Lebensdaten
um 1495 bis 1574
Geburtsort
Schwäbisch Hall
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe ; Mitarbeiter von Johannes Brenz
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117209937 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eisenmenger, Johann (eigentlich)
  • Isenmann, Johann
  • Eisenmann, Johann
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Zitierweise

Isenmannus, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117209937.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans, S d. Hermann, beide Gerber u. Ratsherren in Sch. H., u. d. Margarete Altheim;
    M N. N.;
    1) Sulzfeld/Kraichgau 6.9.1527 Christiana ( 1531) aus Nürnberg-Wöhrd, Wwe d. Goldschmieds Hans Stettner in Heidelberg (sie wurde aus d. Kloster geholt), 2) Schwäb. Hall 1533 Katharina Baur ( 1563), Wwe d. Nikolaus Reinpot (Rheinwald), T d. Secklers Hans Baurhanns;
    1 K;
    N Jakob Gräter (1518–71), Pfarrer in Sch. H., dann in Crailsheim (s. L); d. Nichten Margarete Gräter ( 1548) u. Catharina I. ( 1570) waren 1. u. 2. Ehefrau d. Reformators Johs. Brenz ( 1570, s. NDB II).

  • Leben

    I. studierte seit 1514 in Heidelberg (via antiqua), wurde 1516 Magister, Regens der Theologenburse St. Jakob und 1523 als Bacc. theol. Dekan der Artistenfakultät. In Heidelberg wurde er Lutheraner und befreundete sich mit J. Brenz, M. Frecht, S. Franck u. a. 1524 wurde er Stadtpfarrer zu St. Michael in Hall (ohne Priesterweihe) und führte als wichtigster Helfer von Brenz die Reformation durch. Seit 1538 organisierte er als Superattendent das Landkapitel neu, 1546 wurde er zur Organisation der luth. Kirche in die Reichsstadt Wimpfen entsandt. Als überzeugter Lutheraner unterschrieb er das Syngramma Suevicum, eine Abendmahlserklärung, doch fand ihn Frecht in der Frage der Konkordie milder als Brenz. Infolge des Interims 1549 vom Haller Rat entlassen, fand er eine neue Anstellung als Prediger im württ. Urach, wo er sich gegen die Interimsgeistlichen durchsetzte. 1551 wurde er als Pfarrer und Generalsuperintendent in die zweite Landeshauptstadt Tübingen berufen und gehörte damit zum Führungskreis der Landeskirche. 1551 besuchte er mit Beurlin die Tagung mit den sächs. Theologen in Langensalza und sprach in Leipzig mit Melanchthon, 1557 gehörte er zu den Begleitern des Hzg. Christoph auf dem Frankfurter Fürstentag und beteiligte sich an der Streitschrift gegen de Soto. 1558 führte er als erster ev. Abt des Klosters Anhausen/Brenz dort gegen den Widerstand der letzten Mönche die Reformation durch und richtete die Klosterschule ein, die er bis zu seinem Tod leitete. I. war kein Theologe eigener Lehrmeinung (M. Brecht), aber der erste Mitarbeiter (nach Bossert „Dioskur“) des Reformators Brenz besonders in Fragen der praktischen Theologie und Kirchenordnung.

  • Literatur

    ADB 14;
    G. Bossert, J. I., in: Bll. f. württ. KG, 1901;
    A. Rentschler, Zur Fam.gesch. d. Reformators J. Brenz, 1921, S. 39 f.;
    A. Brecht, Das Lebenswerk d. schwäb. Reformators J. Brenz, 1949. |

  • Quellen

    Qu.: Abschr. d. Testaments v. J. Eysinmanger im Stadtarchiv Schwäb. Hall, Test. 52; Corp. Ref. II; G. Wunder u. G. Lenckner, Bürgerschaft d. Reichsstadt Hall v. 1395 bis 1600, 1956 (auch f. J. Gräter).

  • Autor/in

    Gerd Wunder
  • Empfohlene Zitierweise

    Wunder, Gerd, "Isenmannus, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 196 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117209937.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Isenmann: Johann J., eigentlich Eisenmenger, geb. in Schwäbisch Hall 1495, inscribirte zu Heidelberg 1513 als Joannes Ysenmenger, wurde|dort mit Johann Brenz von Weilerstadt befreundet und brachte diesen als Prediger nach Hall, wo er selbst 1523 die Pfarrei zu St. Michael erhielt. Fortan war Isenmann des Freundes und nachmaligen Schwiegersohnes Brenz treuester Mitarbeiter. Mit demselben im Interim 1548 verjagt, fand J. gleich ihm Aufnahme in Württemberg, ward zuerst Superintendent in Urach, 1552 Superintendent zu Tübingen, endlich 1558 Prälat im Kloster (Seminar) Anhausen an der Brenz; hier starb er, 4 Jahre nach dem mehrgenannten Reformator, 1574. Gedruckt ist von ihm ein Abschnitt des sog. „großen Buchs von Tübingen“ gegen Peter a Soto.

    • Literatur

      Vgl. Hartmann-Jäger, Joh. Brenz. Fischlin, Memoria theolog. Wirtemb. I. 53 ff.

  • Autor/in

    J. Hartmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hartmann, Julius, "Isenmannus, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 634-635 unter Isenmann [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117209937.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA