Lebensdaten
1871 bis 1943
Geburtsort
Leer (Ostfriesland)
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Photochemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117297798 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cramer, Lüppo Hinricus (eigentlich)
  • Lüppo-Cramer, Hinricus
  • Cramer, Lüppo Hinricus (eigentlich)
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Lüppo-Cramer, Hinricus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117297798.html [18.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Lüppo Cramer (1840–1917), Fabr. in L., S d. Seilermeisters Hindericus aus Weener/Ems u. d. Gesine Osterloo;
    M Margarethe (* 1838), T d. Christian Schwoon (1802–83), Schiffsbaumeister u. Werftbes., u. d. Talke Engelbart;
    1) Else Weber (1873–1901), 2) Oslo 1906 Käthe (1879–1954), T d. Fabrikdir. Ludwig Schröder in Oslo u. d. Martha Pahnke;
    1 T aus 2).

  • Leben

    Nach dem Besuch des heimischen Realgymnasiums studierte L. Chemie in München (1890/91), Heidelberg (1891/92) und Berlin (1892–94), wo er bei E. Fischer mit einer Arbeit über die „Substitutionsprodukte des Kaffeins“ promovierte. Er trat in die Firma|Schering in Berlin ein, wo er zunächst im allgemeinen wissenschaftlichen Labor, seit 1895 in der neugegründeten photographischen Abteilung tätig war. Gleichzeitig besuchte L. 1894/95 die wissenschaftlich-photographischen Vorlesungen und Praktika bei H. W. Vogel an der TH Charlottenburg. Untersuchungen über den Entwicklungsvorgang führten zur Entdeckung des Brom- sowie des Chlorhydrochinons als energische Entwicklersubstanzen und deren technischer Anwendung unter dem Namen „Adurol“ (1899). 1902-17 war L. Betriebsleiter der Trockenplattenfabrik Schleußner in Frankfurt/M. 1918/19 schloß sich, kriegsbedingt, eine Tätigkeit bei der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron an. 1920-22 leitete er als Technischer Direktor die Trockenplattenfabrik Kranseder in München und in den folgenden Jahren bis 1932 das wissenschaftlich-photographische Labor der Deutschen Gelatinefabriken AG in Schweinfurt. Nach seinem Ausscheiden aus diesem Betrieb verbrachte L. seinen Ruhestand in Jena. Einen 1929 an ihn ergangenen Ruf, als Ordinarius für Photochemie und wissenschaftliche Photographie die Nachfolge J. M. Eders an der TH Wien anzutreten, lehnte er ab.

    Neben seiner Industrietätigkeit widmete sich L. immer auch der wissenschaftlichen Erforschung der Photographie. Während des Ruhestands führte er seine Untersuchungen am Institut für Angewandte Optik der Univ. Jena („Abbeanum“) weiter. Seine Forschungsergebnisse schlugen sich in rund 900 Veröffentlichungen nieder, die L. zu einem der angesehensten Photochemiker seiner Zeit werden ließen. Seine Aufsatzreihe „Neue Untersuchungen zur Theorie der photographischen Vorgänge“ umfaßt 183 Beiträge, die 1902-18 in der Fachzeitschrift „Photographische Korrespondenz“ erschienen. Besonders hervorzuheben sind seine Arbeiten zur Desensibilisierung. Lange Zeit herrschte die Auffassung, daß alle Substanzen, welche die Lichtempfindlichkeit der Photoemulsion reduzieren, auch das latente, d. h. noch nicht entwickelte Bild zerstören würden. 1901 fand L., daß p-Aminophenol sowie Eisenoxalat die Empfindlichkeit des Bromsilbers verringern, ohne die Entwicklungsfähigkeit des latenten Lichtbildes zu beeinträchtigen. Die Entdeckung L.s, daß eine derartige Desensibilisierung auch von bestimmten Farbstoffen aus der Gruppe der Safranine (Diaminophenylphenazoniumsalze) geleistet werden kann, führte zu weitreichenden Veränderungen des Entwicklungsvorgangs, insbesondere bei Farbfilmen. Man konnte nunmehr bei relativ hellem Licht entwickeln, wenn man dem Entwicklerbad einen derartigen Desensibilisator zugefügt hatte. L.s erste Veröffentlichung dazu erschien 1920 unter dem Titel „Ein neues Verfahren, höchstempfindliche und selbst farbempfindliche Platten bei gewöhnlichem Kerzenlicht zu entwickeln“. Er verzichtete auf die Patentierung seiner Entdeckung, die rasch zu weitverbreiteter Anwendung gelangte. Neben Beiträgen zur Chemie des photographischen Prozesses befaßte sich L. auch intensiv mit den kolloidchemischen Aspekten von photographischen Emulsionen und deren Trägern.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Photograph. Gesellschaften in Wien, München u. Frankfurt/M.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Trockenplatte, Ihre Eigenschaften u. ihre Behandlung in d. photograph. Praxis, 1903;
    Kolloides Silber u. d. Photohaloide, 1908;
    Die Röntgenographie in ihrem photogr. Teil, 1909;
    Negativentwicklung bei hellem Licht, 21922;
    Sensibilisierung u. Desensibilisierung, in: J. M. Eder, Ausführt. Hdb. d. Photogr., 1932.

  • Literatur

    Zs. f. Angew. Photogr. in Wiss. u. Technik 2, 1940, S. 65 (P);
    Zs. f. wiss. Photogr. 40, 1941, S. 1-4 (P);
    Photogr. Korr. 79, 1943, S. 33-35 (P);
    J. M. Eder, Gesch. d. Photogr., 41932, I, S. 664-67 (P);
    Pogg. V-VII.

  • Autor/in

    Claus Priesner
  • Empfohlene Zitierweise

    Priesner, Claus, "Lüppo-Cramer, Hinricus" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 471-472 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117297798.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA