Lebensdaten
1855 bis 1938
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
jüdisch?,evangelisch
Normdaten
GND: 116876638 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lehrs, Max

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Lehrs, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116876638.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp (1826–65), Wollhändler in B., Sammler v. Zeichnungen u. Graphiken (s. Nat.-Ztg., Berlin, v. 29.3.1866);
    M Margarete Berend (1834–1919); um 1880 Isabella Geduly, aus Preßburg; 1 S, 1 T, u. a. Philipp (1881–1956), Zoologe, Sprachlehrer in München, 1946-48 Geschäftsführer d. Bayer. Landesver. f. Heimatpflege.

  • Leben

    L. war 1873-78 im Buch- und Kunsthandel tätig, 1880 wurde er Bibliothekar am Schles. Museum in Breslau. Wahrscheinlich hat ihm bereits im Kindesalter die Sammeltätigkeit des Vaters die Neigung zur Graphik vermittelt, mit der er sich ein Leben lang als Forscher und Museumsmann beschäftigte. 1883 wurde er, nachdem er sich vermutlich autodidaktisch vorgebildet hatte, Assistent am Dresdner Kupferstich-Kabinett. 1886 erschien seine Leipziger Dissertation „Der Meister mit den Bandrollen“. 1904-08 leitete L. das Kupferstichkabinett in Berlin und wurde 1908 als Direktor an das Dresdner Kabinett zurückgeholt, das er bis zu seiner Pensionierung 1924 leitete. Unter ihm wurde diese Sammlung zu einer beispielgebenden Institution, was die Ordnung der Bestände, die konservierende und restaurierende Behandlung, die Vermittlung zum Publikum und nicht zuletzt die gezielte Ankaufsweise betraf. L. erwarb neben der alten Graphik besonders auch Blätter zeitgenössischer, teils noch nicht arrivierter Künstler.

    Zu seinem bevorzugten Arbeitsgebiet, der Graphik des 15. Jh. veröffentlichte L. heute noch gültige, grundlegende Werke, wobei er sich besonders mit dem Kupferstich in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich beschäftigte. Seine große Leistung ist das Monumentalwerk „Geschichte und kritischer Katalog des deutschen, niederländ. und franz. Kupferstichs im 15. Jh.“, das in 9 Text- und Tafelbänden 1908-34 unter der redaktionellen Mitarbeit von Frdr. Dörnhöffer und A. Weixlgärtner von der Wiener „Gesellschaft für vervielfältigende Kunst“ ediert wurde. L. hat darin die erste umfassende Darstellung des Themas geboten und durch seine Analysen der Monogrammisten, durch Werkzusammenstellungen mit Hilfe von Notnamen und durch die Einordnung bekannter Künstler dieses bedeutende Gebiet europ. Kunst geordnet und klargelegt. Zu diesem Thema verfaßte L. außerdem zahlreiche Einzelabhandlungen, in denen er meist die graphischen Werke bekannter Künstler zusammenstellte.

    Das zweite Arbeitsgebiet L.s war die zeitgenössische Graphik junger Künstler, die er durch Publikationen bekanntmachte. Durch seine Ankäufe setzte er sich auch materiell für die moderne Kunst ein, unter deren Vertretern er besonders Emil Orlik – mit dem er eng befreundet war –, Max Klinger, Karl Stauffer-Bern, Otto Greiner und Hans Thoma bevorzugte. In der Förderung moderner und alter Kunst stand L. auch in enger Beziehung zu privaten Sammlern und Mäzenen, wie Alexander Hummel und Julius Hofmann in Österreich. – Zu aktuellen Zeitfragen nahm L. über Jahre hinweg in der Presse Stellung, er verfaßte außerdem literarische Übersetzungen und einige selbständige Dichtungen. In den letzten Jahrzehnten war er durch ein Augenleiden behindert, das schließlich zu seiner Erblindung führte.|

  • Auszeichnungen

    Prof.titel.

  • Werke

    Weitere W Jörg Sürlin d. J. ab Kupferstecher, in: Kunstchronik, 1884;
    Wenzel v. Olmütz, 1889;
    Die Spielkarten d. Meisters E. S. 1466, 1891;
    Arnold Böcklin, 1897;
    Karl Stauffer-Bern, 1907;
    Schongauers Kupferstiche, 1914;
    Alex. Hummel u. Max Klinger, in: Zs. f. bildende Kunst, 1914;
    -Aufsätze über: O. Greiner, L. v. Gleichen-Rußwurm, Käthe Kollwitz, Forain, Eugen Kirchner, Max Klinger, Hans Thoma, in: Die Graph. Künste, 1893 ff. -
    Gesammeltes, 1924 (Slg. v. L.s Ztg.art.);
    Elisabeth Schneider, e. Elegie v. M. L., 1914. - W-Verz. bis 1915:
    E. Rosenthal, Verz. d. Schrr. v. M. L., 1915 (260 Nummern, P).

  • Literatur

    A. Weixlgärtner, in: Die Graph. Künste NF 3, 1938, S. 156-59;
    E. Orlik, Malergrüße an M. L. 1898-1930, 1981 (Briefe Emil Orliks an L.);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1928/29.

  • Portraits

    Graphik v. E. Orlik, 1917, Abb. b. Orlik, s. L, S. 9.

  • Autor/in

    Christoph Schwingenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwingenstein, Christoph, "Lehrs, Max" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 114 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116876638.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA