Lebensdaten
1861 bis 1927
Geburtsort
München
Sterbeort
Pöcking
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117159271 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ostini, Friedrich
  • Ostini, Fritz Fabricius Max Karl Freiherr von (seit 1888)
  • Ostini, Fritz von
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Zitierweise

Ostini, Fritz von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117159271.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus piemontes. Adelsgeschl.;
    V Carl (1830–95), Offz., S d. Fabrizio, Cavaliere, seit 1834 Barone, Geschäftsträger versch. Herrschaften in Wien u. Berlin;
    M Johanna (1837–68), T d. Friedrich v. Hofstetten (1804–80) auf Mauern, Appellationsger.rat, u. d. Kathinka v. Molitor;
    B Wilhelm (1866–1941), Oberst;
    Sophie (1865–1941), aus Nürnberg, T d. Johann Andreas Hohnhaußen u. d. Anna Bauer;
    2 S Friedrich (1887–1953), Techniker in Buenos Aires (Argentinien), Hans (1895–1967), Maler in Buenos Aires (Argentinien), 1 T Johanna (1893–1981, [ 1947] Dr. med. Wilhelm Knoop, 1889–1955, prakt. Arzt in Dresden).

  • Leben

    Vom Elternhaus gefördert, studierte O. seit 1880 auf Wunsch des Vaters zunächst Jura, wechselte jedoch bald zur Kunstakademie (Schüler bei Alois Gabi und Ludwig v. Herterich) und begann gleichzeitig für Zeitschriften und Zeitungen zu schreiben. Mit 26 Jahren war er bereits fester Mitarbeiter bei den „Münchner Neuesten Nachrichten“ (Feuilleton). Seit Gründung der Kunstzeitschrift „Jugend“ 1896 deren leitender Redakteur, beeinflußte er von dieser Stellung aus sowie durch Publikationen in der Tagespresse und in populären Organen des gebildeten Bürgertums wie „Westermanns Monatshefte“ und „Die Kunst für alle“ das Kunstschaffen und das Kunstverständnis in weiten Teilen des deutschen Sprachraums. Seine zahlreichen Künstlermonographien sind glänzend und mit feinem Einfühlungsvermögen geschrieben. Zwar förderte er auch moderne Strömungen wie die Sezession, eröffnete den Zugang zu ausländischen Künstlern und zu Werken des Mittelalters oder der Zeit des Rokoko, seine Vorliebe gehörte aber zweifelsohne der behaglichen Kunst eines Eduard Grützner (1846–1925), Franz v. Defregger (1835–1921) oder Julius Diez (1870–1957), denen er z. T. freundschaftlich nahestand. Sein verbindliches Wesen und seine Freundschaft mit vielen Künstlern und Literaten (u. a. Paul Heyse) ließen ihn populär werden. Für die Zeitschrift „Jugend“ schrieb er auch gefällige Gedichte, Novellen und Satiren, die er dann in Sammlungen wie „Biedermeier mit ei“ (1904, 21908), „Schwarmgeister“ (1908) oder dem witzigen „Buch der Torheit“ (1910, Georg Hirth gewidmet) herausgab. O.s Kinderbücher wurden von Künstlerfreunden reizvoll illustriert. Unermüdlicher Fleiß, sicheres Gespür für Qualität und sein Selbstverständnis, erzieherische Aufgaben für die Gesellschaft zu erfüllen, kennzeichnen O.s Wirken als Journalist.

  • Werke

    Weitere W u. a. Großes u. Kleines, 1888 (Erzz.);
    Arme Seelen, Geschichten u. Schnurren, 1905;
    Dt. Illustratoren, 21906;
    München in d. Kriegszeit, 1915;
    Text-Beispiele in: Bayer. Bibl., hg. v. H. Pörnbacher, V, 1981. – Künstlermonogrr.: Eduard Grützner, 1896 u. ö.;
    Hans Thoma, 1900, 51938;
    F. v. Uhde, 1902;
    Anselm Feuerbach, 1903;
    Arnold Böcklin, 1904;
    W. v. Kaulbach, 1906;
    Hugo v. Habermann, 1912;
    Carl Spitzweg, 1912;
    Franz v. Stuck, 1920;
    Fritz Erler, 1921;
    Aus Moritz v. Schwinds Füllhorn, 1925;
    Anton Braith (1905);
    Franz v. Defregger (1905);
    Adolf Hölzel (1907);
    Wilhelm Busch (1908);
    Leo Samberger (1910). – Kinderbücher: Der kl. König, 1909;
    Fröhliche Kindheit, 1921;
    Prinzessin Goldkind u. d. Wunderlilie, 1922;
    Wurstel-Peters Mondreise, 1922. – Kriminalroman: Tat u. Schuld, 1919. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: München, Bayer. Staatsbibl.

  • Literatur

    W. Zils, Geistiges u. künstler. München in Selbstbiogrr., 1913, S. 260;
    H. Raff, in: Das lit. Echo 24, 1921/22;
    H. Uhde-Bernays, Im Lichte d. Freiheit, 1947, S. 317 f.;
    F. v. d. Leyen, Leben u. Freiheit d. Hochschule, 1960, S. 85, 121 f.;
    Doderer;
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    Killy.

  • Portraits

    Phot., München, Dt. Mus.

  • Autor/in

    Hans Pörnbacher
  • Empfohlene Zitierweise

    Pörnbacher, Hans, "Ostini, Fritz von" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 628 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117159271.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA