Lebensdaten
erwähnt 1464, gestorben spätestens 1510
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Formschneider ; Buchdrucker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 132481650 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Isenhut, Lienhart
  • Ysenhut, Leonhard
  • Ysenhut, Lienhart
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Orte

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Zitierweise

Isenhut, Leonhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132481650.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Adelheid N. N.

  • Leben

    I. trat 1464 in die Safranzunft in Basel ein und erwarb 1468 das Bürgerrecht. Er wird in den Quellen Briefmaler, Briefdrucker, Heiligendrucker, Heiligenmaler, Kartenmacher genannt, war also hauptsächlich als Formschneider tätig. Schon in den 70er Jahren scheint er sich mit Schriftguß befaßt zu haben, da er 1480 „ein geschrifft“ (Typenalphabet) an einen Druckergesellen für 13 Gulden verkaufte. Als Buchdrucker war er wohl erst seit Ende der 90er Jahre des 15. Jh. tätig. Sein Hauptdruckwerk ist ein deutscher Aesop (um 1490, GW 360) mit 192 Holzschnitten (z. T. seitenverkehrte Kopien der Holzschnitte der Ulmer Erstausgabe des Joh. Zainer). Der „Itinerarius Beatae Virginis Mariae“ (Hain 9324) und die entsprechende deutschsprachige Ausgabe „Walfart oder bilgerschafft …“ (Hain 9327) sind mit denselben (59) Holzschnitten ausgestattet; 1489 schenkte I. 28 Exemplare der deutschen Ausgabe an die Basler Kartause (wohl als Seelgerätstiftung). Außer einer Donatausgabe (GW 8868) und dem „Defensorium inviolatae virginitatis b. Mariae“ des Franciscus de Retza (Hain 6086) und dem „Computus manualis“ des Anianus (GW 1954) stellte I. zahlreiche Einblattdrucke her: Almanache, ein „Ave Maria“, ein lat. Gebet an den hl. Christophorus, und (um 1499/1500) das „Lied von der Schlacht zu Glurns“ (Einblattdrucke 858) und den „Spruch von der Schlacht zu Dornach“ des Hans Wick (ebd. 1517), die beide zeitgeschichtlichen Wert besitzen. I. besaß mehrere Typenalphabete, dazu Auszeichnungstypen, Lombarden und Initialen und ein Zweischild-Signet in verschiedenen Formen (mit Baselstab, bzw. Eisenhut bzw. Lilie).

  • Literatur

    ADB 14;
    K. Stehlin, Regg. z. Gesch. d. Buchdrucks b. z. J. 1500, in: Archiv f. Gesch. d. dt. Buchhandels 11, 1888, S. 5-182, 12, 1889, S. 6-70;
    P. Heitz, Einblattdrucke d. 15. Jh.., 100 Bde., 1906-42;
    Veröff. d. Ges. f. Typenkde. 12, 1918, Taf. 1 015-20;
    E. Voulliéme, Die dt. Drucker d. 15. Jh., 21922, S. 31 f.;
    A. Schramm, Bilderschmuck d. Frühdrucke 22, 1940, S. 11-335;
    E. Weil, Die dt. Druckerzeichen d. 15. Jh., 1924, S. 42 f.;
    L. Donati, Le problème de L. Y., in: Libri 2, 1952/53, S. 320-25;
    F. Geldner, Die dt. Inkunabeldrucker I, 1970, S. 123.

  • Autor/in

    Ferdinand Geldner
  • Empfohlene Zitierweise

    Geldner, Ferdinand, "Isenhut, Leonhard" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 195 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132481650.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Isenhut: Leonhard J. (Ysenhut), Buchdrucker zu Basel in den zwei letzten Decennien des 15. Jahrhunderts, Von seinen persönlichen Verhältnissen ist nur das Wenige bekannt, daß er im J. 1489 an das Karthäuser-Kloster in Basel mehrere Schriften schenkte und aus diesem Grunde seiner in dem Jahrzeitenbuch des Klosters mit den Worten gedacht wurde: „Oretur pro Leonardo Ysenhut de Basilea, impressore qui dedit XXVIII tractatulos ... valeant 3 floren. 1489.“ Da ferner nach einem Baseler Rathsprotocoll von 1482 ein Heinrich Isenhut von Freiburg im Uechtland das Bürgerrecht erkaufte, so ist zu vernmthen, daß der Drucker ein Sohn des letztern gewesen ist. Es sind bis jetzt nur zwei Drucke bekannt, welche aus seiner Presse hervorgingen, da jedoch der zweite selbst Panzer unbekannt geblieben war, so läßt sich hieraus vielleicht der Schlich ziehen, daß noch andere unbeschriebene Erzeugnisse dieser Officin in Bibliotheken verborgen liegen. Der erste Druck vom J. 1489 führt den Titel: „Die walfart oder bilgerschafft der aller seligsten Jungfrowen ...“ kl. 8°, mit großen Initialen und Holzschnitt-Verzierungen. Das zweite undatirte Buch, von welchem bis jetzt nur ein Exemplar auf der Göttinger Universität entdeckt worden ist und dessen Entstehung etwa zwischen 1485 und 1490 fällt, ist eine der zahlreichen Ausgaben des deutschen „Aesopus“ (vgl. Jakob v. Breda), wurde durch H. Steinhövel besorgt und in Quart mit Holzschnitten versehen, gedrucktes beginnt: „Hie hept sich an das Buch vnd leben des Fabeldichters Aesopus ...“ Unter allen Ausgaben des Aesopus aber zeichnet sich diese dadurch aus, daß die meisten Holzschnitte derselben unfläthige Vorstellungen zeigen und mit schmutzigen Auftritten angefüllt sind. Am Ende steht: „Geendet selicklich von Lienhart yssenhut zu Basel“. (Vergl. über die aesopische Fabel im Mittelalter: Herrn. Oesterley, Romulus und die Paraphrasen des Phädrus, Berlin 1870.)

    • Literatur

      Seemüller, Bibl. Ingolst. Incun. typogr. III. 155. Götting. gel. Anzeigen 1773, 116. Panzer, Ann. Suppl. S. 65. Stockmeyer, Baseler Buchdr. S. 71—73.

  • Autor/in

    J. Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Isenhut, Leonhard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 634 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132481650.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA