Lebensdaten
1884 bis 1971
Geburtsort
Rheydt bei Mönchengladbach
Sterbeort
Oberstdorf
Beruf/Funktion
Mineraloge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117209309 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nacken, Richard

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Zitierweise

Nacken, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117209309.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Jakob, Kaufmann;
    M Luise Vogt;
    1912 Berta Dreibrodt;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    N. absolvierte das Progymnasium in Rheydt und das Gymnasium in Gütersloh. Seit 1903 studierte er in Tübingen Mathematik und Naturwissenschaften. 1906/07 promovierte er in Göttingen bei Th. Liebisch über die „Bildung und Umwandlung von Mischkristallen und Doppelsalzen in dem binären System der dimorphen Sulfate von Lithium, Natrium, Kalium und Silber“. 1907/08 war er bei seinem Lehrer Assistent für Mineralogie und Petrographie und folgte Liebisch 1908 an das mineralogische Institut Berlin, wo er bis 1911 als 1. Assistent tätig war. Dann wurde er als ao. Professor für physikalisch-chemische Mineralogie und Petrographie an die Univ. Leipzig, Abteilung für angewandte Mineralogie, berufen. 1914 folgte N. einem Ruf an die Univ. Tübingen als ao. Professor für physikalisch-chemische Mineralogie und Petrographie. 1918 übernahm er die o. Professur für Mineralogie und Petrographie an der Univ. Greifswald und wurde dort Institutsdirektor. 1921-45 war N. Direktor des Mineralogischen Instituts der Univ. Frankfurt/Main und seit 1936 zusätzlich Direktor des von ihm eingerichteten Edelsteinforschungsinstituts in Idar-Oberstein. Nach der Zerstörung des Instituts in Frankfurt ging er 1946 an die Univ. Tübingen, wo er 1952 emeritiert wurde.

    N.s Arbeitsgebiete waren die physikalischchemische Mineralogie (insbes. die Zementforschung), die Petrographie und die Kristallzüchtung (vor allem Quarz- u. Edelsteinsynthese). Er hatte einen wichtigen Anteil am Aufbau der angewandten Mineralogie, seine Ergebnisse fanden Anwendung in der Industrie. So leistete er Pionierarbeit bei der Entwicklung von Apparaturen zur Kristallzüchtung, nach ihm ist die Nacken-Kyropoulos-Methode für Kristallzüchtung aus Schmelzen benannt. Vor allem die von ihm durch Hydrothermalsynthese gezüchteten Piezo-Quarze wurden in der Funktechnik vielfach angewandt. In Frankfurt beschäftigte er sich hauptsächlich mit den physikalisch-chemischen Prozessen bei Abbinde- und Erhärtungsvorgängen von Zement. Am Edelsteinforschungsinstitut befaßte sich N. mit der Unterscheidung natürlicher und synthetischer Edelsteine und Perlen und entwickelte eine Methode zur Identifikation von Zuchtperlen. Neben der rein wissenschaftlichen Tätigkeit hielt er zahlreiche populärwissenschaftliche Vorträge über Mineralogie.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Gießen 1962); Michaelis-Gedenkmünze (1962).

  • Werke

    u. a. Kristallzüchtungsapparatur, 1916;
    Reaktionen beim Erhitzen v. Zementrohmehlen, 1920;
    Apparat z. Unters. v. geschliffenen Steinen, insbes. v. Edelsteinen, 1935;
    Unterss. am System CaO-SiO2-H2O (mit R. Mosebach), 1935;
    Probleme d. Zementverfestigung, 1937;
    Die hydrothermale Mineralsynthese als Grundlage z. Züchtung v. Quarzkristallen, 1950.

  • Literatur

    H. Schloemer, in: Fortschritte d. Mineral. 50, 1973, S. 34-36;
    W. Kleber, in: Naturwiss. Rdsch., 1954, H. 7, S. 309;
    ders., in: Geologie, 1950, H. 4, S. 441-44 (P);
    Pogg. VII a.

  • Portraits

    Abb. in: W. v. Engelhardt u. H. Hölder, Mineral., Geol. u. Paläontol. an d. Univ. Tübingen v. d. Anfängen bis z. Gegenwart, 1977, Abb. 7.

  • Autor/in

    Gerhard Lehrberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Lehrberger, Gerhard, "Nacken, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 687 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117209309.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA