Lebensdaten
1884 bis 1964
Geburtsort
Braunschweig
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Altphilologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116871466 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lehmann, Paul

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Zitierweise

Lehmann, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116871466.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1845–1914), aus Neuruppin, Kaufm., S d. Zollbeamten u. Steueraufsehers Gustav u. d. Auguste Trinpopp;
    M Louise (1858–1930), T d. Hotelbes. Friedrich Meyer in B. u. d. Henriette Quenstedt;
    Braunschweig 1913 Gertrud (1888–1980), T d. Gymnasialprof. Ludwig Viereck in B. u. d. Elfriede Beyermann;
    2 T, u. a. Eva-Maria ( Dr. iur. Rainer Keßler, * 1919, Ministerialdir., Amtschef d. Bayer. Staatskanzlei).

  • Leben

    L. studierte zunächst in Göttingen, wo er Vorlesungen vor allem bei dem Historiker und Diplomatiker Karl Brandi besuchte. Bereits ein Semester später kam er zu dem Philologen Ludwig Traube in München. Von ihm wurde der weitere Lebensweg L.s entscheidend geprägt. Traube weckte das Interesse für mittelalterliche lat. Paläographie und Handschriftenforschung, jene Arbeitsfelder, welchen L. später eine Großzahl seiner methodisch vorbildlichen Arbeiten gewidmet hat. Neben der Vertiefung ins lateinische Mittelalter galt L.s Bemühen auch dem Zeitalter des Humanismus und der Gelehrtengeschichte der frühen Neuzeit. Seine Erstlingsschrift verfolgte den Werdegang des Humanisten Franciscus Modius (1908). Seit Ende 1907 arbeitete er im Auftrag Traubes an dem großen Projekt der „Mittelalterlichen Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz“ und gab die Bände I (1918) und II (1928) heraus. Dieses Unternehmen betreute er bis zu seinem Tode. Es wird innerhalb der Bayer. Akademie der Wissenschaften weitergeführt. 1911 habilitierte sich L. mit einer Studie über den Humanisten Johannes Sichardus. – Aus der großen Zahl seiner über 300 Veröffentlichungen verdienen als größere Publikationen „Die Parodie im Mittelalter“ (1922, 21963), „Das literarische Bild Karls des Großen vornehmlich im lat. Schrifttum des Mittelalters“ (1934), seine Fortsetzungsreihe „Mitteilungen aus Handschriften“ (1929 ff.) sowie seine großangelegte „Geschichte der Fuggerbibliotheken“ (2 Bde., 1956/60) besondere Erwähnung. Das letztere Werk stellt nebenbei eine Kulturgeschichte des Kaufherrengeschlechts der Fugger im 16. Jh. dar. L. war auch an der umfassenden Literaturgeschichte des lat. Mittelalters von Manitius beteiligt. Die wichtigsten kleineren Veröffentlichungen L.s fanden Aufnahme in seine „Ausgewählte Abhandlungen und Aufsätze“ (I-V, 1959–62). Als Mitglied der Bayer. Akademie der Wissenschaften (ao. 1917, o. Mitgl. 1932) hatte er maßgeblichen Anteil an der Gründung des „Mittellateinischen Wörterbuchs“. Seine „handschriftlichen“ Studien und Arbeiten zur Literaturgeschichte haben zum Teil völlig unbekannte Autoren und ganze Gebiete der mittelalterlichen lat. Literatur erstmals erschlossen.

  • Auszeichnungen

    Bayerischer Verdienstorden (1959).

  • Werke

    Weitere W Pseudoantike Lit. 1927;
    Gesta Ernesti ducis, 1927;
    Judas Ischarioth, 1930;
    Skandinav. Reisefrüchte, 1935-39;
    Schrr.verz. in: Erforschung d. MA, 1. Bd., 21959 (bis 1941).

  • Literatur

    B. Bischoff, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1964, S. 179-83 (P).

  • Autor/in

    Peter Wirth
  • Empfohlene Zitierweise

    Wirth, Peter, "Lehmann, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 92 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116871466.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA