Lebensdaten
1765 bis 1831
Geburtsort
Hermannstadt (Siebenbürgen)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer General ; Feldzeugmeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117591696 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gyulai von Maros-Németh und Nadska, Ignaz Graf
  • Gyulay, Ignaz Graf
  • Gyulai, Ignaz Graf
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Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Gyulai, Ignaz Graf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117591696.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Samuel (1719–1802), k. k. FML (s. Wurzbach VI), S d. Franz u. d. Maria Banffy de Losoncz;
    M Anna Baronesse Bornemisza de Kaszon;
    B Albert (1766–1835), k. k. FML (s. Wurzbach VI);
    - 1794 Maria Anna (1779–1830), T d. Gg. Ludw. Frhr. v. Edelsheim (1740–1814), bad. WGR u. Außenmin. (s. ADB 49; NDB IV*);
    S Franz (1798–1868), k. k. FZM, Kriegsmin. 1849/50, Mil.-Gouverneur d. Lombardei (als Nachfolger Radetzkys), Rr. d. Goldenen Vließes, Letzter d. Geschl. (s. ADB X; Wurzbach VI; ÖBL);
    N Leopold Frhr. v. Edelsheim-Gyulai ( 1893), österr. Gen. (s. NDB IV).

  • Leben

    G. zeichnete sich als Freikorpsführer im letzten Türkenkrieg (1788–90) aus. Im Verlaufe der Franzosenkriege legte er seine glänzende Laufbahn zurück. Für die Erstürmung der Weißenburger Linien (13.10.1793) erhielt er das Kleinkreuz des Maria-Theresien-Ordens. 1797 zum Generalmajor ernannt, konnte er sich bei zahlreichen Gefechten hervortun. Hervorzuheben ist die rasch und erfolgreich durchgeführte Organisierung der Landwehr im Breisgau. Für Günzburg (24.5.1800) ist G. mit dem Kommandeurkreuz des Theresien-Ordens ausgezeichnet worden. Er war einer der Delegierten bei den Friedensverhandlungen von Preßburg (1805) und wurde im darauffolgenden Jahr zum Banus (Vizekönig) von Kroatien und zum Kommandierenden General dort ernannt. 1809 befehligte er das 9. Armee-Korps in Italien. Die kurze Friedenszeit hindurch widmete er sich der Verwaltung des Königreichs Kroatien. Als Befehlshaber des 3. Armee-Korps nahm er an den Schlachten von Dresden (26./27.8.1813) und Leipzig (16./18.10.1813) teil. Durch Deutschland und die Schweiz stieß G. bis Frankreich vor. Bei Brienne-le-Château (1./2.2.1814) konnte G. seine Fähigkeit zum hohen Truppenführer erneut unter Beweis stellen. Nach der Beendigung der Kriege kehrte er als Banus nach Kroatien zurück. 1823 wurde er mit dem General-Kommando in Böhmen, 6 Jahre später mit dem in Wien betraut. Von 1830 bis zu seinem Tode versah er als Präsident des Hofkriegsrats das höchste militärische Amt des Kaisertums. G. stand nicht in der 1. Reihe der Heerführer seiner Zeit. Er war jedoch ein verläßlicher Kommandant großer Verbände. Besondere Verdienste hat er sich als Verwaltungsfachmann in Kroatien erworben.|

  • Auszeichnungen

    Goldenes Vließ, Großkreuz d. Leopoldordens.

  • Literatur

    ADB X;
    J. Hirtenfeld, Der Mil.-Maria-Theresien-Orden u. s. Mitglieder, 2. Abt., 1857;
    Wurzbach VI;
    ÖBL.

  • Portraits

    Lith. v. J. Kriehuber, 1830 (Wien, Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Nikolaus von Preradovich
  • Empfohlene Zitierweise

    Preradovich, Nikolaus von, "Gyulai, Ignaz Graf" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 365 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117591696.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gyulay: Ignaz Graf von Maros-Németh und Nádaska (sprich Marosch und Nadaschka), österreichischer Feldzeugmeister, geboren zu Hermannstadt den 11. September 1763, begann seine militärische Laufbahn im J. 1781. Er rückte durch die unteren Offiziersgrade schnell vor und war bereits 1789 Major im 2. Banat-Grenz-Regimente, mit welchem er im Türkenkriege kämpfte. An den Feldzügen von 1793—96 nahm er ebenfalls und stets in hervorragender Weise Theil, so bei Erstürmung der Weißenburger Linien, bei Kaiserslautern, bei Memmingen — wo er mit 1200 Mann gegen 6000 Franzosen 8 Stunden lang das Feld behauptete —, dann vor Kehl. 1797 wurde er Generalmajor und wieder wird sein Name in ehrenvollster Weise in den Berichten der Schlachten von Ostrach und Stockach genannt. 1800 deckte er nach dem Treffen von Möskirch den Rückzug der Armee, sowie den nach der Schlacht von Hohenlinden, in welcher er die Division Richepanse warf. 1805 schloß G. den Preßburger Frieden ab und befehligte 4 Jahre später mit Auszeichnung das 9. Armeecorps in Italien. An dem großen Befreiungskriege von 1813 und 1814 nahm G. ebenfalls hervorragenden Antheil; bei Dresden commandirte er den linken Flügel mit heldenmüthiger Ausdauer und an der Leipziger Schlacht nahm er nicht minder rühmlichen Antheil, wo er die Verbindung zwischen der Hauptarmee und jener Blücher's zu unterhalten und die Angriffe der übrigen Colonnen zu erleichtern hatte. Dieses schwierigen Auftrages entledigte sich G. mit ebensovielem Geschick als großer Tapferkeit. Die Schlacht von Brienne setzte Gyulay's Verdiensten die Krone auf und erwarb ihm das Großkreuz des Leopoldordens, nachdem er schon früher für sein Verhalten im Feldzuge von 1793 das Ritterkreuz des Theresienordens erhalten hatte. Während der Ereignisse von 1815 führte G. das Generalcommando in Oesterreich, 1823 erhielt er jenes in Böhmen, 1829 übernahm er wieder das in Oesterreich und 1830 wurde er Präsident des Hofkriegsrathes, welche Würde er jedoch nur kurze Zeit bekleidete, da er schon am 11. November 1831 zu Wien verschied.

    • Literatur

      Hirtenfeld, Oesterr. Milit. Conv.-Lexikon, Wien 1852.

  • Autor/in

    v. Janko.
  • Empfohlene Zitierweise

    Janko, Wilhelm Edler von, "Gyulai, Ignaz Graf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 250 unter Gyulay [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117591696.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA