. Trauerspiel, Erstdruck in: Anh. zum 1. u. 2. Bd. d. Bibl. d. schönen Wiss., Leipzig 1758;
    Schrr., hrsg. v. J. P. Uz, 2 Bde., ebd. 1760/61 (mit Biogr. in Vorrede, P);
    Blüthen d. Geistes d. Frh. v. C, Straßburg 1775;
    Neudrucke: Olint u. Sophronia, mit Forts, v. Roschmann, hrsg. v. J. Minor, in: Kürschners Dt. Nat.-Lit., Bd. 72: Lessings Jugendfreunde, o. J. (mit Einl.);
    Gedichte (Auswahl), in: Dt. Lit. … in Entwicklungsreihen, Aufklärung, Bd. 7, 1935, hrsg. v. F. Brüggemann u. H. Paustian, S. 89 ff. (mit Einführung. P).

  • Literatur

    ADB IV;
    G. E. Lessing, Hamburg. Dramaturgie, 1767, 1.-7. Stück;
    H. Feuerbach, Uz u. C., zwei fränk. Dichter, 1866;
    W. Gensel, J. Fr. v. C., s. Leben u. s. Schrr., 1894;
    Goedeke IV, 1, 1916, S. 140 f.;
    H. Paustian, Die Lyrik d. Aufklärung als Ausdruck d. seel. Entwicklung v. 1710 bis 1770, 1933, S. 113 ff.;
    W. Totok, Das Problem d. Theodizee in d. dt. Gedankenlyrik d. Aufklärung, Diss. Marburg 1948, S. 89 ff. (ungedr.).

  • Portraits

    Kupf. v. J. M. Bernigeroth (Kupf.Kab. Dresden, Staatsbibl. Berlin, Slg. Wadzeck).

  • Autor/in

    Adalbert Elschenbroich
  • Empfohlene Zitierweise

    Elschenbroich, Adalbert, "Cronegk, Johann Friedrich Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 423 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852285X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Cronegk: Johann Friedrich v. C., geb. 2. Sept. 1731 in Ansbach, Sohn des dasigen Generalfeldmarschalllieutenants Freiherrn v. Cronegk und einer Freiin von Crailsheim, studirte die Rechte in Halle und Leipzig, wo er in den Gellert'schen Kreis kam, bereiste Italien und Frankreich, trat 1754 die Stelle eines ansbachischen Hofraths an, errang mit der Tragödie „Kodrus" 1757 den Preis der „Bibliothek der schönen Wissenschaften“ (Nicolai) für das beste deutsche Trauerspiel, schrieb im selben Jahre die „Einsamkeiten, ein Gedicht“, von Bodmer in Zürich herausgegeben, und starb 1. Jan. 1758 in Nürnberg, wo er seinen Vater besuchte, schnell an den Blattern. Gellert schrieb darüber an den Grafen Moritz von Brühl nach Paris: „Mein Herz blutet. Unser Cronegk ist nicht mehr ... Der selige Jüngling! Seine letzten Worte waren: Tod, wo ist dein|Stachel etc.“ Noch später äußerte sich Gellert: „Die Welt hat viel mit Cronegk verloren. Er besaß Genie und ein edles Herz. Er las und schrieb fast alle lebenden Sprachen und wußte die besten Schriftsteller auswendig. Doch nicht, daß er schön geschrieben, ist sein Verdienst, nein, daß er tugendhaft gelebt etc.“ — Uz gab des Frühvollendeten Werke heraus: „Des Freiherrn J. Fr. v. Cronegk Schriften“, 2 Bände, Leipzig 1760 und 1761 (2. Aufl. 1770 und 1771). Von den 8 geistlichen Liedern, mit welchen der Jüngling seinen Lehrer Gellert, den „Unnachahmlichen", nachahmen und „die Pflicht, auch der Religion zu singen", erfüllen wollte, erhielten sich zwei in unsern Gesangbüchern: „Erbarm dich, Herr, mein schwaches Herz“ und „Herr, es gescheh dein Wille, der Körper will zur Ruh“.

    • Literatur

      Uz in der Vorrede zur zweiten Herausgabe I. — Henriette Feuerbach, Uz und Cronegk, zwei fränk. Dichter aus dem vor. Jahrh. Ein biogr. Versuch. Leipzig 1866.

  • Autor/in

    P. Pressel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pressel, Paul, "Cronegk, Johann Friedrich Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 608-609 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852285X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA