Lebensdaten
1901 bis 1929
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11772467X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schreier, Otto

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Zitierweise

Schreier, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11772467X.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (1873–1943 Theresienstadt), aus W., Architekt in W., errichtete u. a. d. Synagoge in St. Pölten, Vorstand d. techn. Büros d. Österr. Creditanstalt f. Handel u. Gewerbe (s. ÖBL), S d. Moriz, Kaufm.;
    M Anna Turnau;
    Hamburg 1928 N. N.

  • Leben

    S. studierte seit 1919 Mathematik und Physik an der Univ. Wien, u. a. bei Philipp Furtwängler (1869–1940), Wilhelm Wirtinger (1865–1945) und seit 1921 bei Hans Hahn (1879–1934). Außerdem hörte er Spezialvorlesungen bei Tonio Rella, Josef Lense, Kurt Reidemeister und Leopold Vietoris. Diese umfassende Ausbildung bildete den Grundstock seines außerordentlich breiten mathematischen Wissens. Sein besonderes Interesse galt von Beginn an der Gruppentheorie, die auch das Thema seiner Dissertation bei Furtwängler 1923 „Über die Erweiterung von Gruppen“ bildete. Im Sommer 1923 nahm er an der Jahrestagung der „Dt. Mathematikervereinigung“ in Marburg teil und trug dort „Über die Gruppen Aa 95 Bb = 1“ vor. Bis zu seinem frühen Tod war S. regelmäßiger Teilnehmer dieser Jahrestagungen.

    Im Herbst 1923 ging S. als wissenschaftliche Hilfskraft an die Univ. Hamburg. 1925 wurde er Assistent, im Dez. 1926 erhielt er die venia legendi für Mathematik. Seine Habilitationsschrift „Die Untergruppen der freien Gruppen“, wirkte weit in die Zukunft hinein anregend. Vom Sommersemester 1925 bis zum Wintersemester 1928/29 hielt er Vorlesungen über Analytische Geometrie, das Lebesguesche Integral, Gruppentheorie, Algebra und Infinitesimalrechung. Im Herbst 1928 wurde S. zum ao. Professor in Rostock ernannt. Trotz seines Herzleidens hielt er im Wintersemester 1928/29 noch seine Hamburger Vorlesung und parallel dazu eine Vorlesung über Funktionentheorie in Rostock. Zu Beginn des Jahres 1929 erkrankte er an einer Grippe, die zu einer Blutvergiftung führte, der er schließlich erlag. Obwohl S.s Hauptinteresse der Gruppentheorie galt, wo einige Sätze nach ihm benannt sind (z. B. der Satz von Artin-Schreier über reelle abgeschlossene Körper, der Schreiersche Verfeinerungssatz, Schreiers Untergruppen-Lemma oder der Schreier-Sims-Algorithmus zur Bestimmung der Basis einer Permutationsgruppe), leistete er auch wesentliche Beiträge zu anderen Gebieten wie der Knotentheorie, Dimensionstheorie und Zahlentheorie.

  • Werke

    Über d. Erweiterung v. Gruppen I, in: Mhh. f. Math. u. Physik 34, 1920, S. 165-80;
    Über d. Erweiterung v. Gruppen II, in: Abhh. d. math. Seminars d. Hamburger Univ. 4, 1926, S. 321-46;
    Die Untergruppen d. freien Gruppen, ebd. 5, 1927, S. 161-83;
    Einf. in d. Analyt. Geometrie u. Algebra, hg. v. E. Sperner, 2 Bde., 1931-35;
    Vorlesung über Matrizen, hg. v. doms., 1932.

  • Literatur

    Abhh. d. math. Seminars d. Hamburger Univ. 7, 1929, S. 1-3 (W-Verz., P);
    K. Menger, in: Mhh. f. Math. u. Physik 37, 1930, S. 1-6;
    Pogg. VI;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Christa Binder
  • Empfohlene Zitierweise

    Binder, Christa, "Schreier, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 537 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11772467X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA