Lebensdaten
1872 bis 1959
Geburtsort
Witten/Ruhr
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Geograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117517984 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schlüter, Otto Louis
  • Schlüter, Otto Ludwig (1934-1945)
  • Schlüter, Otto
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Zitierweise

Schlüter, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117517984.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Reinhard (1821–90), RA, Notar in Essen, JR, S d. Georg (1790–1840), Hypothekenbewahrer in Cleve, u. d. Elisabetha Speck (1785–1848);
    M Bertha (1830–99). T d. Friedrich Wilhelm Keller (1773–1854), RA in Hamm (Westfalen), JR, u. d. Emilie Bessel (1797–1885);
    Berlin (?) 1907 Margot (1872–1947), T d. Otto Heyer (1832–1906) u. d. Sophia Wilhelmine Heine (1842–1936);
    3 S.

  • Leben

    S. besuchte nach Privatunterricht das Burggymnasium in Essen (Abitur 1891) und studierte zunächst Geschichte, Philosophie und|Germanistik in Freiburg (Br.), seit 1893 Geographie, Geologie und Mineralogie in Halle, u. a. bei Alfred Kirchhoff (1838–1907), bei dem er 1896 auch promoviert wurde (Siedelungskunde d. Thales d. Unstrut v. d. Sachsenburger Pforte bis z. Mündung), und diente 1897 als Einjährig-Freiwilliger. 1898-1900 war S. Assistent Ferdinand v. Richthofens (1833–1906) bei der „Gesellschaft für Erdkunde“ in Berlin. 1906 habilitierte er sich mit dem Thema „Die Siedelungen im nordöstlichen Thüringen“ (publ. 1903) und lehrte 1906-09 als Privatdozent an der Univ. Berlin. 1910 unterrichtete er wegen seiner Mitarbeit am Rhein. Geschichtsatlas an der Univ. Bonn sowie an den Handelshochschulen Berlin und Köln. 1911 als Ordinarius nach Halle berufen, vertrat er den Gesamtbereich der Geographie und forschte v. a. auf dem Gebiet der Siedlungs- und der historischen Geographie. Er stand dem Geographischen Institut bis zu seiner Emeritierung 1938 vor, vertrat bis 1948 mehrmals den Lehrstuhl und wurde wiederum mit der Institutsleitung und einer Professur für Kulturlandschaftsgeographie und Methodik betraut, die er bis zu seiner erneuten Emeritierung 1951 innehatte.

    S. ist der Begründer der modernen Kulturgeographie. Unter Ablehnung der noch bei Friedrich Ratzel (1844–1904) und Ferdinand v. Richthofen üblichen Betrachtungsweise der Geographie als einem Komplex von Kausal- und Wechselbeziehungen zwischen Natur und Mensch bezog sich S. auf den sichtbar gegenständlichen Bereich der Kulturlandschaft als Forschungsobjekt. Dazu erarbeitete er bis 1907 die theoretisch-methodischen Grundlagen der Kulturgeographie. Seine späteren, meist siedlungsgeographischen Arbeiten befaßten sich mit der Entstehung der Kulturlandschaft, ihrem Erscheinungsbild und der Altlandschaftsforschung. So versuchte S. historische Siedlungsverläufe über die Schwankungen der Waldverbreitung in den Landschaften Mitteleuropas zu ermitteln und in Karten darzustellen.

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Leipzig 1953); Mitgl. d. Leopoldina (1934, 1943-52 Vizepräs., 1952/53 Interimspräs.); Goethe-Medaille f. Kunst u. Wiss. (1942); Goldene Carl Ritter-Medaille d. Ges. f. Erdkunde Berlin (1953); Franz v. Hauer-Medaille d. Wiener Geograph. Ges. (1956); Ehrensenator d. Univ. Halle (1956).

  • Werke

    Bemerkungen z. Siedlungsgeogr., in: Geograph. Zs. 5, 1899, S. 65-84;
    Über d. Verhältnis v. Mensch u. Natur in d. Anthropogeogr., ebd. 13, 1907, S. 505-17;
    Die Ziele d. Geogr. d. Menschen, 1906;
    Wald, Sumpf u. Siedlungsland in Altpreußen vor d. Ordenszeit, 1921;
    Die Siedlungsräume Mitteleuropas in frühgeschichtl. Zeit (Kartendarst.), 1952;
    Einf. in d. Altlandschaftsforsch., 1952;
    Das südl. u. nordwestl. Mitteleuropa, 1953;
    Die Mitte u. d. nördl. Mitteleuropa, 1958;
    Mitteldt. Heimatatlas, 32 Bll., 1935–52, Neubearb. u. d. T. Atlas d. Saale- u. mittleren Elbegebietes, hg. v. O. S. u. Oskar August, 56 Bll., 1959/60;
    Autobiogr. Aufzeichnungen
    in: Petermanns Mitt. 96, 1952, 289-93 (P).

  • Literatur

    H. Lautensach, O. S.s Bedeutung f. d. method. Entwicklung d. Geogr., in: Petermanns Mitt. 96, 1952, S. 219-31;
    R. Käubler, ebd. 103, 1959, S. 241-43;
    ders., O. S.s Bedeutung f. d. Geograph. Wiss., in: Die Erde 95, 1964, S. 5-15;
    O. August, in: Kartograph. Nachrr. 10, 1960, S. 65-74;
    Pogg. VII a.; |

  • Quellen

    Qu Archiv d. Univ. Halle; Nachlaß in d. Univ.-u. Landesbibl. Sachsen-Anhalt.

  • Autor/in

    Rainer W. Gärtner
  • Empfohlene Zitierweise

    Gärtner, Rainer W., "Schlüter, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 113-114 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117517984.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA