Lebensdaten
1860 bis 1929
Geburtsort
Gnadenfrei (Schlesien)
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
evangelischer Kirchenhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117050601 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mirbt, Carl
  • Mirbt, C.
  • Mirbt, Carl Theodor
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Zitierweise

Mirbt, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117050601.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Theodor, Kaufm.;
    M Jane Connor;
    Göttingen 1889 Margarethe (1869–1942), T d. Hermann Wagner (1840–1929), Prof. d. Geographie in Göttingen (s. Niedersächs. Lb. I, 1939; Altpr. Biogr. II), u. d. Elisabeth Besser; Gvv d. Ehefrau Rudolf Wagner (1805–64), Prof. d. Physiol. in G. (s. ADB 40; BLÄ); Schw d. Ehefrau Rosa (1872–1930, Victor Michels, 1866–1929, Germanist, s. NDB 17);
    3 S (1 ⚔), u. a. Hermann (1891–1968), Prof. d. Rechte in Göttingen u. Halle, 1952-58 Senatsdir. in Berlin (s. Wi. 1967/68), Rudolf (1896–1974), Pädagoge, Schriftst., Förderer d. Laienspiels (s. L).

  • Leben

    Nach der Schulbildung, u. a. auf einem Pädagogium der Brüdergemeine, studierte M. in Erlangen, Halle und Göttingen Theologie. Als Schüler H. Reuters habilitierte er sich 1888 in Göttingen für Kirchengeschichte und wirkte seit 1889 als ao., seit 1890 als o. Professor an der Univ. Marburg, deren Rektor er 1903/04 war. 1912 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl seines Faches in Göttingen, wo er 1920/21 ebenfalls das Rektoramt bekleidete und 1928 emeritiert wurde. Seinen wissenschaftlichen Rang begründete M. durch quellenkritisch fundierte Studien zum Investiturstreit, vor allem seine klärende Abhandlung „Die Wahl Gregors VII.“ (1891) und die bis heute maßgeblich gebliebene Synthese „Die Publizistik im Zeitalter Gregors VII.“ (1894). Im Geiste der vorherrschenden historischen Methode, aber auch geprägt vom Kulturkampf seiner Jugend, schuf M. die für Theologiestudenten gedachte Textsammlung „Quellen zur Geschichte des Papsttums und des röm. Katholizismus“ (1895, 41924), die nachhaltigen Einfluß auf das prot. Bild der kath. Kirchengeschichte und überhaupt des Mittelalters erlangte. Daneben wandte er sich, mit weniger dauerhafter Resonanz, der kirchlichen Entwicklung im 19. Jh. zu. Wachsende Bedeutung für seine Tätigkeit gewann die theoretische Grundlegung und praktische Unterstützung der Mission, namentlich in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten, die er vor 1914 selbst bereiste. Dabei begriff M., Gründer der „Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft“, die Ausbreitung des prot. Kirchentums durchaus als zivilisatorischen und nationalen Auftrag ebenso wie als Abwehr kath. Vordringens. Auch in kirchenorganisatorischen und konfessionellen Gegenwartsfragen (Mischehe, Konkordate) trat M. als langjähriges Mitglied im Zentralvorstand des Ev. Bundes lebhaft hervor.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Konsistorialrat (1909), o. Mitgl. d. Ges. d. Wiss. in Göttingen (1921).

  • Werke

    Weitere W Die Stellung Augustins in d. Publizistik d. gregorian. Kirchenstreits, 1888;
    Der dt. Protestantismus u. d. Heidenmission im 19. Jh., 1896;
    Der Zusammenschluß d. ev. Landeskirchen Dtld.s, 1903;
    Mission u. Kolonialpol. in d. dt. Schutzgebieten, 1910;
    Gesch. d. kath. Kirche v. d. Mitte d. 18. Jh. bis z. Vatikan. Konzil, 1913;
    Die ev. Mission, Eine Einführung in ihre Gesch. u. Eigenart, 41917;
    Das Mischehenrecht d. Codex juris canonici, 1922;
    Das Konkordatsproblem d. Gegenwart, 41927.

  • Literatur

    H. Weidemann, C. M. z. Gedächtnis, in: Zs. f. niedersächs. KG 36, 1931, S. 5-11;
    Wi. 1928;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1929;
    DBJ XI, Tl.;
    W. Ebel, Catalogus professorum Gottingensium 1734-1962, 1962, S. 37;
    RGG IV;
    BBKL. – Zu Rudolf: FS z. 70. Geb.tag, hrsg. v. P. Amtmann u. H. Kaiser (W-Verz.), 1966;
    Alwin Müller, Als München leuchtete, Der Jugendring u. d. Spielkreis M. 1920-25, 1974.

  • Portraits

    Phot. in: M. Voit, Bildnisse Göttinger Professoren aus zwei Jhh., 1937, Nr. 210.

  • Autor/in

    Rudolf Schieffer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schieffer, Rudolf, "Mirbt, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 557 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117050601.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA