Lebensdaten
1818 bis 1868
Geburtsort
Gütersloh (Westfalen)
Sterbeort
Rheda (Westfalen)
Beruf/Funktion
Sozialist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117297623 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lüning, Otto
  • Luening, Henricus Otto
  • Lüning, Heinrich Otto

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Zitierweise

Lüning, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117297623.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Job. Friedrich (1780–1856), Pastor in G., dann In Schildesche;
    M Joh. Luise Amalie Velhagen (1792–1832);
    B Hermann (1814–74), Prof. a. d. Industrieschule in Zürich, Publizist, Germanist (s. HBLS);
    Schw Luise ( Joseph Weydemeyer, 1818–68, Redakteur);
    - Rheda 1847 Sophie Louise Schwenger (1827–55) aus Kaufm.fam. in R.;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Gymnasium in Bielefeld (1834) studierte L. Theologie, später Medizin in Greifswald und Breslau, wo er 1839 promoviert wurde. Danach ließ er sich als praktischer Arzt in Rheda nieder und wurde bald zur zentralen Persönlichkeit des „Rhedaer Kreises“, einer sich um L. bildenden lockeren Vereinigung ostwestfäl. Frühsozialisten, die engen Kontakt hielten zu bedeutenden Vertretern der demokratischen bzw. sozialistischen Bewegung in Deutschland (Karl Grün, Moses Heß, Friedrich Engels, Karl Marx u. a.). Von diesen Beziehungen profitierte vor allem die von L. 1845-48 herausgegebene und den Ideen des „wahren“ Sozialismus verpflichtete Monatsschrift „Das Westphäl. Dampfboot“, in der die sozialen und politischen Mißstände der Zeit von L. selbst sowie von überregionalen Mitarbeitern trotz ständiger Schwierigkeiten mit der Zensur scharf angegriffen wurden. Auch Marx und Engels waren mit Beiträgen vertreten. Als Vorstandsmitglied des allerdings nur kurzlebigen Rhedaer Arbeiterhilfsvereins setzte sich L. aktiv für die Interessen der Arbeiterschaft ein. 1848-50 war er zusammen mit seinem Schwager Joseph Weydemeyer verantwortlicher Redakteur der in Darmstadt und später in Frankfurt/Main erscheinenden und der äußersten Linken der Nationalversammlung nahestehenden „Neuen Deutschen Zeitung“. Diese wurde 1850 verboten und L. wegen Preßvergehens ausgewiesen; er emigrierte in die Schweiz. Nach dem Tod seiner Frau kehrte er 1856 nach Rheda zurück. Seit 1859 war er Mitglied des leitenden Ausschusses des liberalen „Deutschen Nationalvereins“; 1862 wurde er vom 4. Berliner Wahlkreis in den Landtag gewählt. Nach der Auflösung des Nationalvereins trat er 1867 der Nationalliberalen Partei bei. Von historischer Bedeutung ist vor allem L.s publizistische Tätigkeit im Sinne des „wahren“ Sozialismus, durch die der ostwestfäl. Frühsozialismus in fruchtbare, oft auch kritische Verbindung zu anderen sozialistischen Richtungen trat.

  • Werke

    u. a. Gedichte, 1844. -
    Hrsg.: Dies Buch gehört dem Volke, 3 Bde., 1845-47 (Slg. v. Schrr. franz. Sozialisten).

  • Literatur

    H. Bläute, Das Westfäl. Dampfboot u. sein Hrsg. O. L., in: 56. J.ber. d. Hist. Ver. f. d. Gfsch. Ravensberg, 1950/51, S. 251-68;
    K. Koszyk, Das „Dampfboot“ u. d. Rhedaer Kreis, in: Biographien Dortmunder Btrr. z. Ztg.forschung 2, 1958, S. 1-60;
    J. Sänger, Die Arbeiterbewegung in Rheda vom Rhedaer Kreis bis z. SPD heute, 1975 (P);
    W. Schulte, Westfäl. Köpfe, 1963, S. 184-88.

  • Autor/in

    Markus Krause
  • Empfohlene Zitierweise

    Krause, Markus, "Lüning, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 471 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117297623.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA