Lebensdaten
1830 bis 1917
Geburtsort
Wunsiedel (Fichtelgebirge)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117597260 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Iwan (bis 1889)
  • Müller, Iwan von
  • Müller, Iwan (bis 1889)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Müller, Iwan von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117597260.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Christoph (1792–1863), Pianofortefabr. u. Orgelbauer in W., S d. Heinrich Sigmund (1753–1809), Müller, Magistratsmitgl. in Hirschberg (Oberfranken), u. d. Eva Maria Kruschwitz (1753–1830);
    M Auguste Friederike (1803–70), T d. Johann Benedikt Glaß (1766–1827), Kaufm., Magistratsrat in Marktredwitz (Oberfranken), u. d. Catharina Meier (1772–1843);
    Ansbach 1860 Luise (1840–1923), T d. Carl Hoffmann (1800–72), Gymnasialprof. in Ansbach, u. d. Sophie Donner (1812–83);
    1 S.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Lateinschule in Wunsiedel und des Gymnasiums in Hof begann M. 1848 in Erlangen das Studium der Philologie und der Mathematik, entschied sich aber unter dem Einfluß seiner Lehrer Ludwig Döderlein und Karl Friedrich Naegelsbach bald für erstere. Nach dem Staatsexamen im November 1853 wirkte er als Gymnasiallehrer in Ansbach, Zweibrücken und Erlangen. Hier wurde er 1864, obwohl noch nicht promoviert, wegen seiner außerordentlichen Unterrichtserfolge als Nachfolger Döderleins auf den Lehrstuhl für klassische Philologie und Pädagogik der Universität berufen (Dekan 1870/71, 1880/81, 1885; Prorektor 1878/79). 1893-1906 lehrte er als Nachfolger Rudolf Schölls in München.

    M.s regelmäßig in Lehrveranstaltungen behandelte „Theorie des lat. Stils“ und die „Theorie der griech. Syntax“ führten zur Neuausgabe von Naegelsbachs lat. Stilistik (1877, 41905) und dessen „Übungen des lat. Stils für reifere Gymnasialschüler“ (1901, 21903); dazu kamen eigene „Ausgewählte lat. und griech. Stilübungen“ (1908, 1927 bearb. v. Ph. Hofmann, 1954 bearb. v. M. Mühl). Unter den Arbeiten zu griech. und lat. Autoren ragen besonders M.s grundlegende kritischen Editionen von Schriften des Galen hervor. Gleichzeitig initiierte er damit die 1908 einsetzende Arbeit am „Corpus Medicorum Graecorum“. Erwachsen aus der Beschäftigung mit der Geschichte des Erlanger Seminars entstanden Beiträge in der ADB und in Conrad Bursians „Jahresberichten über die Fortschritte der classischen Alterthumswissenschaft“, deren Redaktion M. ab dem 10. Jahrgang 1882-95 besorgte. Seine Bemühungen um die griech. Kulturgeschichte fanden ihren Niederschlag in den „Griech. Privataltertümern“ (1887, erweitert 21893) im Rahmen des von ihm begründeten Handbuchs der Altertumswissenschaften, eines der großen Unternehmungen der klassischen Philologie des 19. Jh. Mit ausdrücklichem Hinweis auf F. A. Wolf und dessen „Encyclopaedia philologica“ versuchte M. den gesamten Stoff der klassischen Altertumswissenschaft entwicklungsgeschichtlich darstellen zu lassen, um so eine Vorstellung von ihrem Begriff und ihrer Gliederung sowie von der Stellung und Bedeutung der einzelnen Disziplinen in ihr zu geben. Dieses 1885 in Erlangen begonnene Unternehmen mit seinen zahlreichen Neubearbeitungen gilt international als Standardwerk. Nachhaltig geprägt von dem ev. ausgerichteten „christl. Humanismus“, wie ihn seine Erlanger Lehrer vertraten, bemühte sich M. um eine enge Verbindung von Gymnasium und Universität und um eine fundierte Lehrerausbildung. Seine musischen Neigungen pflegte er nicht nur als Organist, Pianist und Dirigent, sondern auch durch eigene Kompositionen.|

  • Werke

    W-Verz. Alm. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1909, S. 226-28;
    U. Dubielzig (s. u.). – Teilnachlaß: Bayer. Staatsbibl., München, Musikslg.

  • Literatur

    O. Stählin, Das Seminar f. klass. Philol. an d. Univ. Erlangen, 1928, S. 22 f. u. 25-27 (P);
    Th. Dombart, Ahnentafel d. Philologen I. v. M. (1832 sic!-1917), in: Bayer. Geschlechtertafeln 1, 1932-38, S. 159 f.;
    ders., in: Ll. aus Franken V, 1936, S. 232-14;
    U. Dubielzig, in: L. Boehm (Hrsg.), Biogr. Hdb. d. Lehrkörpers d. Univ. Ingolstadt-Landshut-München, II (in Vorbereitung).

  • Portraits

    Phot. v. F. Müller, Abb. in: Das Bayerland XI, 1900, S. 455.

  • Autor/in

    Joachim Gruber
  • Empfohlene Zitierweise

    Gruber, Joachim, "Müller, Iwan von" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 417 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117597260.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA