Lebensdaten
1861 bis 1917
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Aleppo (Syrien)
Beruf/Funktion
Geologe ; Geheimer Bergrat ; Professor der Geologie und Paläontologie in Breslau
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117536733 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frech, Fritz Daniel
  • Frech, Fritz
  • Frech, Fritz Daniel
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Frech, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536733.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1825–1919), Senatspräs. am Kammerger. in B., S d. Frdr. (1796–1881), Geh. Obertribunalrat u. Mitgl. d. preuß. Abgeordnetenhauses, u. d. Wilh. Antonie Hoffmann;
    M Anna (1839–73), T d. Daniel Friedländer (1800–68), Geh. Oberjustizrat, Kammerger.- u. Oberlandesger.rat in Berlin u. Franfkurt/O. (s. NDB V*), u. d. Mathilde Oppermann;
    Schw Anna ( Gg. Mannkopf, 1859–1933, Geh. Reg.rat), Mathilde ( Ernst Küntzel, 1864–1922, Oberlandesger.rat in Naumburg);
    Breslau 1894 Veronika (1874–1920, 2] Gen. v. Miaskowski), T d. Immanuel Klopsch (1829–91), Prof. d. Med. in Breslau (s. BLÄ), u. d. Georgine v. Steiger; kinderlos;
    N Reinhold Mannkopf (* 1894), Physiker.

  • Leben

    F. begann 1880 auf der Universität Berlin das Studium der Naturwissenschaften, besonders der Geologie und Paläontologie. Zu seinen Lehrern zählten A. H. E. Beyrich, W. B. Dames und F. von Richthofen (Bonn). 1885 wurde er in Berlin mit einer Arbeit über die oberdevonischen Korallen Deutschlands promoviert, 1887 habilitierte er sich – ebenfalls mit einer Arbeit aus dem Devon – für Geologie und Paläontologie in Halle. 1891 wurde er Extraordinarius für Geologie und Paläontologie an der Universität Breslau, 1897 dort Ordinarius. Nach dem Tode K. A. von Zittels wurde F. zum Präsidenten der Internationalen Kommission für die Paläontologia universalis und 1912 zum Vizepräsidenten der neugegründeten Paläontologischen Gesellschaft gewählt. Während des 1. Weltkrieges war er als leitender Geologe zum Armeekommando der syrischen Front berufen worden, wo er aber nach wenigen Wochen als Opfer des Krieges starb. – Von F.s äußerst umfangreichen, alle wesentlichen Gebiete der Geologie umfassenden wissenschaftlichen Arbeiten galt der Großteil jedoch der Paläontologie, und hier wieder vor allem dem Studium paläozoischer und in zweiter Hinsicht auch triassischer Faunen. Korallen aus dem Devon Deutschlands, des Araxes-Gebietes, aus China und solche aus der alpinen Trias bildeten den Bereich systematisch-beschreibender Bearbeitung, anhand dessen er gleichzeitig versuchte, phyletische Zusammenhänge zu klären, Knospungserscheinungen zu ergründen und Licht in den vorher von G. von Koch untersuchten Skelettbau der Steinkorallen zu bringen. Bei den Graptolithen war sein Augenmerk außer allgemeinen Untersuchungen mehr auf die Rekonstruktion ihrer Lebensweise und ihres Körperbaus gerichtet. Auf Muscheln, Brachiopoden und Ammoniten hat er in späteren Jahren die bei Korallen erprobte Arbeitsmethode angewandt. – Hand in Hand mit diesen vorwiegend auf devonische Faunen gerichteten Interessen beschäftigte er sich mit der Historischen Geologie, besonders des Devon in verschiedenen Teilen der Erde, sowie mit speziell regionalgeologischen Forschungen im alpinen Raum, wie dem Bau der Karnischen Alpen beziehungsweise stratigraphischen Problemen der alpinen Trias, wofür er auch zahlreiche paläogeographische Karten veröffentlichte. Inzwischen widmete er sich immer wieder den reichen Bodenschätzen Schlesiens und half bei der Lösung wirtschaftsgeologischer Fragen.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Bergrat (1913).

  • Werke

    W u. a. Über d. Kalkgerüst d. Tetrakorallen, in: Zs. d. dt. geolog. Ges. 37, 1885;
    Das rhein. Unterdevon u. d. Stellung d. Herzyn, ebd. 41, 1889;
    Die Cyathophylliden u. Zaphrentiden d. dt. Mitteldevon, eingel. durch d. Versuch e. Gliederung desselben, in: Paläontolog. Abhh. 3, 1886;
    Die devon. Aviculiden Dtld.s, Ein Btr. z. Systematik u. z. Stammesgesch. d. Zweischaler, in: Abhh. z. geolog. Spezialkarte v. Preußen 9, 1891;
    Die Kam. Alpen, Ein Btr. z. vgl. Gebirgstektonik, in: Abhh. d. Naturforsch. Ges. zu Halle 18, 1892, S. 1-161;
    Die Korallenfauna d. Trias, in: Paläontographica 43, 1896;
    Über d. Gründe d. Aussterbens d. vorzeitl. Tierwelt, in: Archiv f. Rassen- u. Ges.-Biol. 6, 1909;
    Ammoneae devonicae, = Fossilium Catalogus I, 1, 1913. – Mithrsg. u. Redakteur: Lethaea geognostica, 1897-1904 (Vf. mehrerer Btrr.).

  • Literatur

    W. Volz, in: Jber. d. Schles. Ges. f. vaterländ. Kultur, 1918, S. 1-10;
    J. F. Pompeckj, in: Neues Jb. f. Mineral., Geol., Paläontol., 1919, S. I-XXXVIII (W, P);
    ders., in: Paläontolog. Zs. 10, 1928, S. 109-11;
    G. Tornier, in: Über d. Erinnerungstag an d. 150j. Bestehen d. Ges., Rückblick auf d. Paläontol., = SB d. Ges. naturforsch. Freunde Berlin, 1925, S. 72-106;
    Pogg. IV-VI;
    S. v. Bubnoff, in: DBJ II, S. 69-74 (W, L, u. Tl. 1917, L);
    Lambrecht-Quenstedt.

  • Autor/in

    Alexander von Schouppé
  • Empfohlene Zitierweise

    Schouppé, Alexander von, "Frech, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 384 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536733.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA