Lebensdaten
um 1410 bis zwischen 1484 und 1490
Sterbeort
Colmar (Elsaß)
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123860652 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Isenmann, Caspar

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Isenmann, Caspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123860652.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Margarete N. N.;
    K.

  • Leben

    Als Maler wird I. erstmals 1432 erwähnt. 1435 erwirbt er in Colmar das Bürgerrecht. Er gehört zu den angesehensten Bürgern der Stadt; von 1450 bis zu seinem Tode steht sein Name im Schöffenverzeichnis. Er nimmt lebhaften Anteil an den 1461 anläßlich des Fronleichnamsfestes aufgeführten Mysterienspielen und wird dabei durch seine Zunftgenossen der „Krämerstube“ tatkräftig unterstützt. – I.s Lehrzeit und Wanderjahre sind archivalisch nicht belegt. Zwar ist man sich einig, seinen Lehrmeister im Elsaß zu suchen, doch bleibt offen, ob es Hans Hirtz in Straßburg war, oder ob er mit Konrad Witz in Basel in Verbindung stand.

    Auch über I.s Werkstatt ist nichts überliefert. Das einzige Dokument, das seine Schaffensweise beleuchtet, ist der mit dem St.|Martinsstift 1462 abgeschlossene Vertrag, mit dem er sich verpflichtet, innerhalb zweier Jahre den Fronaltar des Münsters zu fassen und mit gemalten Flügeln zu zieren. Die Arbeit ist 1465 beendet. Die Tafeln, mit Ölfarbe auf Goldgrund gemalt, sind dem Passionszyklus gewidmet, der mit dem Einzug Jesu in Jerusalem beginnt und mit der Ausgießung des Hl. Geistes seinen Abschluß findet. Bei geschlossenen Außenflügeln sah man sechs Heilige, unter ihnen Katharina, Laurentius, Martin und Barbara. I.s Lohn ist auf 500 rhein. Gulden festgesetzt. 1720, nach der Fronleichnamsprozession, löste sich der Altar von seinen Krammen und stürzte zusammen. Das Gesprenge wurde dabei vollständig zerstört; mehrere Tafeln gingen zu Grunde. Was übrig blieb, wurde zusammengetragen und in der Sakristei aufbewahrt. Während der Franz. Revolution wurden die Tafeln in die öffentlichen Sammlungen (das heutige Unterlinden-Museum) überführt.

    In den Tafeln finden sich Anlehnungen I.s an die ital. Kunst und eine sichere Verwandtschaft seines Schaffens mit dem Rogier von der Weydens, aber Aufenthalte in Italien und den Niederlanden können nicht nachgewiesen werden. Andererseits ist auch die Vermutung nicht zu belegen, daß I. Lehrmeister Martin Schongauers gewesen ist. Sicher standen beide in nachbarlicher Verbindung, doch ging letzterer seine eigenen Wege. I. findet in allen künstlerischen Strömungen, die durch das Rheinland fließen, Anregungen und vereinigt diese in seiner persönlichen Ausdrucksweise. Zwar wirkte I.s Schaffen nicht über das Elsaß hinaus, doch ist er als einer der prägnanten Meister seiner Heimat anzusprechen.

  • Literatur

    G. Bergsträßer, C. I., Ein Btr. z. oberrhein. Malerei d. 15. Jh., 1941 (vollst. L-Verz.);
    ThB.

  • Autor/in

    Pierre Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Pierre, "Isenmann, Caspar" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 195 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123860652.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA